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Nov 28

Rutenringe auswechseln…aber wie

 

 Der Winter steht vor der Tür , die Abende werden  länger. Dieses ist, wie schon einmal geschrieben, die richtige Zeit das Angelgerät zu kontrollieren und zu warten.

Sollte dabei festgestellt werden, dass ein Rutenring ausgewechselt werden muss, könnt ihr hier lesen wie es gemacht wird

Was ist zu beachten!
Wir unterscheiden Rutenringe von Teleskop – und Steckruten.
Dieser Unterschied kommt hauptsächlich bei der Montage zum tragen.
Bei Ersatz ist bei beiden Sorten gleichermaßen darauf zu achten, dass die Ersatzringe den gleichen Durchmesser und die gleiche Steghöhe wie das Original haben.
Bei Teleskopringe zusätzlich dass der Tubendurchmesser / Blankdurchmesser, mit dem des Originals übereinstimmt.

Montage:
Teleskoprute
Das Auswechseln von Rutenringe bei Teleskopruten ist relativ einfach.
Hier werden die alten, zu ersetzenden Ringe mit einem Feuerzeug oder Heißluftföhn erhitzt bis der Kleber weich wird.
Die Ringe können dann vom Blank abgezogen werden.
Wenn der Blank von den alten Kleberresten gereinigt ist, werden die neuen Ringe mit einem Tropfen Kleber aus der Heißklebepistole wieder befestigt.
2 Komponenten- oder Sekundenkleber gehen auch, sind aber nicht empfehlenswert, da die neuen Ringe  damit fast unlösbar mit dem Blank verbunden werden und bei einem erneutem Austausch beschädigt werden könnten.

Steckrute
Jetzt wird es komplizierter!
Entfernen des defekten Ringes
Hierbei sollte wirklich behutsam zu Werke gegangen werden um den Blank nicht zu beschädigen.

So habe ich es gemacht.
Als erstes habe ich versucht, mit einem scharfen Messer die Bindung in der Längsrichtung auf zu schneiden. Ich bin aber an der Härte des Rutenlackes gescheitert.
Nun habe ich mit einem kräftigen scharfen Messer und einen Dremel die Bindung auf den Füßen durchtrennt. Jetzt ließ sich der Rest wie bei einer Zwiebel abschälen.
Dann den Ring durch vorsichtige seitliche Kippbewegungen entfernt.
Das Entfernen der Bindung vor den Ringfüßen, am Blank, geschah mit äußerster Vorsicht aus oben schon genannten Gründen. Kleber- und Lackreste wurden mit feinem Schleifpapier beseitigt.
Eine weitere Möglichkeit ist, den Lack mittels eines Heißluftföhnes aufzuweichen und dann die Bindung durchzuschneiden.

Montage des neuen Ringes
Ist der alte Ring entfernt, das Blank gesäubert, geht es an die Montage des Neuen.
Der neue Ring wird vor der Montage entsprechend vorbereitet.
Füße mittels einer Feile abschrägen, damit ein flüssiger Übergang bei der Bindung Fuß-Blank entsteht.
Die Fußunterseite von der Farbe befreien – damit der Kleber besser hält.

Anmerkung:
Bei der Montage ist es äußerst wichtig, daß der neue Ring auf die anderen Ringe ausgerichtet wird, somit in einer Flucht steht. Hierzu habe ich mit einem Farbstift einen dünnen Strich auf den Blank gezogen.

Ring fixieren
Nach diesen Vorbereitungen konnte es los gehen.
Das Rutenteil zwischen 2 Stücke Schaumstoff in den Schraubstock gespannt, dann den neuen Ring mit wenig 2 Komponetenkleber auf dem weißen Strich fixiert.
Eine andere Methode den neuen Ring auszurichten ist die, eine Richtschnur durch die noch vorhandenen Ringe zu spannen, auf welcher der neue Ring aufgezogen wird.
Die Richtschnur wird an einem Ende befestigt und am anderen Ende mit einem Gewicht beschwert. So gestrafft wird der neue Ring auf das Blank gedrückt, kann aber um Kleber unter die „Füße“ zu bringen oder zum ausrichten angehoben werden.
Hier habe ich mich für den 2 Komponentenkleber (2 min Endfest) entschieden, weil ich damit die Möglichkeit hatte den Ring genau auf die Anderen auszurichten. Die anderen Kleber,  Sekunden- und Heißkleber werden sofort fest.
Zu beachten ist auch, dass der Ring richtig herum – Stege beachten- auf dem Blank fixiert wird.

Die Bindung
Ist der Ring fixiert geht es an die Bindung.
Hierfür wird Rutenbindegarn und Rutenlack benötigt. Beides bekommt man beim Angeldealer.
Ich habe anstelle des Bindegarnes 0.18er rundgeflochtene Angelschnur ( KG 21 der Fa. Penn) genommen.
Die Bindung muss relativ stramm sein. Um das zu erreichen gibt es verschiedene Methoden. Ich  habe mir folgendes ausgedacht:
Bindegarn – in meinem Fall die Angelschnur – auf eine Rolle gespult und in meine selbstgebaute Schnurumspulstation gespannt (einspannen in einen Schraubstock geht auch) und dann gegen die Kraft der entsprechend eingestellten Bremse, den Ring festgewickelt und anschließend mit Rutenlack lackiert.

So wickelt man
Die Wickelung erfolgt immer von der Ringmitte/Steg nach außen hin. Hierzu wird der Anfang des Bindegarnes in Längsrichtung unterhalb des Ringfußes mit Kleber befestigt und mit eingewickelt.

Die Wicklung geht ca.1-2 cm über den Ringfuß hinaus. Die einzelnen Windungen werden mit dem Daumen oder einen anderen Gegenstand fest gegeneinander gedrückt.
Es können mehrere Wicklungen übereinander erfolgen.
Ist die Wicklung fertig, wird das Ende des Bindegarnes mit einem „unsichtbaren“ Knoten befestigt.

Der unsichtbare Knoten
Wenn die letzte Wickelung zur Hälfte fertig ist, wird eine Schlaufe aus dem selben Garn oder Angelschnur mit eingewickelt und das Ende des Wickelgarns unter der fertigen Wicklung durchgezogen, dann mit einer scharfen Schere abgeschnitten.

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Lackieren
Ist die Bindung vollendet, wird diese mit Rutenlack behandelt.
Der Rutenlack versiegelt die Bindungen, verbindet die Wicklungen miteinander und gibt den Ring nach dem Aushärten erst den richtigen Halt.
Der Rutenlack wird in mehreren dünnen Schichten aufgetragen.
Hier ist zu beachten, daß die vorhergehende Schicht richtig ausgehärtet ist.
Die Aushärtung des Rutenlackes dauert bis zu 24 Stunden
Wichtig ist es, daß der Blank auch zwischen den Stegen lackiert wird und hinter den Stegfüßen gelangt, damit sich dort kein Schmutz absetzen kann.

3

Um Tropfnasenbildung zu vermeiden, muß das Rutenteil bis zu einer gewissen Härte des Lackes kontinuierlich – bis zu einer Stunde – langsam gedreht werden.
Für mich hat das ein in den Schraubstock eingespannter Akkuschrauber übernommen, in dessen Bohrfutter ich eine schlanke kegelförmige Schleifmittelaufnahme aus Gummi eingespannt habe.
Das dicke Ende des Rutenteiles habe ich dort drauf gesteckt und das andere Ende auf die Gabel eines Rutenhalters gelegt und drehen lassen.
Dünne Rutenteile und zylindrischen Steckverbindungen bis 10mm Durchmesser können direkt ins Bohrfutter gespannt werden.

Viel Spaß beim Binden und Petri Heil

Oldman

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