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Jan 20

Fischbetäuber

In unserem Forum findet man ausser Usern die dem eigentlichen Hobby „Angeln“ frönen auch eine stattliche Anzahl von Leuten die darüberhinaus mit handwerklichem Geschick, Liebe und Hingabe, in stellenweise sehr aufwändiger und zeitintensiver Arbeit, kleine „Helferlein“ selbst herstellen, Reparaturen durchführen etc.
Hier möchten wir euch die eine oder andere „Bastelarbeit“ vorstellen. Vielleicht können wir ja den einen oder anderen dazu animieren auch mal selbst tätig zu werden, verborgene Talente zu entdecken um uns dann im Forum das Ergebnis seiner „Handarbeit“ zu präsentieren.
Im weiteren Verlauf zeigen wir euch die Herstellung von „Fischbetäubern“. Durchgeführt und beschrieben von Klaus „der alte Barschzocker“ Garnatz.

Auf Grund einer lieben Bitte habe ich hier mal das Entstehen der beim AO-Treffen offensichtlich angekommenen Fischtöter dokumentiert.
Da ja die Form im Holz bereits vorhanden, aber noch verborgen ist, muß man sie lediglich herausholen. Das läßt sich am besten auf einer Drechselbank bewerkstelligen.
Wie das Holz vorher aussieht ist eigentlich schnuppe. Es sollte lediglich so eingespannt werden, daß die Unwucht nicht zu groß ist und natürlich längs der Faserrichtung.
Verwendet wurden: Ein Stück Terrassen-Unterkonstruktionsholz aus Bangkrai und ein Stück Schippenstiel aus Buche.
Zuerst wird rundgedreht:

 

Dann wird die Form gesucht…. Was heißt, man sollte vorher bereits im Kopf ein halbwegs genaues Bild von dem Prachtstück haben, wie: Abgesetzter oder übergehender Handgriff, Gewichtsverteilung, Handlichkeit, Transportlänge usw.
Auf den Herstellungsprozeß an sich will ich jetzt und hier nicht eingehen. Nur soviel. Das Holz wird nicht geschabt, es wird geschnitten. Also nicht ganz so einfach und nicht umsonst ein (leider aussterbender) Handwerksberuf mit drei Jahren Lehrzeit.

 

Danach wird die ausgearbeitete Form natürlich geschliffen, mit optisch ansprechenden Verzierungen versehen, wieder geschliffen, geölt und poliert…

  

Dann noch einer für etwas größere Beute. Hier wurde teilweise Mahagoni-Beize eingesetzt und die Rundkehlen verzinnt. Das heißt, daß die Kehle glatt geschliffen und dann ein Stück Stangenzinn an das rotierende Werkstück gedrückt wird, bis die Reibungswärme dasselbe zum Schmelzen bringt. Wenn Druck und Temperatur optimal sind, entsteht aus dem schmutzigen Silberweiß in der Kehle ein glänzender Streifen. Voila !

Beide fertigen Teile sind natürlich nirgendwo anders erhältlich, handgearbeitet und absolute Originale….
Wie lange man dafür braucht? Das richtet sich nach den persönlichen Fertigkeiten des Einzelnen.
Das ganze Theater hat bei mir gut zwei Stunden gedauert (mit Ausfegen – die Späne fliegen wirklich überall hin…)
In der Hoffnung, daß sie nach der Kältewelle ihren Zweck erfüllen und ihrem Besitzer viel Freude machen…

Somit schließe ich für diesmal.

Euer „alter Barschzocker“

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