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Nov 11

Der Graureiher (Ardea cinerea)

Der Graureiher (Ardea cinerea), auch Fischreiher genannt, ist ein Schreitvogel und in Europa sehr weit verbreitet. Im Gegensatz zum Kormoran sind Graureiher meist Einzelgänger, gelegentlich sieht man sie auch in kleinen Gruppen. 

 

 

Während der Brutzeit legt er sogar seine sonst so große Scheu vor den Menschen ab und macht bei der Nahrungssuche auch nicht vor Zierteichen in bewohnten Gebieten halt.

Er ist ein imposanter Vogel und für uns Angler kein Unbekannter. Der Graureiher erreicht eine Flügelspannweite bis zu 190cm, er wird durchschnittlich 90 bis 100cm groß, wobei die Männchen etwas größer werden. Das Gefieder ist grauweiß, an Stirn und Kopf weiß, der Rücken grau mit weißen Streifen.

Er besitzt einen langen gelblichen Schnabel, die drei langen Vorderzehen sind weit gespreizt, damit ein Einsinken im weichen Untergrund verhindert wird.

 

 

Der Flug sieht mit den langsamen Flügelschlägen etwas behäbig aus, der Abflug wird mit einigen Sprüngen eingeleitet. Er fliegt mit weit zurückgezogenem Kopf und gekrümmtem Hals, der nur bei Abflug und Landung vorgestreckt wird.

Bei der Nahrungssuche ist er meist als Einzelgänger unterwegs, bewegt sich langsam, oftmals verharrt er auch lange und regungslos auf der Stelle. Nahrungskonkurrenten werden energisch bekämpft, dies gilt besonders für die Brutzeit, wenn Jungvögel groß gezogen werden. Er schreitet mit gesenktem Kopf durch das seichte Wasser und sticht blitzschnell nach Fröschen, kleinen Fischen, Molchen aber auch Wasserinsekten. Auch Mäuse und Wasserratten verschmäht er nicht.

Graureiher sind in unserem Verbreitungsgebiet meist Zugvögel, die ab September in den Süden und Südwesten Europas abziehen und dabei mehrere hundert Kilometer pro Tag zurücklegen können. Ab März vor der Brutzeit kehren sie wieder zurück. Auf abseits gelegenen hohen Bäumen findet er seine Nist- und Ruheräume.

 

 

Beide Elternvögel bauen das Nest aus Reisig, oft werden alte Nester wiederbesetzt. Aus 4 bis 5 Eiern schlüpfen nach ca. 25 Tagen die Jungvögel und diese werden nach ca. 50 Tagen selbst flugfähig.

Graureiher stellen keine hohen Ansprüche an den Lebensraum. Man findet sie sowohl am Süßwasser im Landesinneren, an Flussmündungen, aber auch in den Küstenregionen. Dabei suchen sie die Nähe zu flachen Gewässern, die ihnen die Nahrungssuche erleichtern.

 

 

Der Bestand an Graureihern ist in den letzten Jahren in Europa stark angestiegen. In Deutschland schätzt man den Bestand auf ca. 27000 Brutpaare und der Bestand nimmt dank günstiger Klimaverhältnisse weiter zu. Diese Zunahme wird nur durch lange kalte Winter unterbrochen. 

Aus fischereiwirtschaftlicher Sicht verursachen Graureiher an natürlichen Gewässern keine erheblichen Schäden, da er seine Nahrung vorwiegend im Flachwasser sucht und somit oftmals nur wirtschaftlich unbedeutende Fischarten erbeutet.

 

Dieser Beitrag konnte euch hoffentlich einen kleinen Einblick in die Welt eines weitverbreiteten Bewohners unserer heimischen Gewässer geben.

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Gruß und Petri Heil H. Günter

Fotos: Frank

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