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Jan 16

Kleine Geschichte des Angelsports

Die kleine Geschichte des Angelsports.

Wenn ich jetzt  schreiben würde, das Angeln ist so alt wie die Menschheit, würde ich mit einer Lüge anfangen. Der Anglerfisch „angelte“ schon eher.

Da ich aber den Angelsport meine, ist es schon treffender, es auf  die Menschheit zu beziehen.  Treffend aus dem Grund, da prähistorische Funde aus der Steinzeit einfachste Angelgeräte wie den Haken aus Knochen, Stein und Gräten dies beweisen. Meister Großstirn wollte an die schwimmenden Früchte des Wassers.  Die Angelgeräte  sind  dann in der Bronzezeit  perfektioniert worden, sie ähnelten schon stark den uns heute bekannten Haken. Sie waren aus Metall. Doch ich möchte mich nicht an der Enstehung des heutigen Angelgerätes festnageln lassen.

Es ist sicherlich falsch in der Ur- Geschichte des Menschen vom Angelsport  zu schreiben, diente doch das Angeln der Nahrungsbeschaffung und Anerkennung in der Sippe. Es wurde mit Speer, Pfeil und Bogen, Fischzäune, sogar Netzen und primitiven Reusen den silbernen Sattmachern nachgestellt.

Der Fisch selber gelangte sehr schnell zu mythischer Bedeutung. Das Christentum nahm sich seiner im Symbol an, was heute noch der Fall ist. Im Mittelalter entstanden sogenannte
„ Fischgerechtsame“  diese regelten den Fischfang vor Ort. Damalige Prominente wie Karl der Große legten um und an ihren Residenzen, Fischteiche an. Schnell hatte der Fischfang einen Rang, der nur den gehobenen Stand von Fürsten, Königen und anderen gut betuchten Leuten zustand.

Aber auch dies geriet außer „Mode“ wenn ich es so nennen darf. Die damaligen Fischereirechte wurden verkauft, vermietet oder abgetreten. Es entstand der uns heutige Beruf des Fischers, würde ich behaupten. Die begünstigten brachten nun ihren Ertrag zu Hofe und Markt um ihn zu verkaufen oder damit zu handeln. Schnell wurde sich unter  Gleichen zusammengeschlossen,  Zunft und Bräuche entstanden, jeder musste sich diesen unterwerfen. Den gemeinen Volke wurden ebenfalls, gewisse Rechte zugesprochen, im Notfall des Hungers durften sie gewisse Stückzahlen an Fisch entnehmen, allerdings solange es sich nicht um Edelfisch handelt.

Der Zeitraum des Minnesangs ist ausgesprochen, wichtig für uns heute. Denn in dieser Zeit wurde die ersten Aufzeichnungen des deutschen Angelsportes schriftlich niedergelegt. Ich schreibe hier von der Manessischen Handschrift. Dies ist eine Sammlung von Minnegesang  die vom Ritter Rüdiger Manesse und Junior bekunden. Diese sind mit kostbaren Miniaturbildern versehen, welche zeigen, die ältesten deutschen Urbekundungen des Angelsports. Ein gewisser Ritter Niuniu der mit seiner edlen Dame in einem Boot dümpelt, umgeben von Karpfen, Aal, Hecht und Barsch. Literarisch wäre auch Gralskönig Titurel zu erwähnen(Na dämmert es? Hat die Schale vom letzten Abendmahle erhalten von dem Christus….anderes Thema). Zurück.  Also ein bedeutender  höfischer Reim wurde von Wolfram von Eschenbach niedergeschrieben und zwar vom Königssohn Schionatulander, dieser  steht mit der Vederangel  im schnellen, klaren, kühlen Bache und angelt mit der Fliege auf Äsche und Forelle. Hier kann man ohne Wenn und Aber  vom Angelsport reden, ein Königssohn der nicht aus Hunger und Überleben angelt im 11 Jahrhundert. Es folgten nun viele weitere Bekundungen.  Zwischen 12.und 13.Jahrhunder t wurde schon unterschieden zwischen Hantangele und Vlotenangele. Im 14 Jahrhundert  wurde im Rechtsbuch des Mittelalters , den sogenannten ‚Sachsenspiegel‘ ein Angler abgebildet. Es gibt noch einige Darstellungen aus dem Mittelalter die unterstreichen, sportliches Fischen war  ein ritterlicher Zeitvertreib, kein Erwerbsanliegen und nicht mit der Jagt zu vergleichen. Wurde wer  vom Gesindel beim fischen in verbotenen Gewässern erwischt, trug dies nicht unbedingt die Folgen des Wilderns nach sich.

Im Jahre 1563 wurde erstmals  ein „Buch“ als solches, über den Angelsport geschrieben. Ein Feuerwerk für uns Petrijünger. Nicht das es das erste überhaupt war, eine Landesgenossin Lady Diana Bernes  brachte schon 1496 eine Niederschrift oder Buch über das angeln der Adligen heraus. Zurück zu Walton.  Dieses Werk zählt heute zur Weltliteratur. Geschrieben von dem Engländer Izzak Walton, der übrigens auch ein guter Kumpel von Shakepeares war, sein Werk heißt  „ The Complete Angler or The  Contemplative Man’s Recreation“. Übersetzt in unsere Sprache wurde dieses Werk 1859.  Eh es sich in Deutschland so richtig als Trend entpuppen sollte vergingen noch etliche Jahre. In vielen Jagtbüchern wurde das Thema nur angerissen. Der Angelsport wurde an sich nur von der Einzelheit ausgeführt. Angel und Zubehör waren Selbstbauten. Anleitungen zum Bau des Angelzeug waren  schon da, das verflechten von Rosshaar zu Schnüren, Köderangebote und der Bau von brauchbaren Ruten waren detaliert beschrieben.

Willkommen im 19 Jahrhundert. An Werken dieser Epoche können wir uns heute „totschmeissen“, als Klassiker gelten heute noch Lektüren von Jhon Horrocks „ Die Kunst der Fliegenfischerei“,  Angelsport  von Baron Ehenkreutz etc.  Max von dem Borne und Dr. Karl Heintz seien unbedingt noch  zu erwähnen. Sie räumten in ihren umfassenden Werken mit der Unterbewertung und Missbilligung des Angelsports auf. Ein geschichtlich wichtiger Mann war Dr. Horst Brehme, er war der erste Präsident und Ergründer des Deutschen Anglerbundes und setzte sich für Einführung des Turnier und Castingsportes ein. Nun zur Entstehung der einzelnen Verbände, die sich nach dem 1. Weltkrieg  entwickelten, möchte ich nicht allzu viel schreiben, es würde auch den Rahmen sprengen. Nenneswert wären viele. Wie  die ADA  (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Anglerbünde) oder  der Deutsche Arbeiter Anglerbund, angefangen mit 4 kleinen Vereinen(100 Mann) in Berlin, wuchs er auch unter faschistischen Einfluß auf 7400 Mitglieder an.  Ab 1933 wurden  Sportverbände und Arbeiteranglerorganisationen aufgelöst und in den Reichsverband Deutscher Sportfischer umgemünzt.  Nach dem 2. Weltkrieg, sammelten sich wieder die Angler, diesmal unter dem Verbänden des  Deutschen Anglerverbandes und dem Verband deutscher Sportfischer. Dem industriellen Ausbau, der kommerziellen Angelei, sei das heutige Dankeschön unserer Vielfältigkeit ausgesprochen, mit der wir unser Hobby betreiben. Ganze Bücher könnte man füllen, wenn man über die Entstehung und Weiterentwicklung der Angelmethoden schreiben würde.  Doch das wäre ein anderes Thema  vom >> Knochen zum Titanhaken << .

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