«

»

Okt 26

Ostfriesland – immer eine Reise wert.

Autor: XL7

Hallo Gemeinde!

Zu schnell waren 10 Tage Urlaub in Ostfriesland vorbei und wir sind wieder gesund zu Hause angekommen!
Der Urlaub war nicht als Angelurlaub ausgerichtet, sondern eher als Sightseeing, aber natürlich geht´s nicht ganz ohne Angeln.

Ostfriesland bietet sich dazu gerade  an…rund 630km Gewässer kann man mit einer Karte befischen.
Vom breiten Tief bis zum kleinen Sielgraben ist alles dabei und alles findet man auf einer Gewässerkarte, welche speziell für Angler gemacht wurde und die man beim BVO und den Kartenausgabestellen für 5,90 Euro kaufen kann…eine lohnende Ausgabe.
Die aktuellen Angelkartenpreise und Bestimmungen findet man auf der Homepage des Bezirksfischereiverbandes Ostfriesland (BVO).

Hier ein paar schöne Angelstellen im Bild:
Der Leybuchtverbindungskanal bei Greetsiel

Der Leybuchtverbindungskanal irgendwo in der Mitte


Der Leybuchtverbindungskanal bei der Schleuse vom Norder Tief


Das Norder Tief beim Hundeplatz

Der Leybuchtverbindungskanal am Ende der Fischereigrenze

am Kanal sah es  recht viel versprechend aus,

aber wollte es nicht so recht und man musste rumprobieren

und quasi die ganze Palette der Köderbox durchhecheln,

was dann doch einen kleinen Erfolg brachte! Dieser mittlere, aber  schön gezeichnete Barsch erbarmte sich meiner und schnappte zu.

Da ja, wie schon erwähnt, der Urlaub nicht als reiner Angelurlaub ausgelegt war, auch wenn es bisher nicht so aus sah, seien hier noch die anderen Aktivitäten erwähnt, viele davon kultureller und  kulinarischer Art

Klar, wenn man in Norden/Norddeich ist, ist der Besuch in der Seehund-Aufzuchtstation quasi Pflicht, aber auch interessantes Vergnügen.
Irgendwie sind die kleinen Heuler zu beneiden; den ganzen Tag nur faul rumliegen, fressen und dafür gelobt werden, wenn man kräftig zunimmt.
Nebenbei erfährt man sehr viel interessantes über das Wattenmeer und dessen Bewohner, speziell über Seehunde und Robben.

Der Aufzuchtstation ist das sogenannte Waloseum angeschlossen, in welchem das konservierte Skelett eines vor Jahren gestrandeten und verstorbenen Wales ausgestellt wird.
Dazu gibt´s noch jede Menge weitere Infos zu den Walen, der Vogelwelt des Wattenmeeres und auch über den Fischfang.
Ein paar große Aquarien mit einheimischen Meeresfischen sind dort auch zu sehen.

Walskelett

ein schöner Plattfisch,  in „Pfannengröße“

Einer der berühmtesten Söhne Ostfrieslands, wenn nicht sogar der Berühmteste der Neuzeit, ist OTTO Waalkes.
In oder besser gesagt bei Pilsum findet man „seinen“ Leuchtturm, den wir ausgerechnet am 10.10.2010 besuchten.
Da steppte echt der Bär, weil dort eine Hochzeit nach der anderen im Halbstundenrhythmus statt fand.
Die Brautpaare standen Schlange, nur um in einer von innen vergammelten und rostigen Metallröhre zu heiraten, welche zudem noch von außen mit Graffitis verschmiert war. Nie im Leben wäre das für mich in Frage gekommen.

Otto-Turm

Aber außer einer wenig ansehnlichen Blechröhre, fand sich am Deich auch dieser hübsche „Turm mit Deckel“

Um bei OTTO zu bleiben, einen Tag ging  es nach Emden, unter anderem auch in das OTTO-Huus…was sich aber als Fehlgriff erwies.
Ein total enges, überlaufenes Haus voller Klamauk, abgedroschener Gags und Requisiten aus seinen Filmen…
Prädikat: absolut verzichtbar!

Ein Museumsschiff stand auch auf dem Plan, ebenso wie das Bunkermuseum Emden, was wirklich sehr interessant war…und auch sehr beklemmend.
Man gewann einen sehr intensiven Eindruck, was das Leben im Luftschutzbunker bedeutete, dazu gab ves viele Informationen, die für manches  AHA-Erlebnis sorgten.
Leider kann ich hier mit keinem Foto dienen, da ich ehrlich gesagt unter dem Einfluss der Eindrücke das Fotografieren völlig vergessen hatte.
das Museumsschiff

Das große Landesmuseum mit Rüstkammer musste ausfallen, weil das Kreuz nicht mehr mitspielte, aber auf dem Rückweg reichte es noch für einen Abstecher nach Surhuusen, dem Ort mit dem schiefsten Turm der Welt.
Der Kirchturm steht wirklich total schief, was sich aber leider nicht auf einem Foto festhalten ließ.
Hier die Bestätigung aus dem Guinnessbuch der Rekorde.

Leider konnte die Kirche nicht von innen besichtigt werden, da dort gerade eine Trauerfeier statt fand.

Sehr interessant war auch der Besuch im Moormuseum Moordorf .
Dort bekam man einen Eindruck über das ärmliche und harte Leben der Torfstecher und ihrer Familien.
Torf war früher ein sehr wichtiger Brennstoff.
Die Hütten waren klein und absolut ärmlich, wobei die hier gezeigte Hütte schon zu den „luxuriösen“ Exemplaren gehörte.
Zum Vergleich: Ich bin knapp 2m groß.
In so einer Hütte lebten durchaus mal 8-10 Personen….

Blick ins Innere, wobei die Kochstelle mit Kamin absoluter Luxus war.


Dann war da noch das schöne Fischerdörfchen Greetsiel mit seiner noch aktiven Krabbenfischerflotte.

Ganz Greetsiel steht im Zeichen der Krabbenfischerei und schlachtet das natürlich auch touristisch aus.

Hier werden grade die gefangenen Krabben angelandet, welche schon auf See in Salzwasser gekocht werden.

Das  sind die zu kleinen Krabben, welche nicht in den Verkauf gelangen,

von den Bauern abgeholt  und als Tierfutter verwendet werden!

Klar, dass wir uns für das Abendessen ein paar Krabben mitgenommen haben.
Das Pulen ist nicht so schwer, wie es immer beschrieben wird. Für 1kg Krabben haben wir zu zweit 25 Minuten gebraucht.
Übrigens die beiden Kisten Flensburger  im Hintergrund ist  alkoholfreies Malzbier. Das beste Malzbier, das man kriegen kann.

Das Krabbenfleisch gab es dann auf gebuttertem Schwarzbrot. Ein Gedicht und nicht zu vergleichen mit dem Krabbenfleisch, das man fertig zu kaufen bekommt.

In Norden selbst gab es natürlich auch etwas zu sehen, hier ist besonders die Ludgeri-Kirche zu erwähnen, welche eine wunderschöne Orgel und eine herrlich geschnitzte Hochamtskanzel besitzt.


Tja…und da es ja schon durchgesickert ist, dass wir bis auf einen Regentag richtig gutes Wetter mit viel Sonnenschein hatten, gab es am Abend natürlich auch sehr schöne Sonnenuntergänge…

Gruß XL 7

Zur Werkzeugleiste springen