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Sep 09

Mein Arbeitseinsatz

 

An einen Samstag war es wieder soweit, wie jedes Jahr trifft sich unser Angelverein zur gemeinsamen Gewässerpflege an unserem See, immer ein Event das man sich geben muss!!!.
Hier einpaar Daten damit man eine Vorstellung der Größe hat.

 

  • Wasserspiegelhöhe:
    161 m ü. NHN
  • Speicherraum:
    5-6 Mio. m³
  • Speicheroberfläche:
    65-70 ha
  • größte
    Wassertiefe: 13 m
Mit meiner Frau war ich der Meinung, wir sollten den allerersten Termin im Jahr wahrnehmen. Da dieser See auch ein Badesee ist, brauche ich nicht zu schreiben wie der sich in einer Saison Faunartig verwandelt. Im Hintergedanken hatte ich aber den Winter. Im Winter badet niemand und das Angeln ist selbst für Scheinlose (Schwarzangler) eher begrenzt aussichtsreich. Somit dürfte der Arbeitseinsatz sehr relaxt ausfallen. Zu diesen Grundgedanken kommt noch das gute Wetter in Erwägung, nicht zu warm und nicht zu kalt, kurz es wäre Perfekt diesen ersten Termin wahrnehmen zu können und wir als erste Fleißmeisen mit weniger Arbeit belohnt.

Wie aus meiner Überschrift zu erkennen, hat es geklappt. 6 Uhr aufstehen obwohl Samstag ist. Nach einer arbeitsreichen Woche auf Montage liebt man jede Sekunde des Ausschlafens. Mit einer blauen Mülltüte und einem Müllgreifer bewaffnet ging es in Richtung Wasser mit dem Auto los. Kurzes Absprechen auf dem Parkplatz am See, gefolgt von einer Arbeitseinteilung. Ein ellenlanger Marsch zum Angelplatz (dies ist übrigens ein großer Makel von unserem Vereinsgewässer). Viel Material, viel Schweiß ist meine Devise. In Mission der Müllsammler darf man aber in die Nähe fahren (immerhin 250 m zum Ufer). Bei diesem Einsatz dürfen wir natürlich den ganzen See bereinigen und nicht bloß das Drittel was wir beangeln dürfen.

Dieser Teil ist der, wo Geäst und Dauerschatten des Waldtypischen Daseins, jeden das baden versaut und der Vogel die Lust am brüten verliert.
Für Angler reicht das. Immerhin sollte man dort seine Ruhe beim Angeln haben und der FKK lässt sich auch super einsehen mit einem Fernglas.
Allerdings muss man da eh 2x mit seinem ganzen Kram beschimpft durch, wenn man auf seinen Angelplatz will und somit kennt man das eher fragliche Angebot für das Fernglas eh. Zurück zum Arbeitsgebiet.
Jaaa sogar die grüne Ökozone des Vogelnistbereiches wird uns bereitwillig zur Säuberung freigegeben, es schwemmt sich da einiges an. Das wir keinen Halm oder wichtigen Pilz dabei umtreten dürfen ist klar.
So kamen wir an das Ufer, zu meiner Verwunderung musste ich Sandburgen erblicken. „Na war ja auch schön die letzten Tage“ dachte ich mir.
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An die Bedenken eines Users aus unserem Forum über die Einführung der Wegwerfgrills musste ich auch denken, nachdem ich die ersten drei, durch ihren Namen animiert weggeworfen, in den Müllsack befördert hatte. Von da an klapperte meine Müllzange unaufhörlich wie eine Schreibmaschine, T-Shirts, Socken und andere Kleidungsstücke ,die dem roten Kreuz entgangen sind, landeten in unserer Mülltüte, die meine Frau angewidert neben mir her trug.

So ging es weiter und weiter der Arsch (Entschuldigung) der höchste Punkt, nur am bücken.
Um den eh kargen Baumbestand und Schattenspender auf den Badeseiten, brauchten wir uns keine Müh des Verschneidens zu machen,
viele fleißige Jugendliche haben sie für das Lagerfeuer umgelegt oder teilweise zum trocknen fürs nächste Mal umgeknickt. Praktisch.
Die zur Aussicht einladenden eigentlich recht gut verankerten Holzbänke, mussten auch nicht neu gestrichen werden, die wurden auch gleich mit angekokelt und haben so für eine warme mollige Nacht gesorgt. „Was habe ich nur wieder für ein Glück!!!“, gerechnet habe ich erst im Sommer damit. Aber schließlich sind die Nächte ja jetzt kalt.

Im Abschnitt des zweiten Kilometers wurde es dann wieder Interessanter. Nicht das wir zwischendurch wieder Aufrecht gegangen wären. Aber so nach 10 blauen Säcken(meinerseits) ist das Auge geschärft und geschult. Und somit habe ich auch als erster den nicht uns gehörenden Müllsack entdeckt.
Tiere sind auch Neugierig, deshalb war der Inhalt schon ausgebreitet und ich musste nicht einmal rätseln. Eine frischgebackene Mutti musste irgendwo dort im Wald wohnen, und der böse Fuchs hat ihr doch tatsächlich die mühsam gesammelten Windeln geklaut. Ca 30 Windeln!
Wie lange man da sammeln muss!!!
Bei den Autoreifen wusste ich aber, dass es nicht der Fuchs war, aber immerhin kann man die vor sich herrollen, wenn man muss .
Ich hätte sie auch nicht mit der Müllzange greifen können.
Endlich trafen wir auch die anderen Vereinskollegen, die dabei waren die Umstrukturierungsarbeiten unserer Jugend rückgängig zu machen. Logisch, die haben sich gewundert was eine Treppe da im Hang soll, die auch noch ins Wasser führt. Macht ja so eigentlich keinen Sinn.
Schnell eine Rutsche gebaut und alle haben Spaß. Der Müll der hier rum lag (hing) war wenigsten schon einmal in Müllbeutel verpackt und so hoch im Geäst verteilt das der Fuchs keine Chance hatte, den zu klauen.Clevere Leute gibt es.
Unsere Gewässerhinweisschilder wurden als Schippe oder Paddel missbraucht. Ich gehe davon aus das bei diesem verspielten Haufen Kinder, eh keiner lesen kann oder es versucht hätte.Wem interressiert denn überhaupt wer hier putzt und fegt oder angelt. Niemand.
Leider musste ich feststellen, das auch unter Anglern vergessliche Leute sind. Schlimm fand ich die vergessenen Wurmdosen, die armen sind leider im Winter erfroren und haben sich in nichts aufgelöst.Schade. Ein unachtsamer Nachtangler hat sein Messer im Uferbereich steckend neben seinen Knicklichtern vergessen, ein Grund zur Freude. Doch nicht, als ich das Filetiermesser aus dem Kies zog fehlte ja die Hälfte der Klinge. Ärgerlich.
Wenigstens habe ich erfahren auf was im See die Karpfen beissen. Einige aufmerksame Angler haben als Tipp die leider leeren Boilietüten zurückgelassen.
Mais ist ein absoluter Renner hier, so viele Dosen in verschiedenen Roststadien und Uferhöhen (selbst am Baum) zeugen von einer guten Saison.
Das gefundene Flavour hatte der Frost unbrauchbar gemacht was ärgelich ist bei den Preisen. Schnell noch einen zerfetzten Gummifisch rausgefischt und gut. Ich sollte noch erwähnen das unser Arbeitseinsatz sehr aufmerksam von Freunden der Vogelwelt mit dem Fernglas beobachtet wurde. Natürlich nur für den Fall das ein Ei aus dem Nest gefallen wäre oder wurde, so wäre ja zum Glück auch gleich Hilfe da gewesen. Hilfe für das Ei, nicht die Hilfe zum aufräumen! Ist wirklich sehr Interessant so ein Arbeitseinsatz, wer es nicht kennt sollte es mal ausprobieren. Ihr werdet überrascht sein.

Wenn ihr über Erfahrungen berichten, wollt dann kommt zu uns in das Forum.

Petri Heil Dominik.

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