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Nov 09

Fisch des Jahres 2014: Der Stör

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Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) hat in Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) den Stör zum Fisch des Jahres 2014 gewählt. Bereits im Jahre 2001 war der Stör schon einmal Fisch des Jahres.
 
Der Stör erreicht durchschnittliche Längen von 3-4m bei einem Gewicht bis 300kg, kapitale Exemplare wurden gar bis zu 5m lang. Er war damit die größte heimische Fischart. Noch im 19. Jahrhundert war dieser Fisch in vielen heimischen Gewässern zu finden. Zwei Arten – der europäische Stör und der atlantische Stör waren in Elbe, Rhein und Oder heimisch. Der atlantische Stör aber vorwiegend in der Oder.
 
Charakterisisch sind die 5 Reihen Knochenplatten auf dem Körper, die lange Schnauze und die haifischähnliche Schwanzflosse. Seine Nahrung, die er mit dem vorstülpbaren Maul vom Gewässergrund aufnimmt, besteht vorwiegend aus Würmern, Krebsen und kleinen Fischen. Seine vier lange Barteln helfen ihm dabei, verwertbare Nahrung zu finden.
 
Der echte oder atlantische Stör gilt seit über 70 Jahren in Deutschland als ausgestorben. Es gibt vielfältige Ursachen für das Verschwinden aus unseren Gewässern und alle hat der Mensch verursacht: Gewässerregulierungen und Verschmutzung, Aufstiegshindernisse, Kraftwerke, Überfischung und der Verlust der Laichplätze durch veränderte Gewässerstrukturen.
 
Wie Lachse oder Meerforellen lebt der Stör im Meer und steigt nur zum Laichen in die kiesigen Bereiche der Flüsse auf. Die Männchen werden mit 9-13 Jahren, die Weibchen mit 11-18 Jahren geschlechtsreif. Die erwachsenen Tiere wandern danach wieder ins Meer zurück. Ist diese Möglichkeit verbaut, können sich die Fische nicht mehr reproduzieren mit den geschilderten Folgen.
 
Mit dem Stör ist eine Art aus unseren Gewässern verschwunden, deren Anfänge 250 Millionen Jahre zurück bis vor die Zeit der Dinosaurier reicht. Äußerlich noch sichtbar an den langen durch Knochenplatten geschützten Körpern.
 
Der europäische Stör kommt heute nur noch sehr selten im Nordostatlantik vor, er steigt aus dem Bestand der südfranzösischen Gironde auf. Das Gironde-Dordogne-Flussystem ist sein letztes Fortpflanzugsgebiet in Europa. Früher reichte das Verbreitungsgebiet von der östlichen Atlantikküste bis nach Nordskandinavien, auch im Mittelmeer und schwarzen Meer war er weit verbreitet.
 
Die ersten erfolgreichen Nachzuchten gelangen in Frankreich erst im Jahre 2007. Mit Hilfe von Tieren aus diesen Nachzuchten soll auch in Deutschland der Elterntierbestand ausgebaut und für die Besatzmaßnahmen genutzt werden.
 
Zur Wiedereinbürgerung in Nord- und Ostsee wurden mittlerweile eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt. Dazu werden Störe unter Betreuung und Unterstützung verschiedener Institute, dem Bundesamt für Naturschutz und der Gesellschaft zur Rettung des Störes ausgesetzt. Im Nordseebereich der europäische Stör (A. Sturio), im Bereich der Ostsee der atlantische Stör (A. Oxyrinchus). Auch in die Oder und in deren Nebenflüssen wurden seither rund 35000 Tiere entlassen.
 

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Man kann nur hoffen, dass die Versuche, diesen wunderschönen, urzeitlichen Fisch wieder anzusiedeln, Erfolge zeigen. Dieses Unterfangen ist schwierig genug und erfordert übergreifende Maßnahmen aller Beteiligten. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres 2014 wurde dazu wieder ein Schritt in die richtige Richtung getan …
 
Weitere Informationen zum Stör gibt es auch in unserer Fischdatenbank.
 
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In unserem Angler Online Forum findet ihr weitere interessante Beiträge rund um den Angelsport.
 
Gruß und Petri Heil H.Günter

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