«

»

Jan 22

Still ruht der See …oder: wie unsere Fische überwintern

Jedes Jahr, wenn der Winter Einzug hält und sich die erste dünne Eisschicht auf unseren Angelgewässern bildet, ist für viele von uns die Zeit gekommen das Jahr angeltechnisch zu beenden.

Man kümmert sich um seine Ausrüstung, pflegt Ruten und Rollen, füllt verbrauchtes und verloren gegangenes wieder auf, und wartet auf den Frühling und den Beginn der nächsten Angelsaison.

Nun kehrt auch Ruhe am und im Wasser ein. Die Fische drosseln mit der sinkenden Wassertemperatur ihren Stoffwechsel und alle Körperfunktionen laufen nun auf „Sparflamme“ um die lange kalte Zeit zu überbrücken.

Werfen wir mal einen Blick unter das Eis, um zu sehen, wie unsere geschuppten Freunde überwintern.

Viele von ihnen haben sich im Sommer und Herbst eine ordentliche Fettreserve angefressen und einige von ihnen bereiten sich nun auf das Laichgeschäft vor.

Die meisten Fische ziehen sich nun in die tieferen Zonen des Sees zurück, wo die Wassertemperatur immer  +4° C beträgt, denn bei dieser Temperatur hat Wasser die größte Dichte, ist also am schwersten.  Der Rest des  Wassers, egal ob wärmer oder kälter „schwimmt“ auf dieser Wasserschicht.  Man nennt  das Anomalie des Wassers. Ein geschickter Schachzug von Mutter Natur, denn so ist gewährleistet, dass ein stehendes Gewässer mit entsprechender Tiefe niemals durchfrieren kann und dessen Bewohner selbst den härtesten Winter überleben können.

Unsere Tinca tinca (Schleie) hält sogar einen richtigen Winterschlaf. Aus diesem Grund sind auch die Bisse der Schleie im Frühjahr längst nicht so zögerlich und vorsichtig wie im Sommer oder Frühherbst, denn nach dem Winterschlaf ist sie regelrecht ausgehungert.

Karpfen liegen dicht aneinander gedrängt am Boden und verfallen in eine Art Winterstarre, während Barsch, Hecht und Zander in Grundnähe gemächlich umherziehen.  Eine langsam vorbeiziehenden Köder würden sie wohl kaum verschmähen, aber auf eine lange und energiefressende Jagd wird sich jetzt keiner dieser Fische einlassen. Das Risiko leer auszugehen und unnötig Reserven verbraucht zu haben, wäre einfach zu groß.

Rotauge und andere Weißfische treiben wie bewusstlos in Gruppen in Grundnähe.

Aal und Waller graben sich ein, sodass nur noch der Kopf aus dem Schlamm schaut. Der Waller bekommt außerdem eine fleckige dicke Schleimschicht, eine Art „Winterfell“.

Also gönnen wir unseren schuppigen Freunden ihre wohlverdiente Winterruhe, auf dass sie sich ungestört fortpflanzen können.

Petri heil   Volker

Zur Werkzeugleiste springen