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Feb 24

Tuning für Spinner und Co.

 

Der gute alte Spinner ist immer noch einer der besten Kunstköder. Von A wie Aland bis Z wie Zander lassen sich Räuber immer wieder durch das rotierende Blech verführen, deshalb liegen sie bei mir in der Tacklebox immer noch ganz weit oben …

 
Gute Spinner sind nicht billig und ein aufgebogener oder abgebrochener Drilling läßt sich bei vielen Modellen wie Mepps etc. nur durch das Abkneifen des Hakens und den Anbau eines neuen Drillings ersetzen.

Wenn nun der Ersatz eines Drillings ansteht, lassen sich ohne großen Aufwand einige fängige Verbesserungen durchführen. Natürlich kann man auch kleinere Spinner in dieser Art präparieren.

 
Was brauchen wir dazu an Material ? Seitenschneider, Drillinge, Snaps, Kordel, Nylonfäden, Silikonschlauch oder Pelletringe aus Silicon, Schere, ggf. Sekundenkleber…
 
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 Zuerst den alten Drilling mit einem Seitenschneider an der Öse aufschneiden, aufbiegen und abnehmen – Vorsicht Verletzungsgefahr ! Dann einen Snap oder Sprengring am Spinner anbringen …

 
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Am Spinner befestige ich einen stabilen Snap mit dem kurzen Ende (ich nutze meist stabile Profi Blinker Snaps in XXX-Strong). Hierfür eignen sich keine Billigprodukte, da der Snap ggf. auch mal den Hechtzähnen standhalten muss. Der längere Teil des Snaps nimmt später den Drilling auf – so wird ein späterer Austausch des Drillings zum Kinderspiel …
 
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Den Drilling haben wir bereits vorbereitet. Ja nach Zielfisch nutze ich stabile VMC-Barbarian-Drillinge in verschiedenen Größen … Wir schneiden uns mehrere ca. 8-10 cm lange Stücke aus unseren Silikon-Fäden. Farbe, Material und Durchmesser können beliebig variieren, hier könnt ihr eurer Phantasie freien Lauf lassen. Ich habe beste Erfahrungen mit 0,5mm Silikonfäden gemacht, die im Wasser eine sehr schöne Aktion zeigen. Es gibt sie im Bastelzubehör in vielen Farben. Als fängig haben sich gute Kontraste erwiesen.

 
Wir ziehen die einzelnen Fäden durch die Öse des Drillings und befestigen das ganze am Drillingschaft, indem wir den kleinen Silikonschlauch oder Silicon-Pelletring von der Öse aus über den Schaft ziehen. Ebenso gut funktioniert dies mit einem Stück Schrumpfschlauch. Wenn alle Fäden gerade sitzen, fixieren wir das ganze mit einem Tropfen Sekundenkleber.

 

 

 

 

 

Hier nochmal mit Einzelhaken und Schrumpfschlauch – an manchen Gewässern sind Drillinge nicht zugelassen …

 

 

…und hier eine Version mit Krautschutzhaken …

 


 

Natürlich kann man auf den Snap auch verzichten und den Drilling direkt am Sprengring befestigen, oder man verzichtet auf den Sprengring und befestigt den Drilling mit dem Snap direkt am Kunstköder …
 

Aber der durch Sprengring + Snap verlängerte Teil produziert weniger Fehlbisse und die Aussteiger-Quote wird erheblich reduziert. Zudem wirkt der Köder im Wasser optisch wesentlich größer als er ist und ist somit auch für größere Räuber interessant. Das Laufverhalten wird nicht negativ beeinflusst und auch der Schnurdrall wird verringert.
 

 

Das ganze funktioniert natürlich auch mit allen anderen Blechködern wie Blinker, Zikaden etc.

 

 

… oder auch an Wobblern …

 

 

… hier am Spro Power Catcher Plus Crank-T … Bei kleinen Wobblern sollte man ggf. sehr kleine Snaps sowie weniger oder kürzere Fäden verwenden, damit der Lauf nicht beeinträchtigt wird …
 

 

Spinner, Kinetic Goby Meerforellenwobbler und Savagear Larvae …

 

 

Hier mal ein Versuch mit einem Rapala Minnow Spoon Krautwobbler, natürlich ohne Drilling. Die Fäden wurden mit einem Stück Schrumpfschlauch befestigt und mit einem Tropfen Sekundenkleber fixiert …

 


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Wem das eintönige Outfit seiner Blechköder nicht mehr gefällt oder wenn der Glanz mit der Zeit verloren gegangen ist, kann dies sehr leicht und preiswert mit stark reflektierenden Folien abgeändert werden. Die Folien gibt es in allen Farben und Mustern preiswert im Netz (Suche: Reflexfolie). Die modernen Folien imitieren hervorragend die Schuppenmuster der Fische und sind für die Räuber weithin sichtbar …
 


 
An Werkzeug brauchen wir lediglich die Reflexfolie, einen Stift und eine Schere …
 

 

 
Einfach das Spinnerblatt oder den Blinker auf die Folie legen, anzeichnen und passend zuschneiden, die zu beklebende Stelle gut reinigen und entfetten, dann die Folie aufkleben und gut andrücken – hält bombenfest.
 

 

Es gibt Angler, die sind fest davon überzeugt, dass manche Räuber auf Fischaugen fixiert sind und den Angriff darauf starten … wer daran glaubt, kann mit 3D-Augen in verschiedenen Größen die Köder interessanter gestalten …
 


 

Ich habe mit den hier beschriebenen Montagen erfolgreicher gefischt als mit den Standard-Ausführungen, vor allem auf Großforellen, Hecht und Barsch. Der kleine Aufwand für die Bastelei kann sich also durchaus lohnen.
 
Räuber kennen die farbigen – oftmals roten – Schwanzflossen von ihren Beutefischen und ebenso die oftmals stark reflektieren „Schuppen“. Kleine Modifikationen, die gerade an schwierigen Tagen fangentscheidend sein können …

 

… hier mal eine kleine Auswahl meiner letzten Winterbastelei: Tunig-Kunstköder …

 

 

Dieser Beitrag soll euch lediglich ein paar Anregungen geben, der eigenen Phantasie sind jedoch bei jeder Art von Kunstködern keine Grenzen gesetzt – es gilt die alte Weisheit: Wer fängt hat Recht ! Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbauen oder beim Basteln eigener Kreationen. Viel Erfolg mit den Tuning-Ködern …

 
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Gruß und Petri Heil H. Günter

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