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Okt 06

Herbst-Hechte …

Edersee1
 
Die Evolution und der immerwährende Überlebenskampf haben eine innere Uhr der Hechte entwickelt, die zuverlässig funktioniert. Wenn die Tage kälter und kürzer werden, das Laub sich verfärbt und schließlich von den Bäumen fällt, entwickelt Esox einen gesegneten Appetit, denn er weiß: Der Winter wird kalt und lang und da heißt es vorsorgen und Reserven anlegen – nicht zuletzt auch wegen der dann beginnenden Laichzeit.
 
Der große Appetit der Räuber ist unsere Chance, in der kalten Jahreszeit erfolgreiche Tage zu erleben. Aber ganz so einfach ist es denn doch nicht: Wir müssen sie erst einmal finden ! Hechte bevorzugen mit sinkenden Temperaturen grundsätzlich die tieferen Wasserschichten. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel: Erfolgreich ist, wer ermitteln kann wo sich die Futterfische aufhalten. Und dies können tagsüber durchaus auch mal die flacheren Stellen sein, die sich schneller erwärmen.
 
Hecht 82 12.5.14
 
Da die Hechte in dieser Jahreszeit ständig hungrig und auf Nahrungssuche sind, muss man sich über Tageszeit und Wetter nicht allzu viele Gedanken machen. Wobei man einen Ausflug bei klarem sonnigen Wetter und Sonnenschein aber doch eher in die Morgen- und Abendstunden verlegen sollte. An bedeckten trüben Tagen lohnt sich ein Ausflug eher in den Mittagsstunden wenn die Außentemperaturen etwas steigen und sich auch mal die Sonne zeigt.Trübes Wasser verringert aber grundsätzlich unsere Fangchancen, weil der Augenräuber seine Beute schlecht erkennen kann. Zwar registriert er Bewegungen und Geräusche auch über das Seitenlinienorgan, sodass Rasselwobbler oder Spinner / Blinker die Druckwellen erzeugen auch einen Versuch wert sind, aber in der Regel ist er zu faul, sich auf die Suche zu machen um diesen Ursachen auf den Grund zu gehen …
 
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Der Hecht als Augenräuber greift seine Beute vorwiegend von unten an. Dies bedeutet, dass wir unsere Köder immer so anbieten sollten, dass er sie möglichst über sich im Blickfeld hat. Hier heißt es experimentieren. Es gibt durchaus auch Tage, da halten sich die Hechte hartnäckig am Grund auf und es kann sich lohnen, den Köder entsprechend tiefer anzubieten und z.B. einen großen Gufi zu jiggen. Aber mit einem Köder im Mittelwasser, gemächlich geführt, macht man im Herbst nicht viel verkehrt.
 
Die alte Anglerweisheit, in der kalten Jahreszeit größere Köder zu benutzen resultiert wohl daraus, dass Esox dann lieber einen dicken Happen nimmt anstatt viel Energie darauf zu verwenden vielen kleinen Fischen hinterher zu jagen. Gerade die Kapitalen sind recht faule Gesellen, die energiezehrende Jagden vermeiden und lieber einen toten Fisch vom Grund aufsammeln oder einen großen langsam geführten KuKö attackieren.
 
Auch wenn ich persönlich die ganz großen Kunstköder nicht mag, zeigen doch entsprechende Erfolge, dass Esox im Herbst und Winter auch Gufis und Wobbler jenseits der 20-30cm-Marke nicht verschmäht. Aus seiner Sicht eine lohnenswerte Beute ohne viel Energie zu verbrauchen …
 
krauthecht
 
Immer wieder werden gerade in dieser Jahreszeit auch mit Köderfisch schwebend oder am Grund stattliche Exemplare gefangen. Fische, die nicht flüchten sind eine leichte Beute. Der Köfi darf nun auch etwas größer ausfallen.
 
Eder früh
 
Der Herbst bietet uns die Chance, inmitten der buntgefärbten Natur erfolgreich den großen Räubern nachzustellen. Wer jetzt mit etwas Experimentierfreude und Geduld loszieht, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit einen ordentlichen Esox auf die Schuppen legen. Dazu wünsche ich euch ein kräftiges Petri Heil !
 
Noch mehr Interessantes rund um unser schönes Hobby findet ihr in unserer Angler-Online-Facebook-Gruppe. Wenn ihr in lockerer Art unter Gleichgesinnten mitmachen wollt, tretet einfach unserer Gruppe bei.
 
Gruß und Petri Heil H. Günter
 

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