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Mrz 15

Neuseeland 7/8 – Wer sich nicht traut – fängt keine Trout!



Nach dem vorzüglichen Start in die neuseeländische Fischerei, wollte ich die Gunst der Stunde nutzen und gleich noch mein Freshwater-Debut absolvieren. Ich hab mich schlau gemacht und von einem  ständig betrunkenen Kiwi, der sich gestern Abend mit meinem Leatherman-Tool in der Küche einen Zahn gezogen hat, während ich am kochen war, den Tipp erhalten, mein Glück unter einem riesigen Staudamm zu versuchen.

Gegen Mittag machte ich mich auf, ein paar Biere & Brote als Proviant ,die Speedmaster und meine heiligen Freshwater Lures im Gepäck…
Kaum angekommen erforsche ich mit der Polbrille das Wasser, was ich da zu sehen gekriegt habe übertrifft alles was ich an meinem Leben an Forellen Aktivität gesehen habe! Die Forellen jagen in Rudeln- Schwärme kleiner Beutefische.
Das Wasser kocht! mein Herz macht einen Sprung – so kann die Fliegenausrüstung erst mal im Wagen bleiben – ganz ehrlich?
Ich dachte das dauert keine fünf Minuten bis ich eine dieser gierigen Brocken gefangen habe!
…und so kann man sich täuschen!
Schnell merkte ich, dass ich mit dem Jackson Wobbler nicht in die Nähe der Fische komme. Ich hole die Stucki Brauen, die Luckzy Craft wander und alles was sonst noch weit fliegt – mit dem Löffel nichts. Dann – Biss – mannnnn -was geht denn hier ab – die Forelle klaut mir den nagelneuen Wander! Das hat noch nie eine Forelle bei mir fertig gebracht – ich weiß schon wie man Knoten bindet!
In regelmäßigen Abständen kocht das Wasser, wenn sich ein Rudel einen Schwarm kleiner Fische einverleibt .
Ich gehe fast die Wände hoch!
Frust – den zweiten wander montieren und es kommt wie es kommen muss, beim zweiten Wurf versenkt –
Jetzt hallt ein lauter Habafluch durchs menschenleere Tal!
Na gut ihr Biester – ich montiere den Meerforellenlöffel, beim ersten Wurf ein Biss!
Die Regenbogenforelle springt meterhoch aus dem Wasser, immer und immer wieder, ich hab sie nicht annähernd in meine Richtung dirigieren können, da hatte sie den schweren Löffel bereits abgeschüttelt…
Dieses Spiel sollte sich jetzt wiederholen, im Halbstundentakt den ganzen Nachmittag lang.
Die Forellen hier sind nicht zu vergleichen mit unseren, die sind richtig, richtig stark und wild –
ich zweifle ernsthaft an meinem Können…
Rauche eine ganze Schachtel Zigaretten, meine Arme schmerzen, denn die Bisse sind so heftig, dass es mir jeweils fast die Rute aus der Hand reißt!
Ich wechsle auf die andere Seite des Flusses – ich geh hier nicht weg bevor ich nicht eine dieser Forellen gefangen habe!
Der Tag neigt sich dem Ende zu – mein Lied der entwischten wilden Forellen hallt einsam durch das verlassene Tal…
Ich geb nicht auf ich geb nicht auf ich geb nicht auf!
Ich verliere etwa 10 Rainbows weil sie sich im Sprung abhaken und etwa fünf Browntrouts , die mir Meter um Meter Schnur klauen ohne das ich sie auch nur in meine Nähe dirigieren konnte, um sich dann mit einer Rolle seitwärts zu verabschieden.

Ich zweifle ernsthaft.

Da kommt ein weiterer Biss, ich denke juhuuuuuuuu, die ist kleiner und schwächer, die werd ich kriegen!
Ich hab sie gekriegt, meine erste neuseeländische Browntrout – die kleine maß stolze 53cm!! Die verringerte Kampfkraft beruhte wohl auf einer alten Verletzung, bei der der Forelle im hintersten teil die Wirbelsaeule gebrochen wurde, der Fisch war
aber gesund und fett – und ich glücklich und erfüllt!
Diese Schmach hätte ich nicht auf mir sitzen lassen können – und auch wenn es 8 Stunden Spinnfischen sind – der haba gibt nicht auf!

..und ich werd bald wieder den Regenbogen nachstellen – vielleicht mit dem Streamer an der Fliegenrute denn die schweren Köder sind gar nicht tauglich bei den kräftigen, wild springenden Rainbows…

habakuk

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