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Feb 04

Verletzungsgefahren beim Angeln

Bei diesem Thema sind wohl mehr die Raubfischangler angesprochen, denn dort wird mit Drillingen und Stahlvorfächern gefischt, aber auch ein Karpfenhaken im Handballen ist nicht ungefährlich und tut mächtig weh.

Ein Haken im Finger, oder eine Schnittwunde wünscht man keinem Angler, dennoch kann so ein Missgeschick beim Umgang mit scharfen Haken und extrem dünnen Stahlseilen schnell passieren.
Besonders gefahrenträchtige Situationen sind z.B. die Handlandung des Hechtes oder der Versuch Hänger zu lösen und dabei direkt an der Schnur zu ziehen.

Bei der Handlandung sollte man unbedingt darauf achten wo sich die Haken befinden, und nicht versuchen „blind“ nach dem Kiemendeckel zu fassen.
Niemals direkt in die Kiemen greifen, denn erstens besteht eine Verletzungsgefahr durch die sehr scharfen Kiemenbögen und zweitens kann man dabei leicht die Kiemen des Fisches verletzen, was fast immer unweigerlich zum Verenden des Tieres führt.

Eine weitere Gefahrenquelle ist der Versuch Hänger durch ziehen mit der bloßen Hand an der Hauptschnur zu lösen.  Moderne Schnüre (vor allem geflochtene) haben bei einem geringen Durchmesser eine enorme Tragkraft, und wenn eine solche Schnur beim Versuch des Hängerlösens durch die Handfläche rutscht ist die Schnittwunde garantiert. Deshalb immer die Hauptschnur 3 – 4 mal um den Rollenfuß, den Fischbetäuber oder ein greifbares Aststück wickeln und gleichmäßig mit dem Rücken zum festhängenden Köder ziehen. Dabei sollte die Rute waagerecht gehalten werden.

Auch für die Meeresangler gibt es einige Verletzungsrisiken, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. So zum Beispiel beim Brandungsangeln. Beim Auswerfen der schweren Bleie muss der schnurführende Finger unbedingt durch entsprechende Lederfingerlinge etc. geschützt werden. Sollte man das vernachlässigen können Schnittwunden bis auf den Knochen die schmerzhafte Folge sein.

Beim Kutterangeln und Pilkern auf genügend Abstand zum Angelnachbarn achten, und die Fische an möglichst kurzer Schnur landen, damit bei einem eventuellen Ausschlitzen die heranfliegende Montage niemanden in Gefahr bringt.

Fliegenfischen: 

Wer schon mal eine Goldkopfnymphe beim Vor- oder Rückschwung an den Kopf bekommen hat oder eine Fliege als Piercing im Ohr hatte, wird auf Brille und Hut mit breiter Krempe nicht mehr verzichten wollen. Vor allem bei Seitenwind passiert sowas sehr schnell …
Beim Fliegenfischen in starker Strömung in Wathosen sollte man unbedingt einen Watgürtel tragen, ansonsten kann ein Sturz im Wasser lebensgefährlich werden, weil die Hose voll läuft und die im Stiefelbereich verbleibende Luft die Beine nach oben drückt …
Weiterhin ist es unbedingt ratsam, in starker Strömung einen Watstock zu benutzen. Er dient zum Ermitteln von Untiefen bevor man den nächsten Schritt im Wasser tut …

Zum Thema Wathose gibt es hier noch hilfreiche Tips von Guido.  Angeln mit Wathose

Eisangeln:

Hierbei gibt es einige Dinge zu beachten die überlebenswichtig sein können.

  • man sollte nie alleine zum Eisangeln gehen
  • am Rand des Gewässers eine Probebohrung machen
  • einen Zeitpunkt der vorgesehenen Rückkehr ausmachen.
  • eine Sicherungsleine die am Ufer befestigt wird kann Leben retten.
  • eine Trillerpfeife mit sich führen
  • das Eisloch nicht größer als 20 cm bohren, damit es keine Gefahr für andere wird.
  • das Eisloch nach dem angeln wieder verschließen, oder gut erkennbar markieren.
  • die Eisdicke sollte 20 cm nicht unterschreiten.
  • warme Kleidung und heiße (nicht alkoholische) Getränke wärmen von innen und außen.

Ausführliches dazu kann man hier in Guidos Beitrag finden.  Gutgemeinte Hinweise zum Eisangeln

Zum Schluss noch ein paar allgemeine Hinweise, die man beachten sollte.

  •   Beim Angeln an steil abfallenden Ufern und Buhnen immer für einen sicheren festen Stand sorgen.
  •   Eine Polarisationsbrille schützt die Augen, und ist außerdem sehr hilfreich weil sie die Oberflächenspiegelung des Wassers minimiert. (je nach Qualität der Brille)
  •   Beim Ausnehmen oder Filetieren der Fische schnittfeste Handschuhe tragen.
  •   Ein kleines Verbandpäckchen braucht nicht viel Platz im Gerätekoffer und ist nicht teuer. Es gibt sogar für fast alle Sportarten spezifisch ausgestattete Verbandpäckchen im Handel.

In diesem Sinne, bleibt gesund und versucht die kleinen aber gut gemeinten Ratschläge zu beherzigen, damit Eure Angelfreuden ungetrübt bleiben.

Gruß & Petri Heil
Volker

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