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Nov 19

Angler-Online-Aktiv Methode – Spinnfischen mit Gummiködern -Teil3

Fortsetzung von Teil 1 und Teil 2:

Die Führung
Nun geht es ans Eingemachte, die Führung!
Wir haben in der Aktiv-Methode vier Führungsstile zur Verfügung. Diese vier Stile, die alle auf die Grundführung aufbauen, werden sogar teilweise in der gleichen Einholphase eingesetzt und bringen den Fisch durch Abwechslung an den Haken.

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Die Grundführung
Die Grundführung ist das Brot der Methode. Diese gilt es nun erst einmal zu beherrschen.
Zugegeben, man wird etwas üben müssen, bis man diese Führungsart beherrscht. Gerade auch dann, wenn man von einer anderen Methode wechselt.
Das Lernen wird aber mit Fisch belohnt werden.

Angler-Online-Aktiv-Methode4_1

Das obige Bild zeigt die Köderbahn die unser Köder zurücklegen soll. Diese auch noch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Um das besser erklären zu können haben wir die Positionen 1-4 auf dem Bild angelegt. Für die Erklärung der Rutenstellung nutzen wir die Uhr. Wobei 9 Uhr bedeutet, dass die Rute horizontal gehalten wird, 10 Uhr bedeutet das die Rute leicht nach oben gehalten wird usw.

Stellen wir uns nun gedanklich ans Wasser, peilen eine Stelle an, an der wir Raubfische vermuten und werfen aus.
Sobald der Gummiköder auf das Wasser trifft halten wir die Spinnrute auf 9 Uhr in Richtung Köder und nehmen die lose Schnur auf.
Der Köder sinkt nun an gespannter Schnur zum Grund. Die Schnur erschlafft, sobald dieser am Grund angekommen ist (Pos 1).
Nun geht es darum, den Köder zu beschleunigen. Durch den Standup-Jigkopf wird er dadurch vom Grund abgehoben.
Wir erreichen diese Beschleunigung indem wir die Rute von 9 Uhr auf 10.30 Uhr zügig anheben (Pos 2). Bitte nicht viel weiter, wir wollen den Köder ja nicht aus dem Gesichtsfeld des Räubers heraus bewegen.

Nun folgt die Phase in der sich der Köder horizontal durchs Wasser bewegen soll. Da die meisten Spinnrollen einen Schnureinzug von 70-80 cm haben, machen wir 3 langsame Kurbelumdrehungen.
Wie langsam wir die Umdrehungen machen, hängt von dem Gewicht und dem Anstiegsverhalten des Köders ab.
Um das herauszufinden testet man den Köder am besten vorher im Flachwasser. Teilweise wird man überrascht sein wie langsam man den Köder noch führen kann, bis er sich zum Grund bewegt.

Der Köder ist nun an Pos.3 angekommen.
Wir halten nun die Rute ruhig und lassen den Köder zum Grund sinken (Pos. 4).
Ist dieser am Grund angekommen (erschlaffende Schnur) bewegen wir die Rutenspitze wieder auf 9 Uhr und nehmen die überschüssige Schnur auf.

Nun können wir entweder diese Führung wiederholen oder aktiv auf eine der folgenden Varianten wechseln.

Grundführung mit Ticks
Ticks sind kleine, kaum zu sehende Rucke, die man in die Köderführung einbaut. Hiermit soll der Schnappreflex des Raubfisches ausgelöst werden.

Angler-Online-Aktiv-Methode5_2

Es kommt oft vor, dass ein Raubfisch den Köder erst beobachtet und sich unsicher ist, ob das fressbar ist. In solchen Situationen sind Ticks unschlagbar und gerade Hechte und Barsche fahren total auf sie ab.
Nicht selten passiert es, dass man gerade einen Tick macht und genau in dem Augenblick in dem der Tick stattfindet, beisst ein Räuber.
Während man für Hechte und Zander nicht allzu viele Ticks einsetzen sollte (2-3 pro Führung sollten reichen) kann man beim Barsch ruhig zu mehreren Ticks greifen. 3-6 Ticks sind durchaus sinnvoll einzubauen.

Grundführung verkürzt
Die verkürzte Grundführung ist immer dann einzusetzen, wenn man an einen vermeintlichen Hotspot gelangt. Hier macht es durchaus Sinn, seinen Köder länger und aktiver anzubieten.

Angler-Online-Aktiv-Methode5_3

Solch ein Hotspot könnte z.B. ein Loch sein oder ein Barschberg. Alle Stellen, an denen man nicht großflächig sondern sehr punktgenau Fisch erwartet.
Die verkürzte Grundführung ist der normalen Grundführung sehr ähnlich. Man ändert einfach die 3 Kurbelumdrehungen, die für die horizontale Strecke gelten, in eine oder eine halbe Kurbelumdrehung. Wichtig ist nur wieder, daß wir unsere drei Bewegungsabläufe haben:
Steil ansteigend, langsam horizontal, zum Boden absinkend.

Grundführung geschliffen
Auch die geschliffene Grundführung (Abb. S.5) ist eine Abwandlung der normalen Grundführung.

Angler-Online-Aktiv-Methode6_3

Hier wird zunächst die Rute von 9 Uhr auf 10.30 Uhr angehoben um den Gummiköder ansteigen zu lassen. Nun lässt man den Köder wieder zu Grund sinken, bewegt dann die Rute auf 9 Uhr und nimmt die überschüssige Schnur auf. Um jetzt das Schleifen auf dem Grund zu bewirken, kurbelt man so langsam, dass der Köder nicht vom Grund abhebt.
Dies hört sich zunächst einfacher an als es oftmals ist. Je näher der Köder zu uns kommt, je mehr wird dieser durch die steil stehende Schnur gedrängt, vom Grund abzuheben. Dies wollen wir aber in diesem Fall unbedingt vermeiden.
Um dem entgegen zu Wirken schadet auch hier etwas mehr Gewicht des Jigkopfes nicht.
Da wir hier mit sehr geringen Geschwindigkeiten arbeiten, ist es sehr wichtig, Gummiköder zu verwenden, welche schon bei dem geringsten Zug ihr Spiel entfalten. Gummifische mit verdünnten Schwanzteilen oder Twister eignen sich sehr gut.
Diese Führungsart der Aktiv-Methode soll den Räubern einen gründelnden Fisch, welcher ab und zu erschrickt und kurz flüchtet, vorgaukeln.
Tatsächlich fallen gerade Großfische gerne darauf rein.

Spundwand Aktiv
Aktiv gummifischen klappt nicht nur indem man auswirft und wieder einkurbelt. Auch für das beangeln von Spundwänden ist die Aktiv-Methode bestens geeignet.
Man wirft einfach parallel zur Spundwand aus und lässt auch hier den Köder an gespannter Schnur absinken.
Nun wird der Köder angeruckt und anstelle der Kurbelumdrehungen, die für die horizontale Bewegung zuständig sind, geht man diese Strecke an der Spundwand entlang. Dies klappt am besten, wenn die Rute zur Schnur in einer 90° Stellung steht.
Auch an der Spundwand lassen sich so Grundmethode, Grundmethode mit Ticks und verkürzte Grundmethode einsetzen.

Die Praxis
Mit der harten Spinnrute, der leichtgängigen Spinnrolle und der multifilen Schnur ist man nun bestens gerüstet um diese 4 Führungsarten der Angler-Online-Aktiv-Methode durchführen zu können.

Angler-Online-Aktiv-Methode3_3

In der Praxis sieht das dann vielleicht so aus: Wir kennen ein Loch in unserem Gewässer und überwerfen es. Nun nähern wir uns mit der Grundführung schnell dem Loch und angeln es mit der verkürzten Grundführung aus. Sollten wir immer noch keinen Räuber überzeugt haben und das Loch inzwischen wieder verlassen, wechseln wir auf die Grundführung mit Ticks um den Beißreflex beim beobachtenden Räuber auszulösen.
Aktives Angeln ist super fängig und nicht schwierig. Man muss sich nur davon lösen, blind rauszupeitschen und nach 0815-Führung wieder einzuholen.

Unsere Bisse kamen bei der Aktiv-Methode übrigens nicht mehr nur im Absinken des Köders, wie bei den meisten anderen Führungsmethoden. Die Biss kamen an jeder Stelle der Führung, was die Natürlichkeit dieses Führungsstiles absolut unterstreicht.

Wer sich richtig mit unserer Führungsmethode auseinandersetzt wird bestimmt auch gute Fänge vorweisen können. Eins kann einem eine Methode aber nicht abnehmen. Das ist die Kenntnis über den Fisch und sein spezielles Verhalten in dem Gewässer.

Wer sich dieses Wissen nicht aneignet wird sicher mal einen Fang machen, aber die beste Methode wird ihm nicht helfen, regelmäßig Fänge vorweisen zu können.
Hierzu gibt es noch eine Vielzahl von Berichten und Diskussionen auf Angler-Online.de
Aber auch und gerade eigene Beobachtung sind der Schlüssel zum Erfolg.

Wer diesen langwierigen Prozess etwas abkürzen möchte, für den bietet sich ein Guiding an, welches im Normalfall nicht teuer sein muss. Am besten natürlich bei einem Guide, der auch die Aktiv-Methode schult.

Verantwortung
Fängige Angelmethoden bringen auch Verantwortung mit sich. Im Ausland hat man dies schon sehr lange erkannt.
Dies ist kein Aufruf zu dem allseits diskutierten Catch und Release, sondern, für den sinnvollen Umgang mit den Fischen und einer selektiven Entnahme.
Entnehmen wir große Räuber, so werden auch die Gene dieser Großen entnommen. Sie können nicht mehr für Nachwuchs sorgen. Wir brauchen in unseren Gewässern die Kapitalen um das Ökosystem am Leben zu erhalten.
Handelt man anders, passiert das, was vielerorts in Deutschland schon Realität ist. Man fängt fast nur noch kleine mickrige Fische, die das Schonmaß nicht erreicht haben oder fast gar nichts mehr.
Ein Bestand ist nicht durch die beste Ausrüstung, Köder oder Methode zu ersetzen!
Nachbesatz kann dafür kein langfristiger Ersatz sein.

Wir hoffen ihr denkt darüber mal nach und wünschen euch in diesem Sinne, beste Fänge und einen richtig Kapitalen mit der Angler-Online-Aktiv-Methode.

Bitte berichtet im Forum über eure Erfolge und lasst uns daran teilhaben.

Euer Angler-Online Team

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