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Mrz 11

Angeltrip nach Norwegen

Am Freitag den 30.5. war es endlich soweit. Gleich nach der Arbeit wurde zu Hause das Auto gepackt. Alles was mit musste stand natürlich bereits seit Tagen bereit. Nachdem alles verpackt war, musste ich natürlich auch noch die Sachen meiner Mitangler einsammeln, denn Abfahrt sollte am Samstag früh um 4:30 Uhr sein – eine Uhrzeit, wo man nicht gern noch Autos belädt.


Das Auto ist gepackt!

4:00 Uhr klingelte der Wecker. Raus aus dem Bett und ab unter die Dusche. Unten in der Küche lief schon der Kaffee. Ein schnelles Frühstück und ab ins Auto, die anderen einsammeln. Tatsächlich sind alle pünktlich auf und sitzen binnen Minuten im Auto. Los geht es, über die A7 Richtung Hamburg und durch Dänemark bis nach Hirtshals. Alles in allem eine recht eintönige Tour, aber wir haben ja ein Ziel vor Augen.


Mit vielen anderen Norwegen-Fahrern warten auf die Ankunft der Fähre

Nachdem die Fähre angelegt hatte und alle aus Norwegen kommenden Autos aus ihrem Bauch verschwunden waren, ging es an Bord. Hier kann man nur staunen, wie das Personal an den Ferryports das im Griff hat und mehrere 100 Autos, nebst Insassen, innerhalb 15 Minuten verladen werden. Wir hatten die neue Fähre Superspeed 1 gebucht, welche Kristansand in nicht einmal 3 Stunden erreicht. Diese Zeit verging auf dem Sonnendeck bei bestem Wetter wie im Fluge. Schließlich waren wir alle bedingt durch das frühe Aufstehen etwas müde und so eine Überfahrt lässt sich natürlich mit einem Stündchen Schlaf durchaus angenehm verkürzen. Pünktlich erreichten wir den Hafen von Kristiansand in Norwegen.


Und schon ging es wieder runter vom Schiff und wir waren gespannt auf Norwegen.

Nur mein Bruder war bisher (mehrfach) in Norwegen gewesen. Wir vier anderen waren Norwegen-Neulinge und konnten uns schon bei der Einfahrt in den Hafen und vor allem bereits auf den ersten Kilometern auf der Straße kaum satt sehen. Dieser Überfluss an Natur, Felsen und Wasser ist unbeschreiblich. Wer das einmal gesehen hat, wird unweigerlich in einen Bann gezogen und wird, da bin ich sicher, dieses Land immer wieder besuchen. Aber erst mal war, zumindest für den Fahrer, ein Blick auf die Straße dringend notwendig. Auf norwegischen Straßen gilt eine für uns ungewohnte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Diese auch nur geringfügig zu überschreiten soll finanziell recht schmerzhaft sein, heißt es. Damit man gar nicht erst auf die Idee kommt zu schnell zu fahren, sind alle paar Kilometer stationäre Blitzgeräte montiert. Bei dieser Geschwindigkeit sieht man aber wenigstens etwas von der unglaublichen Landschaft und sogar das eine oder andere Foto ist während der Fahrt möglich.


Hier einige Eindrücke unserer Fahrt durch Norwegen

Nach etwa 3 Stunden Autofahrt durch diese außergewöhnliche Landschaft erreichten wir unser Ziel, den Hellvik-Fjord in der Nähe der wirklich sehenswerten Kleinstadt Egersund. Nachdem wir das Haus unserer Vermieter gefunden hatten, ging es nur noch einige hundert Meter weiter Richtung Wasser und wir fanden ein wirklich perfekt ausgestattetes Ferienhaus direkt am Wasser vor. Nach dem ersten Blick ins Haus, wollten wir natürlich vor allem unsere Boote sehen. Das Bootshaus lag nur 50m weiter und unser Vermieter wies uns in die Boote und die geltenden Vorschriften ein. So ist es in Norwegen z.B. Vorschrift, auf dem Wasser eine Schwimmweste zu tragen. Auch auf die Besonderheiten des Seegebietes wies er uns hin. Weiterhin erhielten wir für jedes Boot eine Karte mit Tiefenlinien und die obligatorischen Tipps, wo man am Besten angeln sollte. Übrigens alles in perfektem Englisch.


Endlich da. Auspacken!


Blick von unserer Terrasse auf den Fjord

Nachdem das Auto ausgepackt und soweit alles eingeräumt war, war es inzwischen 21 Uhr – und taghell. Wie unser Vermieter und erklärte, ging die Sonne hier derzeit erst um 23:30 Uhr unter und bereits morgens um 4 Uhr wieder auf. Nette Perspektiven! Somit beschlossen wir, unsere Angelsachen fertig zu machen und noch eine erste Ausfahrt mit dem Booten zu machen. Schnell hatte jeder eine Rute bereit und die Boote wurden beladen.


Blick von unserem Haus auf das Bootshaus


Der Platz zum Fische schlachten am Bootshaus

Unsere „Flotte“


Teil 2

Die erste Ausfahrt brachte uns zwar noch keinen Fisch, aber wir genossen sie dennoch sehr. Die Echolote hatten wir bereits in beiden Booten montiert und so konnten wir uns einen ersten Überblick über den Fjord verschaffen. Wir waren bis ca. 23 Uhr auf dem Wasser und es war nach der langen Fahrt einfach ein wunderschöner Ausklang für den ersten Tag.

Sonnenuntergang über dem Hellvik-Fjord -gegen ca. 23:30 Uhr

Am nächsten Morgen, selbstverständlich nach einem kräftigen Frühstück, ging es dann wieder hinaus aufs Wasser. Diesmal raus aus dem Fjord und an die Küste am Fjord-Eingang. Ich meinte auf dem Echolot einen Fischschwarm erkannt zu haben, montierte ein Makrelen-Vorfach und versenkte es hinter dem Boot. Kaum hatte der unten hängende Pilker den Grund in nur 18m Tiefe erreicht, kamen auch schon die Einschläge. Nichts wie raus mit der Montage also. Nachdem ich das Ganze wieder über die Wasseroberfläche gekurbelt hatte, konnte ich 5 schöne fette Makrelen abhaken. Das Abendessen war also geklärt, es würde geräucherte Makrelen geben. War bis eben übrigens keine Möwe zu sehen, kaum begann jemand damit, einen Fisch zu versorgen, waren die Aasgeier unverzüglich zur Stelle und holten sich ihren Teil.


Am Eingang zum Fjord ließ sich gut fischen.


Am ersten Abend gab es frisch geräuchte Makrelen – einfach köstlich!

Auch in den nächsten Tagen hätten wir unter anderem Makrelen ohne Ende fangen können. Da wir aber nicht vor hatten, Fisch mit nach Hause zu nehmen, jedoch jeden Tag Fisch essen wollten, verlegten wir uns auf andere Zielfische und hörten auf zu pilken. Statt dessen begannen wir mit Meerforellen-Blinkern im Fjord und draußen vor der Küste zu schleppen und fingen auch dabei Fisch auf Fisch. Dabei waren der ein oder andere Dorsch, ungezählte Köhler und Pollacks, Hornhechte, ein Knurrhahn und immer wieder Makrelen. Viele dieser Fische mussten noch wachsen und wurden schonend zurück gesetzt. Dennoch hatten wir jeden Tag reichlich frischen Fisch auf dem Tisch – einfach lecker! Für uns war die Vielfalt der gefangenen Fische ebenso unglaublich, wie die Hohe Zahl an Bissen, die wir verzeichneten. Der Fischreichtum Norwegens ist gerade überwältigend.


Fisch auf Fisch zogen wir aus dem Wasser, viele waren jedoch auch dabei, die noch ein wenig wachsen mussten

So ging es Tag für Tag weiter, meist fuhren wir morgens früh raus und abends gegen 20 Uhr bis zum Sonnenuntergang. Dazwischen nutzen wir die Gelegenheit auszuruhen und hier und da noch ein wenig die Gegend und das Städtchen Egersund zu erkunden. Nach sechs Tagen war der Spaß leider schon wieder vorbei und wir mussten unsere Sachen packen. Die Fähre fuhr um 8 Uhr morgens, das bedeutete um 4 Uhr aufzustehen. Völlig streßfrei gelang die Rückfahrt und gegen 18 Uhr waren wir wieder zu Hause – voll von wunderschönen Erlebnissen aus einem wunderschönen Land. Eins steht jetzt schon fest – Norwegen wir kommen gern wieder!


Vor der Abfahrt morgens um 4 Uhr – Sonnenaufgang über dem Hellvik-Fjord


Ein letztes Foto einer eigenwilligen Landschaft während der Rückfahrt.

Andreas

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