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Sep 18

Der Gänsesäger (Mergus merganser)

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Der Gänsesäger gehört zu den Entenvögeln und ist Teil unser heimischen Gewässerfauna. Er ist ein wenig größer als die weitverbreitete Stockente. Männchen und Weibchen haben in der Brutzeit ein unterschiedliches Federkleid. Die Abbildung zeigt das Weibchen mit ihrem grauen Gefieder und dem braunen Kopf. Das Männchen hingegen zeichnet sich durch sein weißes Gefieder bei einem schwarzen Kopf aus. Das sog. Ruhekleid ist bei Männchen und Weibchen gleich und sie sind dann nur schwierig zu unterscheiden.

Der Gänsesäger kommt hauptsächlich auf der nördlichen Halbkugel vor, hat sich aber in den letzten Jahren vermehrt und ist nun auch in südlicheren Gebieten anzutreffen. Norddeutschland gehört zum südlichsten Brutgebiet. Aber auch in Mitteldeutschland sind einzelne Exemplare vertreten.

Etwas häufiger ist der Gänsesäger dann als Wintergast in Mitteldeutschland zu beobachten.

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Zu ihrer Nahrung zählen in erster Linie kleine bis mittelgroße Fische. Durch den hakenförmigen Schnabel können sie ihre Beute gut festhalten. Zusätzlich ist der Schnabel mit kleinen Lamellen versehen, was an eine Säge erinnert und dem Gänsesäger so seinen Namen verliehen hat. Zum Fischfang taucht der Vogel bis zu 10m tief. Ein erwachsenes Tier benötigt täglich zwischen 200 und 300g Fisch.

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Der Gänsesäger zählt zu den Höhlenbrütern. Baumhöhlen, Felsspalten, aber auch Dachböden bilden gute Nistmöglichkeiten. Künstliche Bruthöhlen, wie in Bodennähe angebrachte Nistkästen, werden von den Sägern gern angenommen. Die Weibchen legen 7-14 Eier, welche 30-35 Tage ausgebrütet werden. Einen Tag nach dem Schlüpfen verlassen die Küken die Nisthöhle. Die Gänsesägerküken können sofort gut schwimmen und kümmen sich selbst um ihre Nahrung, die in den ersten Lebenstagen zunächst aus Insekten und Würmern besteht. Die Umstellung auf Fisch als Hauptbestandteil der Nahrung passiert erst später.

Neben dem Menschen muss sich der Gänsesäger vor allem vor dem Marder in Acht nehmen, der die Gelege in den Bruthöhlen gern plündert und sich an den Eiern satt frisst. Da der Säger zur fischfressenden Zunft gehört, ist er ähnlich wie Kormoran und Graureiher bei Anglern und Fischern nicht gern gesehen. Er gehört aber zu den bedrohten Tierarten und steht auf der roten Liste.

Also haltet die Augen offen nach diesem interessanten Gewässerbewohner. Er kann euch auch an den heimischen Seen begegnen.

Petri Heil

Das Angler-Online-Team

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