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Jan 08

Bleie- Wurfgewichte selber gießen

Winterzeit ist Bastelzeit!

Ein kleines aber wichtiges Zubehör beim Angeln ist das Blei.

Immer wieder einmal taucht die Frage auf kann ich meine Bleie/Pilker nicht selbst gießen und wie geht das.


Deshalb habe ich weiter unten eine einfache Gießform aus Holz konstruiert
Holz geht das –Ja –ich habe ich selbst ausprobiert. So eine Form hält viele Gießvorgänge aus.
Holz ist preiswert und es lassen sich mit etwas Fantasie viele Formen herstellen.

Allgemeines über Blei!

Blei ist ein in der Natur vorkommendes Schwermetall. Es wird geschätzt, dass  es weltweit 67 Millionen Tonnen davon gibt,
1 Kubikzentimeter Blei wiegt 11,34 gr. und hat einen Schmelzpunkt von
327,43 Grad Celsius.
Blei ist ein weiches, leicht zu verarbeitendes Metall und war deshalb schon bei den alten Römern sehr begehrt.
Man stellte daraus Geschoße, Wasserohre, Vasen und viele andere Gegenstände her –ja selbst zum Pantschen von Wein (süßen) wurde es benutzt. Mit der Entdeckung anderer Metalle verlor Blei allerdings an Bedeutung und spielt heute nur noch eine“ Nebenrolle“ in der Industrie.

Sicherheitshinweise

– Blei ist giftig
– nicht die Dämpfe einatmen
– nicht bei geschlossenem Fenster gießen – für gute Belüftung sorgen.
– Schutzbekleidung –Brille,  Handschuh,  festes Schuhwerk tragen.
– Löschmittel wie Pulverlöscher- CO²-Löscher bereitstellen
-einen vollen Eimer Wasser bereithalten zum Abkühlen der Gießform und zum sofortigen Kühlen von evtl. Verbrennungen
-Umgekippte Bleimasse nicht mit Wasser löschen – Verbrühungsgefahr – 1Liter Wasser ergibt ca. 1000 Liter Wasserdampf.

Das wird zum Bleigießen benötigt:
1. Blei
2. einen festen Schmelztopf / Gießkelle mit festem Stiel – darf nicht aus
Aluminium sein und der Stiel muß geschweißt –darf nicht gelötet-sein
3. Gießform
4. Sonderzubehör -Tool

Nun geht es los

1. Blei
-gibt es beim Dachdecker, in der Autowerkstatt, Schrotplätze u. s. w

2. Schmelz-/Gießkelle
Hierfür wird benötigt
– 1 Rohrendkappe (Blindverschluss)  aus Stahl von 80 mm Durchmesser
– 1 50 cm lg. Rundstahl von 6 mm Durchmesser
– 1 Feilenheft als Griff
Am Rundstahl an dem einen Ende eine etwas längere Spitze dran schleifen
oder Feilen. Nun das Feilenheft als Griff fest drauf stecken.
Diesen Stiel nun an die Blindkappe schweißen o. schweißen lassen.

Fertig.

3. Gießform

Dazu braucht ihr

-ein Stück Hartholz (Buche oder Eiche) das ca. 30 cm,lang 15 cm breit,

5 cm dick ist.
-steifes Messing oder Stahldraht von 1,5 o. 2,0 mm Durchmesser
-1 Bohrer von 1,5 o. 2,0 mm Durchmesser je nach Drahtstärke
-1 Bohrer von 10 mm Durchmesser -1 Kegelbohrer Eurer Wahl mit einem Winkel von 25 – 30° Grad

Als Erstes, teilen wir mit Lineal und Bleistift die Breite des Holzes in 2 Reihen (5 cm + 5 cm) danach die Länge, in 5 Reihen 5 cm + 5 cm +5 cm u. s. w.) auf. Jetzt bohren wir senkrecht, mit einem kleinen Bohrer
(dem Drahtdurchmesser entsprechend), in den durch das Aufteilen
entstandenen 10 Mittelpunkte, Löcher bis fast ganz durch bohren.


Anschließend nehmen wir

Für runde Grundbleie den 10mm Bohrer.
Für ein Wurfgewicht von ca. 10 gr. wird eines der kleinen Löcher ca.
10mm tief aufgebohrt.
Für ca. 15 g., ca.15mm tief. u. s. w

Für kegelförmige Laufbleie

– den Kegelbohrer.
Wurfgewichte: 1 cm³ Blei wiegt 11.34 Gramm Berechnung des Kegelvolumens – Grundfläche X Höhe : 3

Wer eine Oberfräse oder einen Dremel besitzt kann sich weitere Formen
ausdenken.


So werden die Blei gegossen:

1. Ca. 8 cm lange Drahtabschnitte in die 1,5 o. 2,0mm Bohrungen der Gießlöcher stecken .
-müssen fest und senkrecht stehen-
2. Blei flüssig machen und an den Drahtstäben vorbei, vorsichtig
die Löcher vollgießen.
3. Das Blei erkalten lassen, dann unterleichtem Klopfen aus der Form
schütteln, die Drähte für eine weitere Verwendung mit einer
Zange aus den Bleien ziehen. Die Bleie mit einer Feile evtl. noch bearbeiten.
4. man gießt anstelle der Drahtstäbe -Wirbel mit ein so entsteht dann ein Einhängeblei.

4.Tool
Die so gefertigten Wurfgewichte können nur als Grundbleie auf die Schnur gezogen werden. Um aber auch als Einhängebleie auch von außen auf die
Schnur gebracht oder in einen Wirbel-/Karabiner eingehängt werden zu können, einfach dieses kleine- von mir erdachte Tool -aus dünnen Stahldraht – Federdraht (Büroklammer, Blumendraht) biegen.



So geht es.

– Einfach die Hauptschnur doppelt durch das Wurfgewicht schieben.
In die Schlaufe, welche aus dem Wurfgewicht schaut, das Tool einhängen.
Schnur zurückziehen. Paßt.
oder
– Tool durch das Wurfgewicht stecken und in einem Doppel wirbel-/Karabiner
einhängen.


Es geht auch ohne Blei!
Beim Schreiben dieses Beitrages kam mir der Gedanken, warum  müssen die Wurfgewichte eigentlich immer aus Blei sein?

Blei ist heut- zutage gar nicht mehr so leicht zu beschaffen. So kam ich dann auf die
Idee anstelle von Blei, Gießbeton o. Fliesenkleber mit Sand angerührt in
die Form zu gießen. Da sich Metall mit Beton verbindet, Kunststoffröhrchen (z. B.  Lutscherstiele, Trinkhalme)welche im Wurfgewicht bleiben können, statt Drahtstäbe zu nehmen.
Allerdings stimmt dann die Gewichtsberechnung nicht mehr. Die „Betonbleie“ sind für ein entsprechendes Wurfgewicht grösser.

Viel Spaß beim Bleie gießen – aber seit vorsichtig.

Gruß Oldman

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