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Mrz 22

Deutschlands größte Talsperre – Die Bleilochtalsperre in Thüringen


Viele Jahre war es bereits her, dass ich das letzte Mal an der Bleilochtalsperre in Thüringen war. Dieses Jahr hatte ich mir fest vorgenommen diesem wunderbaren Gewässer einen Besuch abzustatten. Die Bleilochtalsperre ist Deutschlands größter Stausee. Das ist unschwer daran zu erkennen wenn man sich folgende Daten zu Gemüte führt:

• Wasseroberfläche bei voll Stau ca.: 9,3 km²
• Max Gewässertiefe 68 m
• Gesamtstauvolumen ca. 220 Mio m³

Über die Namensgebung wird unter Einheimischen noch diskutiert, die einen behaupten der Stausee bekam seinen Namen dadurch, dass früher in der Region Bleierz abgebaut wurde, andere behaupten, dadurch dass der Grund und die Ufer meist aus Schiefergestein besteht und dass das Wasser dunkel bleifarben erscheinen lässt, habe man den Stausee hiernach benannt.

Wie dem auch sei, die Fische scheinen sich darum keinen Kopf zu machen und nicht umsonst gilt die Bleilochtalsperre schon lange nicht mehr als Geheimtipp für dicke Raubfische. Meine Freundin und ich quartierten uns 5 Tage lang in einem Hotel direkt am See ein. Allein die Aussieht vom Balkon ließ das Anglerherz schneller schlagen.Wie der Zufall es so will, konnte man die Erlaubniskarten direkt an der Hotelrezeption erwerben. Aber für alles die sich privat niederlassen, kann man die Karten an jeder Tankstelle, Touristikinformation, Angelshops und sogar in einen Souvenirladen direkt im Ort Saalburg beziehen.

Nachdem alles im Zimmer war, die Karten gekauft und das Angelzeug sortiert war, ging es gleich zur ersten Angeltour. Dabei suchte ich mir eine Ecke am See aus, an dem das Ufer einigermaßen begehbar war. Durch die vielen Steiluferhänge ist der Bootsangler klar im Vorteil. Dazu aber später mehr. Nachdem ich am Angelplatz war und das Auto abstellte, wurde sogleich das erste Beweisfoto geschossen.

Und sogleich der erste richtige Blick auf der herrliche Wasser – einige fragten daheim ob ich an einem norwegischen Fjord war, was ich bei der Wasserfläche durchaus vermuten ließe.

Die Stelle war allerdings recht flach und durch die vielen Steine am Grund machte es keinen Spaß. Also wurde die Stelle gewechselt. Ich wusste ja, dass einer der Hauptfische im Stausee Barsche bis über 50cm sind. Und auf die hatte ich es abgesehen….Und wo stehen Barsche gerne – Dort wo es Futter und Unterstände gibt. Ich klapperte also mit einem kleinen Barschwobbler ein paar Bootsstege ab und der erste Fisch des Urlaubs ließ nicht lange auf sich warten.

Nach einem Köderwechsel folgte noch ein weiterer….

Dann war aber Schluss und der Tag klang mit einem deftigen, Thüringer Abendessen und einem Schwarzbier aus. Am nächsten Morgen beschlossen wir eine Rundfahrt auf einem Kabinenschiff zu machen und dabei habe ich ein paar tolle Bilder vom Gewässer gemacht, die ich nicht vorenthalten möchte. Es ist einfach ein traumhaftes Gewässer.

Man könnte meinen man wäre alleine auf dem See, mit seinen unzähligen Buchten.

Noch am selben Tag hatte mich die Angelsucht wieder gepackt und mit Spinnrute und Köderbox bewaffnet hatte ich aufgrund eines Geheimtipps das Ausgleichsbecken Burghammer direkt unterhalb der Staumauer im Visier. Dort in der Strömung sollte es Forellen und Saiblinge geben. Jedoch gestaltete sich der Weg zu diesem „Hot Spot“ als sehr schwierig und letztendlich für Ortsunkundige als unmöglich.

Also wurde eine andere Stelle ausgesucht. Meine Wahl viel dabei auf eine Brücke, an dessen Fuß das Wasser mehrere Meter tiefer ist als im restlichen Abschnitt. Also ideal um meine kleine Gummifische zu testen und im Brückenschatten Zander, Hecht und Barschen nachzustellen. Es dauerte auch nicht lange, bis in der Absinkphase der ersehnte Ruck kam. Anhieb und tatsächlich hatte ein besserer Barsch den Köder eingesaugt. Beim Landen beobachtete ich noch, dass der Barsch nicht allein war und ein Schwarm aus gut 15 weiteren Barschen ihn bis an Ufer verfolgte. Nach dem Landen und Fotomachen durfte der Prachtkerl aber weiter schwimmen.

Am vorletzten Tag ging ein kleiner Traum in Erfüllung und ich bekam die Chance einen Tag lang mit Boot die Bleilochtalsperre zu befischen. Also brachen wir gegen 9 Uhr auf um beim Bootsverleih unser 5 PS Ruderboot abzuholen.

An dieser Stelle noch ein Tipp: Bitte ein paar Tage vorher das Boot reservieren lassen, da die Anfragen saisonal bedingt das Angebot überschreiten und man dann doch vom Ufer aus angeln muss. Nachdem das Gepäck verstaut war, ging es auch gleich los. Hierbei noch ein Tipp: Immer eine Gewässerkarte dabei haben und das Ufer beobachten. Zu 90% hat der Grund unter Wasser den gleichen Verlauf, wie das Ufer.

An der Angelstelle angekommen wurde das Boot erst mal verankert. Das Fischen vom treibenden Boot sowie das Schleppangeln sind nämlich verboten. Nachdem die erste Rute auf Barsch im Wasser war, wurde die Spinnrute klar gemacht und die Abbruchkante abgefischt. Dabei viel gleich auf, dass die ausgewählte Stelle so steil und tief abfiel, dass bereits 10-15m vom Ufer entfernt eine geschätzte Wassertiefe von 10-12m für Überraschung sorgte. Daher wurde auch recht nah am Ufer gefischt und die Gummifische wurden mit mindestens 14gr. Köpfen ausgestattet. Das Wetter war an dem Tag sehr hell und gegen Mittag wurde es immer wärmer auf dem Wasser. Also alles andere als optimale Bedingungen für die Raubfischjagd. Hin und wieder ließ sich ein Barsch den Wurm schmecken und einige verfolgten auch den Gummifisch, Wobbler. Spinnern und sonstiges aus meiner Tacklebox. Als wir nach stundenlangem fischen und mehrmaligem Versetzten des Bootes, noch immer nicht die erhofften Zander und Hechte fanden, wurde ich von einem lauten Platschen in unmittelbarer Bootsnähe aus dem Halbschlaf gerissen. Kurzer Blick und es war klar, dass ein großer Hecht ca. 10m vom Boot entfernt in Richtung Ufer am rauben war. Er raubte dermaßen oberflächennah, dass man ihn sehen konnte und ich habe ihn gleich zw. 85cm – 100cm geschätzt. Ohne zu zögern wurde der Hecht angeworfen und ich hoffte auf den lang ersehnten Ruck in der harten Spinnrute. Mehrmals warf ich die Stelle an und ca. 2-3m, vom Boot entfernt konnte ich sehen dass der Hecht meinen Gummifisch in Naturfarben verfolgte. Mein Puls wurde schneller als klar war, dass es doch einen Meterfisch ging. Doch es kam wie es kommen musste, trotz allen Tricks drehte der Hecht ab und ließ sich auch mit anderen Ködern nicht mehr anlocken. Man möge mir verzeihen, aber 6 Stunden auf dem Wasser und dann eine solche Chance lassen einen gestandenen Angler dann doch am Ego kratzen.

Trotz der fern geblieben Zander und Hechte war es ein tolles Erlebnis und das Gewässer an sich ist ein Traum für Angler aus ganz Deutschland. Für mich steht fest, ich werde wiederkommen. Andere Jahreszeit, aber gleiche Motivation. Dann klappt es auch hoffentlich mit den ganz großen.

Lieben Gruß & Petri Heil

Sascha

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