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Sep 19

Taschenofen und Co.

An Tagen wo es noch gefühlte -50 Grad an den Gewässern gibt, steigen bei mir nach den 5.mal Köder wechseln, die Fingerkuppen aus.
Kalte Füße sind schon schlimm ,aber kalte steif gefrorene Finger beim Angeln sind so ziemlich das Letzte was man beim Anknoten, Einwirbeln und Vorfachbinden gebrauchen kann.

Mit dem nachfolgend vorgestellten Taschenöfen und Gel –Wärmekissen an den entsprechenden Stellen -gehören z.B. kalte Finger, Füße u. s. w . der Vergangenheit an.
Das Gel-Wärmekissen.

Das Gelwärmekissen enthält eine chemische gelartige Substanz und ein Metallplättchen. Durch Knicken des Metallplättchen wird ein chemischer, Wärme erzeugender ,Prozess ausgelöst.
Das Gel verfärbt sich dabei und wird knochenhart.
Es wird für ca. 5 -7 Stunden eine Wärme erzeugt, die bis zu 50 Grad Celsius erreichen kann.

Das Gel ist eine übersättigte Natriumacetat-Lösung (chemisch: Natriumacetat-trihydrat).
Es ist ein Salz der Essigsäure.
Diese Lösung ist eigentlich instabil, sie möchte eigentlich auskristallisieren.
Dazu braucht sie Kristallisationskeime, sprich einen Auslöser um den sich dann die Kristallisation ausbildet.
Das kann ein Feststoffteilchen sein oder aber, wie hier, eine Druckschwankung/Drucksprung.
Diesen Drucksprung erzeugt man durch das Knicken des leicht gebogenen Plättchens/Stäbchens (je nach Ausführung).
Bei diesem Drucksprung/Knicken wird die instabile Lösung an dieser Stelle gestört, so dass sich dort ein winziger Natriumacetatkristall bildet.
Dieser wirkt dann als Kristallisationskeim um den sich die weitere Kristallisation fast kreisförmig ausbildet.
Bei dieser Kristallisation wird die sogenannte Kristallisationswärme frei, da die energetisch angereicherte (instabile) Lösung nun in einen energetisch niedrigeren Zustand (Kristall) wechselt.
Das Kissen wird dann maximal 58°C warm, weil die Kristallisationswärme auch der Schmelzwärme entspricht.
Diese Schmelzwärme beträgt bei Natriumacetat eben 58°C.
Natriumacetat ist ungiftig, falls also mal so ein Kissen auslaufen sollte, ist dies unbedenklich, in die
Es wird für ca. 5 -7 Stunden eine Wärme erzeugt, die bis zu 50 Grad Celsius erreichen kann.
So ein Gel-Kissen kann mehrere hundert mal wieder verwendet werden. Um es zu reaktivieren, muss man es für „kochen“ – in heißes Wasser , also mindestens auf diese 58°C wieder erwärmen.Das Gel-Kissen ist wieder einsatzbereit, wenn das Gel flüssig ist und wieder die Ursprungsfarbe angenommen hat.

Fazit: So ein Wärme –Gelkissen ist schon eine saubere Sache.
Das Wärmekissen (die Chemikalien) aber unterliegen einen Alterungsprozess – die Wärmeleistung und -Dauer nimmt mit der Zeit ab.
Das Gelkissen ist gegen Stoß und Druck -außer gegen Stiche mit spitzen Gegenständen- unempfindlich.

Der Benzin-Taschenofen
Der Benzintaschenofen sieht einem Benzinfeuerzeug zum verwechseln ähnlich.

Wie bei einem Feuerzeug wird Watte welche sich in einer Art Tank befindet mit Feuerzeugbenzin getränkt.

Anders als bei einem Feuerzeug ,werden die Benzingase nicht über einen Docht, sondern durch einen porösen, durchlässigen, hitzebeständigen Stein „ähnlich dem Sauerstoffstein im Aquarium“ zu einem mit Platin beschichteten Drahtgewebe dem Glüh-Wärmemedium geleitet.
Platin gewährleistet eine sogenannte katalytisch vollständige Verbrennung, sprich alle kohlenstoffhaltige Bestandteile des Benzins verbrennen zu Kohlendioxid, welches ja geruchslos ist.
Das Benzin verbrennt an diesem Gitter völlig geruchs- und rückstandslos,
Das Platin wird dabei nicht verbrannt/verbraucht.
Damit man lange an so einem Ofen Freude hat, sollte man dieses Gitter nicht mit den Fingern berühren (Säuregehalt der Haut) oder sonst wie die Platinschicht beschädigen.
Nachdem die Glühfläche durch eine andere Feuerquelle zum Glühen gebracht wurde –glüht sie selbst
ständig durch die aus dem „Stein „ geringfügig austretenden Benzingase -ohne lodernde Flamme – weiter und erzeugt Wärme.
Zum Schutz des Benutzers gegen ein Verbrennen sowie der Kleidung- wird über dem glühenden Geflecht, wie beim Feuerzeug ein Deckel gestülpt welcher wegen der Sauerstoffzufuhr -durchlöcherter ist. Ein Transportsack aus Stoff bietet weiteren Schutz.

Fazit
Der Taschenofen ist sehr robust und hält selbst sehr starke Belastungen stand
Die Brenndauer liegt, bei nur sehr geringer Geruchsbelästigung (Benzingeruch), bei 3 -5 Stunden und lässt sich durch Nachtränken der Watte an Ort und Stelle mit Benzin jederzeit verlängern.
Für ausreichend Sauerstoff –für die Verbrennung ist zu sorgen
.Vorsicht – der Taschenofen (kopf) wird sehr heiß.
Ein Nachfüllen sollte nur bei erloschenen und abgekühlten Ofen (Verbrennungsgefahr –Stichflamme) erfolgen.

Der Kohle-Taschenofen:

Der Kohletaschenofen sieht aus wie ein zu klein geratenes Klapp -Brillenetui welches mit einem
Hitze beständigen, nicht brennbaren Material aus Glasfaser oder Keramischen Fasern gefüllt ist.
In dieser Füllung ist eine längliche viereckige Form ein gearbeitet .

In dieser Form wird ein Kohlepressling , dem ein Sauerstoffträger (Nitrat) beigemischt ist– eingelegt. Zur Wärmeerzeugung wird dieser an einer Seite angezündet .

Für die Sauerstoffzufuhr hat der Taschenofen an den schmalen Seiten je eine kleine Öffnung.
Es wird für die Verbrennung ,bedingt durch den beigemischten Sauerstoffträger ,nur wenig
Sauerstoff benötigt.
Somit ist eine Funktion auch in einer fast luftdichten Umgebung –wie z, B. In der Regenjacke gegeben.
Der Kohletaschenoffen wird schnell warm.
Er erzeugt bei leichter Geruchsbildung eine Wärme bis zu 60 Grad und hält die Wärme bis zu 5 Stunden.
Eine Verlängerung der Heizdauer ist durch das Einsetzen eines neuen Kohlepresslings jederzeit möglich
Fazit :
Der Kohle-Taschenofen ist ebenfalls sehr robust. Die Brenndauer von 4 bis5 Stunden ist in Ordnung.
Es ist darauf zu achten, dass die Reservebrennstäbe trocken sind.

So nun liebe Leser habt ihr die Qual der Wahl!

Juup/XL7/Oldman

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