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Apr 25

Die Ruten-Aktion: Auf Biegen und Brechen !

Die Aktion einer Angelrute kennzeichnet im wesentlichen das Biegeverhalten des Blanks unter Belastung und kann – besonders beim Spinnfischen – über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Sie bestimmt in besonderem Maße das Wurf,- Anschlag- und Drillverhalten einer Rute und deshalb sollte die Auswahl je nach Angelmethode wohl überlegt sein.

Für Angelruten greifen wir Petrijünger gerne tief in die Tasche. Und trotzdem werden bei der Blankauswahl oftmals schon folgenschwere Fehler gemacht. Letztendlich sollte die Angelmethode und der Einsatzzweck einer Rute über die Auswahl der richtigen Aktion entscheiden. Wir möchten euch hier einen allgemeinen Überblick über die gängigsten Aktionen und Bezeichnungen von Rutenblanks geben.

Die Rutenaktion gibt an, wie sich die Rute beim Wurf durchbiegt. Wir unterscheiden zunächst 3 Ruten-Biegekurven: Parabolisch, semiparabolisch und die Spitzenaktion.

 

Rutenaktion

 
Die landläufig verwendeten Begriffe einer „schnellen“ oder „langsamen “ Rute können die Aktion eines Blanks nur missverständlich wiedergeben, da ein weiteres wichtiges Kriterium fehlt: Die Rückstellgeschwindigkeit. Sie beschreibt die Spannkraft der Rute und wie schnell sie wieder in ihre ursprüngliche Position zurückkehrt. Diese Eigenschaft ist auch sehr stark vom verwendeten Material abhängig.

Der englische Begriff Taper bedeutet “Verjüngung” und kennzeichnet somit die Bauformen eines Blanks und bestimmt damit auch im wesentlichen die Aktion. Die Eigenschaft des Tapers beschreibt, wie sich ein Blank unter Belastung verhält. Also vorwiegend beim Drill oder Anhieb aber auch bei der Köderführung und Köderpräsentation.

Die Taper werden allgemein von „slow“ bis „extra-fast“ eingestuft.


Parabolische Aktion: Slow -Taper
Die Rute biegt sich unter Belastung gleichmäßig über die gesamte Rutenlänge von der Spitze bis fast zum Handteil. Eine geeignete Aktion vor allem für Fliegenruten und sehr leichte Spinnruten, da der Blank auch Fluchten im Nahbereich sehr gut abfedert. Gut geeignet für alle Arten von Spinnern, Spinnerbaits und Crankbaits, da die Vibrationen gut vermindert und ein Ausschlitzen des Fisches sehr gut verhindert wird.

Semiprabolische Aktion: Medium Fast / Medium -Taper
Die Rute biegt sich unter Belastung bis etwa zur Rutenmitte. Semiparabolische Blanks sind für verschiedene Angelmethoden geeignet und sehr vielseitig einsetzbar. Ein Blank für weite Würfe und mit genügend Rückgrat, um auch größere Fische zu bezwingen. Diese Blanks sind ein guter Mittelweg auch für Einsteiger. Wir finden sie oftmals auch bei Brandungs-, Feeder- und Karpfenruten, sehr gut geeignet auch bei Spinnruten zum Fischen mit Hardbaits aller Art.

Spitzenaktion: Fast / Extra Fast -Taper
Rutenblanks mit ausgeprägter Spitzenaktion. Die Rute biegt sich unter Belastung nur im oberen Teil der Spitze, der Rest des Blanks hat ein sehr steifes Rückgrat. Ein Kennzeichen dafür ist die starke Verjüngung des Blanks zur Spitze hin. Diese Rutenblanks werden vorwiegend zum Spinnfischen mit Gummiködern / Softbaits verwendet. Es sind sehr platzierte Würfe möglich und der Köder kann sehr gut animiert werden. Der Anschlag kommt gut durch, da er im Blank nicht verpuffen kann.

Diese Taper benötigen jedoch mindestens das geforderte Wurfgewicht, um auf entsprechende Wurfweiten zu kommen, da sich der Blank beim Wurf recht wenig auflädt. Eine gute Entscheidung bei Finesse-Rigs wie Texas- und Carolina-Rig, aber natürlich auch beim Einsatz jeglicher Art von Jigköpfen. Auch bei vielen Stipp-, Feeder- und Matchruten finden wir eine ausgeprägte Spitzenaktion.

Die Kennzeichnung der Ruten „Power“ …
gibt an, wie steif eine Rute ist und wie viel Kraft erforderlich ist, um die nötige Aktion des Blanks zu gewährleisten. Dies ergibt sich allgemein aus dem Wurfgewicht einer Rute sowie dem Ködergewicht.

Die Rutenpower wird in der Regel durch Kennbuchstaben definiert, welche die jeweilige Klasse kennzeichnet.
Wir unterscheiden dabei wie folgt:

Ultra-Light (UL), Light (L), Medium Light (ML), Medium (M), Medium-Heavy (MH), Heavy (H), Extra Heavy (XH)

Während die UL meist ein biegsames Rütchen ist, kann eine XH bretthart wie ein Besenstiel sein. Im Zweifelsfall empfehlen wir – wann immer möglich – die gewünschte Rute bei einem Händler in die Hand zu nehmen, um sich von den Eigenschaften persönlich zu überzeugen.

Es wird auch bei gleichen Bezeichnungen der Blanks immer Abweichungen der Rutencharakteristik bei verschiedenen Herstellern geben. Rutenlänge, Material, Verarbeitung und Rutengewicht sind dafür maßgebliche Faktoren. Wie immer entscheiden natürlich auch persönliche Vorlieben und Erfahrungen des Anglers über die Auswahl eines Blanks.

Oftmals wird die Rutenaktion mit der Belastungs- oder Testkurve verwechselt. Die Testkurve bezeichnet jedoch die Kraftreserven einer Rute und sagt aus, wieviel Gewicht an einer horizontal gehaltenen Rute gehängt werden muss, damit die Rutenspitze im 90-Grad-Winkel nach unten zeigt. Die Angaben erfolgen meist in lb, wobei ein lb 453,6gr entspricht. Die Testkurve wird oftmals für Karpfen- oder Bootsruten verwendet.

 

Bild-2

 
Ich hoffe, wir konnten euch einen kleinen Einblick in die Welt der Rutenblank-Bezeichnungen vermitteln. Diese Informationen können jedoch nur einen allgemeinen Überblick geben. Es gibt teilweise noch weitergehende Bezeichnungen und Abstufungen, auf die wir hier jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichten.

Weitere interessante Themen und Beiträge rund um den Angelsport findet ihr in unserem Angler Online Forum.
 
Gruß und Petri Heil H.Günter
 

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