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Dez 01

Ein See wird saniert / Teil 1

Ein geborstenes Rohr auf dem Grund eines Vereinssees bereitete  dem Vorstand unseres Vereins schon seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen, denn trotz umfangreicher Abdichtungsmaßnahmen konnte der stetige Wasserverlust nicht dauerhaft gestoppt werden.

Ein Teil der Bilder mit freundlicher Genehmigung von Jens Ulmers

Die einzige wirklich erfolgversprechende Maßnahme ist wohl ein komplettes Ablassen des Wassers und das vorübergehende umsiedeln sämtlicher Teichbewohner um die Reparatur des defekten Rohres in Angriff nehmen zu können.

Ich habe in den vergangenen 2 Jahren in diesem See 4 kapitale Hechte  (100, 102, 103 und 121cm) gefangen und bin nun natürlich sehr gespannt, was in diesem Wasser noch auf meine Köder gewartet hätte.

Nachdem sämtliche Antrags- und Genehmigungsformalitäten mit der Wasserbehörde, der unteren Fischereibehörde und der Naturschutzbehörde erledigt und genehmigt waren,  wurde das Gewässer Ende Oktober gesperrt und langsam begonnen die über 8.000 m² große Wasserfläche abzulassen.

Der Pegel fällt langsam aber stetig

Dieser Vorgang dauerte fast 3 Wochen,  damit die Fische dem ablaufenden Wasser folgen konnten.

Während dieser Zeit wurden die 3 Vereins eigenen Kleinteiche für die Aufnahme der abgefischten Fische vorbereitet.

Schon einige Tage später kommen Wasserbewohner wie diese großen Teichmuscheln oder Schwanenmuscheln zum Vorschein, die man sonst selten zu sehen bekommt, deren Anwesenheit aber ein Beweis für die gute Qualität der Wassers ist.

Aber auch die weniger angenehmen Seiten, die mir übrigens einige Hänger und Köderverluste bescherten, zeigen sich nun im Tageslicht:

Alleine meinerseits wurden in dieser Saison 1 Freddy 170 Catwalk, 1 Freddy 95 Catwalk und 1 Rapala XRAP Shad in den Fluten dieses Gewässers versenkt. Von den verlorenen Gummifischen und Jigs will ich erst gar nicht reden. Wäre schön, wenn wenigstens die vermissten Wobbler  im Laufe dieser Aktion wieder den Weg zurück in meine Köderbox finden würden.

Dann endlich war es soweit. Rund 30 Vereinsmitglieder bewaffneten sich mit Wathose und Kescher um die Fische aufzunehmen und in die vorbereiteten Behältnisse zu befördern.

Vor allem die Vereinsjugend ist bei solchen Gelegenheiten mit Feuereifer bei der Sache und jeder will den größten Fisch in den Kescher oder ins Schleppnetz bekommen.

So konnten ohne Verluste rund 100 Zander  mit einer Größe von 10 – 75 cm, ca. 150 Hechte sowie  Schleien,  Schuppen- und Spiegelkarpfen in der Größe von 10 – 80 cm und 20 Aale von rund 80 cm eingefangen werden. Außerdem gingen ca. 40.000 Weißfische in allen Größen ins Netz.

Rekordhalter war ein Grasfisch von 110 cm und einem Gewicht von über 25 kg.

In dieser Größenordnung von 20 bis 25 kg konnten 7 Marmorkarpfen und 8 Grasfische sicher gelandet werden. Diese wurden dann in einen größeren vereinseigenen Teich umgesetzt

Nun wird gewartet bis der Teichgrund abgetrocknet und begehbar ist, damit mit den Reparaturarbeiten an dem defekten Rohr begonnen werden kann.

Meine vermissten Wobbler tauchten übrigens nicht wieder auf. Wahrscheinlich für alle Zeit im Schlamm versunken, mit dem sie wohl auch entsorgt werden.

Im nächsten Frühjahr mit dem Einsetzen der Schneeschmelze soll der See wieder rechtzeitig zur Vegetationsphase  mit Wasser überspannt sein.

Teil 2 dieser Dokumentation wird sich mit der Reparatur des Rohres, dem ausbaggern und dem erneuten Besatz befassen.

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