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Mrz 06

Das Schwarze Meer

Im Urlaub gewesen und wieder geärgert, weil die Angelausrüstung nicht dabei war? Die Urlaubszeit ist zwar vorbei, trotzdem will ich euch einige Tipps geben, wie man mit günstiger überschaulicher Ausrüstung im „Badeurlaub“ auch an Fische kommen kann. Fische gibt es im Schwarzen Meer natürlich, doch man sollte sich nicht zu viel versprechen.

Im Urlaub gewesen und wieder geärgert, weil die Angelausrüstung nicht dabei war? Die Urlaubszeit ist zwar vorbei, trotzdem will ich euch einige Tipps geben, wie man mit günstiger überschaulicher Ausrüstung im „Badeurlaub“ auch an Fische kommen kann. Fische gibt es im Schwarzen Meer natürlich, doch man sollte sich nicht zu viel versprechen. In Bulgarien werden vor allem Grundfische an den Haken gehen – verschiedene Grundelarten, die zwar furchterregend aussehen, aber sehr delikat schmecken. Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, wird keine Platzprobleme haben, doch für die Flugurlauber ist es schwierig eine vernünftige Angelausrüstung im Gepäck unterbringen zu können.

Schöne Aussicht aus einem in die Jahre gekommenen bulgarischen Flugzeug

Die Reiseausrüstung:
° 1 Telerute: möglichst kurzgeteilt, dass sie in den Koffer passt. Es muss keine Edelrute sein. Eine alte oder günstige Rute erfüllt auch ihren Zweck.
° 1 Stationärrolle: sollte auf die Rute abgestimmt sein. Eine billige Rolle reicht völlig.
° Kleine Posen (1-2,5g), um Köderfische zu fangen
° Eventuell Waggler oder große Posen mit Knicklichthalter für diejenigen, die auch mal abends oder in den Morgenstunden das Angeln von Stegen probieren wollen
° Klemmblei-Sortiment, um Posen auszubleien
° Birnenblei-Sortiment für’s Grundangeln (5-60g)
° Fertige Vorfächer oder Einzelhaken zum Selberbinden mit entsprechenden Schnurspulen
° 1 Zange
° 2 Hakenlöser (verschiedene Größen)
° 1 Taschenmesser

Das Angeln von Stegen ist nur bedingt erfolgreich. Meistens sind nur geringe Wassertiefen vorhanden und durch die vielen badenden Touristen ist nicht wirklich viel zu holen.(Vor einigen Jahren war das noch anders!)

Deshalb gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder mit einem Fischer und Motorboot weiter rausfahren oder von einer der steinigen Buchten angeln. Die guten Angelstellen verraten sich schon beim Vorbeifahren, wenn einige einheimische Angler nebeneinander stehen. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte sich unbedingt dazustellen. In Bulgarien ist beispielsweise die Bucht von Bourgas (Burgas) ein Hot-Spot.

Noch ist es leer, doch in den Abendstunden werden sich hier die Angler treffen

Das Grundangeln vom Boot

Angeltouren sind in Bulgarien eine beliebte Touristenattraktion. In den letzten Jahren hat sich in Bulgarien viel getan. Aus alten „Betonbunker“ wurden prächtige Edelhotels. Dementsprechend sind auch die Preise in die Höhe explodiert. Für eine Ausfahrt zahlt man 15-45 €.

Zum Vergleich: Bei meinem letzten Bulgaren-Urlaub zahlte ich noch 8 DM für eine etwa 5 stündige Ausfahrt. Fischrestaurants betreiben solche Angeltouren im kleinen Stil, sind etwas günstiger und am Ende kann man die Fische, zum krönenden Abschluss, zubereitet verspeisen. Kleine Boote mit 4-10 Mann pro Boot sind mir persönlich lieber. Allerdings gibt es auch die richtig großen Schiffe mit über 50 Mann. Das sind Ganztagsausfahrten, bei denen Essen und Trinken „all inclusive“ ist. Dementsprechend ist auch die Lautstärke auf dem Boot…Jedem das Seine.

Einfache Grundmontage:

0,25mm monofile Hauptschnur, 2 Seitenarme mit einer Länge von 5-10, höchstens 15cm. Ich habe zuerst Öhrhaken der Größe 8-4 an eine 0,24mm Mono gebunden* und mit einem Surgeon knot an der Hauptschnur befestigt. Man sollte darauf achten, dass sich die beiden Vorfächer nicht berühren und verwickeln können, sonst hat man nicht lange Spaß beim Angeln und wertvolle Zeit geht verloren. Die Anbissstelle 1, über dem Grundblei halte ich für die Wichtigste. 80% der Fische bissen hier an.

* fertige Vorfächer könnten natürlich auch angebunden werden.

Ich habe viele Köder und Montagen vom Boot ausprobiert, doch nur wenige Montagen waren wirklich erfolgreich. Darunter die einfache Grundbleimontage mit zwei Seitenarmen. Die Bleigröße richtet sich nach dem Drift. In der Regel sind Birnenblei von 30-60g zu empfehlen. Sie sinken schnell genug ab und werden nicht weggetrieben. Grundhänger gibt es nur ser selten, da der Grund von sandiger Beschaffenheit ist. Hakengröße 8-2 bietet sich für das Anködern von Sardinenfetzen und Shrimps an. Womit auch die fängigsten Köder genannt wären.

Das Boot neben uns; jeder mit Rute und Rolle und trotzdem hatten sie am Ende weniger Fische als unser „Lowtech-Boot“

Abschließend kann ich sagen, dass Montagen mit mehr als drei Seitenarmen nicht mehr Bisse brachten als die Montagen mit 1-2 Seitenarmen. Wichtig ist, dass die Köder sehr nahe am Grund sind. Kunstköder habe ich ebenfalls getestet: Kleinste Twister in schwarz, gelb, rot, Shads in blau, rot, Storm-Shads, verschiedene Wobbler – kein einziger Fang. Dazu muss ich sagen, dass ich höchstens 10-20min damit gefischt habe. Am Strand hatte ich einen Schwanzbeißer auf einen gelben Storm-Shad. Da der Schwanz aber so präzise und geradlinig eingeschnitte war, vermutete ich eher eine Krabbe.

Die zweite Montage brachte die größten Fische. Nachdem bewegte Kunstköder auf kein Interesse von Seiten der Fische gestoßen waren, hatte ich anstatt des Shads ein Fischfetzenbündel angeködert. Anfangs habe ich mit zustätzlichem Grundblei ausgeworfen und langsam mit kurzen Pausen den Köder wieder herangezupft. Die Bisse kamen sehr hart, als der Köder nach dem kurzen Stopp wieder durchstartete. Der Jighaken sollte nicht zu klein sein, denn Grundeln sind wahre Großmäule und haben keine Probleme auch größere Haken zu inhalieren.

Danach habe ich das Grundlbei abmontiert und nur den Jigkopf mit Fischfetzen unmittelbar unter der Rute am Grund gezupft. Auch hier bekam ich Bisse.

Die größten Grundeln fing ich mit Jigkopf-Fetzenmontage, auch zwei seltene Grundelarten.

Zum Schluss testete ich eine Montage der einheimischen Fischer. Die Fischer sollte man nicht unterschätzen. Ich war beeindruckt, wie unser „Guide“ Grundelschwärme aufspürte. Dazu braucht man kein Echolot, denn die Farbe des Wasser bzw. des Grundes zeigt den Weg zum Fisch. Die Montage – 2 Seitenarme in Grundnähe und ca. 150g Blei (eventuell auch mehr) wird mit einer extrem dicken monofilen Schnur gefischt. Ich schätze die Stärke auf 0,9-1,1mm. Da sträuben sich den meisten Anglern die Haare, doch auch ich war überrascht wie gut diese Montage funktionierte. Die extrem großen Haken (1/0-4/0) wurden auch von kleineren Grundfischen genommen. Das Ganze befindet sich auf einem Wickelbrett und wird von Hand ausgeworfen. Dann wird gezupft. Bisse sind trotz der extrem dicken Schnüre gut zu erkennen.

Einige Grundfische; leider sind nicht alle gefangenen Fische auf dem Bild zu sehen. Die Grundelart, die ich in der Hand halte, schmeckt besonders lecker.

Abschließend kann ich sagen, dass es beim Grundelnfischen nicht unbedingt auf feine Montagen ankommt. Wichtig ist, dass die Köder direkt auf dem Grund liegen. Die Grundeln sind auch keine besonders guten Kämpfer, aber in der Küche sind sie äußerst willkommen.

Im Restaurant werden die Grundeln ausgenommen und mit einem knusprigen Mantel frittiert. Dazu passt Bier hervorragend.

„Vergoldete Gobies“

Eine Portion Gobies kosten in Bulgarien etwa 3,5-4€.

Präpariert – Stör, Hausen, Knurrhahn und teilweise auch die Meeräsche – Dekoration in jedem Fischlokal

Leo

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