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Mrz 04

Der Sarulesti Stausee



Diesen Frühling war mal wieder ein exotischeres Reiseziel angesagt: der berüchtigte rumänische Stausee, der unter den Namen Sarulesti (nach dem grössten Ort am See) oder auch Raduta (nach dem Besitzer Robert Raduta) bekannt ist


Diesen Frühling war mal wieder ein exotischeres Reiseziel angesagt: der berüchtigte rumänische Stausee, der unter den Namen Sarulesti (nach dem grössten Ort am See) oder auch Raduta (nach dem Besitzer Robert Raduta) bekannt ist.
Das Abholen am Flughafen in Bukarest klappte ganz gut. Auf der holprigen Fahrt zum, direkt am See gelegenen, Hotel, gab es schon die ersten Eindrücke von dem sehr armen Land, in dem Pferdekarren ein beliebtes Transportmittel sind. Der erste Blick auf den See war dann etwas enttäuschend: ich hatte ihn mir doch etwas größer und weniger braun vorgestellt. Aber ich wusste ja, dass er neben riesigen Karpfen auch einen enormen Zanderbestand beherbergen soll. Und obwohl die Fische noch mehr mit laichen als mit fressen zu tun hatten, haben wir dann auch ganz gut gefangen.
Nach einer kurzen Begrüßung und einer Mahlzeit hielt es Uli und mich dann nicht mehr an Land und wir setzen uns zum Guide Paco ins Boot, um uns die aktuellen Verhältnisse und Spots zeigen zu lassen. Man hatte uns klares Wasser versprochen, aber der See war schon recht trüb: Sichttiefe vielleicht 20-30cm. Es ging auch nicht lange, bis wir die ersten Zanderkontakte hatten. Eher kleinere Fische gingen auf unsere diversen Gummishads und Pacos Köfi am Drachkovitsch-System. In der Regel gilt hier C&R, aber die Küche brauchte Nachschub und so schlugen wir einige Fische ab.

Gewobbelt wie gejiggt

Nachdem dann in der Nacht noch Georg und Walter angekommen waren, widmeten wir uns in den nächsten Tagen den Fischen und ihren Vorlieben. (Slotter-) Shads in Knallgelb, mit und ohne Grün oder Rot kristallisieren sich schlussendlich als verlässlichste Köder heraus, aber auch Glitzerfarben (Schwarz, Silber, Gold) und Reinweiss fängt seinen Teil. Erstaunlich erfolgreich ist auch eine Gummigroppe, die nicht mal sehr knallig gefärbt ist, sondern eher schmuddelig schwarz-gelb. Leider hab ich nur eine davon und die verschwindet schon bald im Maul eines schönen Hechts, da Robert offenbar deren Bestand mit Fischen aus dem Donaudelta ernsthaft aufgestockt hat. Jetzt kommt natürlich immer Stahl dran, aber kein so schöner Hecht mehr. Ich leg mir noch eine kurze steife Rute mit Multi ins Boot, die ich mit einem großen zweiteiligen Bomber in schwarz-silber bestücke. Sobald das Ufer in Reichweite ist, mach ich zwischendurch ein paar Würfe damit, Außer zwei kleineren Hechten nehmen erstaunlicherweise auch zwei relativ große Zander den flachlaufenden Wobbler.
Während wir in den nächsten Tagen doch ziemlich konsequent mit Gummi angeln, probiere ich an einem eher zähflüssigen Morgen einen Frenzy Diver mit knallgelbem Bauch aus und fange einen Zander damit. Als wir dann am Nachmittag die Bootsteams wechseln, und ich mit Georg rausfahre, kann ich 7 Zander auf diesen Wobbler und, nachdem ich ihn verliere, auf einen ähnlich gefärbten Risto Rap fangen. Nachher macht uns aber starker Wind zu schaffen und ausser Uli ziehen alle einen halben Tag frei ein. Der Wind scheint auch die Fische etwas schwieriger zu machen und obwohl wir weiterhin ganz anständig fangen haben wir doch das Gefühl, irgendwie hinter den Möglichkeiten zurückzubleiben. Uli meint jedenfalls, dass im Mai schon deutlich mehr los sei und dann auch eine aggressivere Köderführung Pflicht ist. Wir fangen nämlich mit teils deutlich unterschiedlichen Stilen in der Köderführung durchaus vergleichbar. Georg kurbelt die Gummis mit Absinkpausen langsam heran und fängt damit ebenso wie Uli, der in seinem bewährten Stil von Hochreißen und dann gleichzeitigem Kurbeln und Rutensenken fängt. Ich mache 1-3 Rucke und lass den Köder dann an gespannter Schnur wieder sinken.

Zwei vom Delta

Während wir fleißig angeln ist Robert auf Erkundungsreise im Donaudelta, in dem er offenbar die Fischereirechte in einem recht grossen Gebiet gepachtet hat. Eines Abends kommt er dann zurück und fragt uns, ob wir einen grossen Wels sehen wollen. Er hat Welse mitgebracht, weil er einen stromaufgelegenen Teil des Sees, der von „unserem“ See durch ein paar vergitterte Röhren abgetrennt ist, damit besetzen will. Einerseits als anglerische Attraktion, eine Art „Wels Puff“ für Spinnfischer, anderseits auch zur Kontrolle der Brassenbestände, die wohl zum Laichen in diesen Teil des Sees ziehen. Mit Geländefahrzeugen werden wir dann durch die Nacht gekarrt und kriegen dann tatsächlich zwei riesige Welse zu sehen, die vom Becken auf einem Lastwagen in den See gesetzt werden. Und dann ist, wie jeder Urlaub, auch dieser irgendwann viel zu schnell vorbei. Ich halte die Fischerei an diesem See für eine einmalig gute Gelegenheit, das Fischen auf Zander zu trainieren. Übrigens beherbergt er auch riesige Karpfen bis gegen 40 Kg, das ist zwar für Spinnfischer weniger interessant, bedeutet aber auch, dass man je nach Jahreszeit bei der Zanderangelei eingeschränkt ist, weil ganze Uferstriche von Karpfenanglern in Beschlag genommen werden. Allerdings soll das den Angelerfolg nicht ernsthaft beeinträchtigen.

Till

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