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Mrz 14

Neuseeland 8/8 – Fliegende Fische




Ich habe mir eine Woche Zeit genommen um meinen ersten Fisch mit der Fliegenrute zu fangen.
Zu diesem Zweck bin ich meinen Forellenfluß hochgefahren, zu einem Campingplatz bei einem Stausee.  Ein See müßte zum Anfangen etwas einfacher sein. Ich habe die Lage einen Abend lang abgecheckt, endlich ein richtiger Abendsprung – yeah!


Ein Seitenarm des Stausees

Am nächsten Tag konnte ich spontan mit dem Boot aufs Wasser, die Fliegenfischerausrüstung war noch nicht bereit – darum rasch zur Spinnfischerausrüstung gegriffen und los geht es! Ich hab mir einen tollen Typen „geangelt“,  der Eigentümer des 200 Dollar Bootes, ist im „Flyfishing Team New Zealand“
und ein wirklich guter Fliegenfischer – das hat er auch gleich bewiesen und mit dem Streamer innerhalb einer Viertelstunde drei wirklich tolle Brown – Trouts gefangen! Ich wurde eifersüchtig – denn die Forellen
wollten keinen gefallen an meinem Jackson Artist finden, und das viele kraut machte alles etwas schwierig.
Fliegenfischen im Kraut ist wesentlich praktischer – auch wenn es Streamer sind, verhängen die wesentlich weniger, und mit zwei drei „l “ ist das Kraut weg vom Köder….
ch hab es doch noch geschafft eine Brown Trout vor die Linse zu bitten – und es war keine schlechte! Der Eindruck täuscht etwas, der Typ ist riesig und hat Pranken wie ein Bär, die Kiwis staunen immer, daß ich mit dem Artist Forellen fange, das sei doch ein Kahawaiköder! wenn die wüßten, mit was für Kaliber ich auf kleine Schweizerforellen fische…

Nach dieser eindrücklichen Präsentation des Gewässers, wollte ich es selber wissen.
mit Wathose, Watschuhen, der alten Fennwick-Rute von Papa Loup und schönen grünen Streamern mit rotem Bauch bewaffnet, begebe ich mich „ins“ Wasser, um den neuseeländischen Forellen zu zeigen.
Daß ich fleißig geübt habe – zuhause im Garten .
Der erste Wurf klappt ganz ordentlich – und waaas? – ein Biß! Ich hab mich derart erschrocken, daß ich alles falsch gemacht hab und den fisch nicht haken konnte, aber welch ein Motivationsschub! Ich angelte stundenlang, hatte immer wieder Bisse die ins Leere gingen, sah viele große Forellen in meiner Reichweite – daß muß heute noch klappen!
– und das hat es auch, meine erste Forelle an der Fliegenrute – was für ein Erlebnis!
Ich wollte natürlich gleich den großen raus hängen und hab den Feumer gar nicht erst ans Wasser genommen,
Die Handlandung war etwas turbulent, aber es hat geklappt!
Die Bilder sind so toll geworden – sie entsprechen voll und ganz meinen Gefühlen…

Angespornt vom Erfolg war ich am nächsten morgen früh schon am wasser, konnte aber weder Aktivität verzeichnen und schon gar keinen Fisch mehr fangen. Den Abendsprung hab ich verpaßt, und sowieso, mich zieht es weiter, flußaufwärts in den Bach…
Meine Reise wird immer abenteuerlicher, ich hab schon seit Tagen keinen Touristen mehr getroffen, und am Bach beim „Campingplatz“ am Wasserfall, gibt es überhaupt keine Weißen mehr – nur noch Maori. Das macht mir meistens nichts aus, wenn ich aber spät abends alleine auf einem mir fremden Platz, mitten im Wald, sitze und ein riesiger verrosteter Jeep kommt angebraust, bremst kurz vor meiner Kaffeetasse – und eine Gang
großer, fetter, tätowierter Maoris linst hinterhältig grinsend und Sprüche klopfend zum etwas verängstigten „white boy“ – nur um dann irgendwas zu faseln und mich auszulachen und wieder davonzubrausen, fühle ich mich schon etwas einsam hier – aber auch frei und wie ein richtiger Abenteurer .


Das bin ich

Ich verstecke mein Auto ein wenig im Busch, damit ich den Bach am Abend ohne Angst um Hab und Gut erkundigen kann.
Stirnlampe und Trockenfliege montiert und los geht es!
Schon nach ein paar Metern scheuche ich die ersten Forellen auf – juhuuu, es gibt sie auch im Whirinaki-River!

Die Sedge Slidet bestens übers muntere Bachwasser – und schon bald beobachte ich den ersten Biß, der aber ins leere geht… und wieder mal sag ich zu mir. Ich geh hier nicht weg, bevor ich nicht eine Forelle an der Trockenfliege gefangen habe!
Da ich wohl das Glück gepachtet habe, wurde mir diese Freude bereits am ersten abend vergönnt!
Eine kleine schöne Rainbow hat sich den riesigen neuseeländischen „Trockenbesen“ geschnappt – und ich hab sie geschnappt . Danke „big mama“ – du hast mich soeben zum Fliegenfischer gemacht!

Die Wildnis hat es mir angetan, ich will es jetzt richtig wissen. Früh am nächsten morgen breche ich auf, Bach aufwärts .
Ich durchquere die letzte Ortschaft vor dem „Nichts“ – muß wohl so was wie die Bronx von Neuseeland sein – das Kaff.
Überall total heruntergekommene Gang-häuser, die „reds“ haben hier das sagen, sieht man an den Tags. Ob blues oder reds (black power und mongrel mob) beide großen NZ – Gangs sind extrem gefährlich und kriminell. Ich bin froh – so früh am morgen ist kaum jemand unterwegs. Ich fahre mitten in den riesigen Nationalpark, mache erst eine
Wanderung um sechs Uhr in der Früh, alleine durch den Urwald… herrlich! Nach dem Kaffee im Urwald mach ich mich auf, um einen Platz zum bleiben zu suchen. Ich finde den traumhaftesten Spot den ich mir nur vorstellen kann.
Der Bach fließt in verschiedenen Läufen, bildet Inseln, ruhige tiefblaue Pools – für die nächsten Tage sehe keine Menschenseele mehr… nur noch haba und der Bach und die Forellen…

Ich habe auf meinen ausgiebigen Wanderungen alle Fische in meiner Umgebung persönlich kennengelernt.
Es gibt einige tolle Rainbows da, bestimmt um die 2kg. Ich habe mit Trockenfliege und Nymphen an der „Indicator-fly“ (royal wulf) gefischt…
Kurts Riesengrashüpfer kam auch zum Einsatz und hat als einziger Köder das Interesse einer schönen Forelle geweckt.
Aber leider konnte ich keinen dieser tollen Fische fangen – aber hey – spielt das eine Rolle?
Ich hatte den tollsten Spielplatz für große Jungs den man(n) sich nur vorstellen kann!
ich hatte meine Ruhe – ja – ich hatte den Frieden…

habakuk

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