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Sep 10

Schweden 2010

Endlich war es soweit und es ging mit dem „Schwedenteam“ wieder Richtung Norden. Unser Reiseziel war wie immer eine kleine Hütte in der Nähe von Rydaholm.

Dirk, Guido und Andreas (von links)

Am Donnerstag die Sachen gepackt und Freitag das Auto beladen oder besser vollgestopft. Dabei wurde Dirk mit in das Gepäck integriert. Gegen 11:00 Uhr ging es los Richtung Rostock. Ohne größere Verzögerungen kamen wir gegen 14:30 Uhr an der Fähre an. Ab 15:00 Uhr wurde die Fähre beladen und um 15:30 Uhr ging es los Richtung Trelleborg.

Dort legte die Fähre pünktlich um 21:00 Uhr an. Nach weiteren 3,0 Stunden Autofahrt konnten wir in der Hütte einen Begrüßungskräuter trinken und die Betten beziehen.

Am Samstag erst einmal ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt und dann das ganze Material zum Boot geschafft. Dort angekommen die erste Ernüchterung, denn der Wasserstand war ca. 1,0 m über Normal und das Boot war zwischen den Bäumen des Uferbewuchses angebunden, mit Gummistiefeln fast nicht erreichbar.

Egal, Motor und Echolot montiert, die Spinnruten fertiggemacht und raus auf den See. Zielfisch war wie auch die Jahre davor der Zander. Wir konnten zwischen 10:00 und 16:00 Uhr 6 Zander mit unseren Gummifischen überlisten, nur leider war der Größte ca. 55 und der Kleinste ca. 18 cm. Aber für den Anfang waren wir zufrieden.

Bei einer Rundfahrt über den See mussten wir leider feststellen, dass bei dem Hochwasser sämtliche Uferbereiche überschwemmt waren und somit ein Angeln von Land unmöglich war. Am Abend ging es noch einmal von 17:00 – 20:00 Uhr auf den See und Dirk konnte noch einen kleinen Hecht und ich den einzigen Barsch der Woche fangen. Leider gibt es davon keine Fotos, da wir zu dem Zeitpunkt noch der Meinung waren die richtigen Brocken im Laufe der Woche zu fangen.

Wasserstand normal

Wasserstand August 2010

Am Sonntag wurde ich wie immer recht zeitig wach und machte mir Frühstück. Da ich meine beiden Freunde als Langschläfer kannte, schnappte ich mir das Boot und fuhr alleine auf den See. Ich konnte von 07:30 – 10:00 Uhr 5 Zander von 45 – 50 cm fangen. Dann machten sich meine beiden Langschläfer bemerkbar und ich fuhr zu ihnen an das Ufer. Da die Beiden auch auf Zander wollten blieb ich an Land und baute im Wasser stehend meine Feederrute auf. Nach einer Stunde hatte ich einige ordentliche Plötzen gefangen, aber auch die Nase voll, im Wasser stehend die Fische im Drill zwischen den Bäumen hindurch zu zirkeln. Dabei schwamm mein Eimer mit Futter und Maden an einen Baum angebunden vor meinen Füßen.

Mein „Feederplatz“

Die Beiden kamen dann gegen 15:00 Uhr und hatten 15 Zander in Standardgröße gefangen (40 – 50 cm). Nach einem ausgiebigen Mittag ging es von 16:00 bis 18:30 Uhr noch einmal auf den See und ich konnte noch 2 Zander mit meinem Kopyto überlisten.

Am Montag das gleiche Spiel, ich bin leise aufgestanden und habe gefrühstückt. Gegen 06:30 Uhr war ich auf dem See. Als ich die Beiden vom Ufer abholte standen schon die ersten Zander auf meiner Liste. Wir fuhren dann gemeinsam bis 14:00 Uhr auf den See und konnten gesamt 11 Zander fangen. Leider alles die kleinen Burschen. Nach einer ausgedehnten Mittagspause ging es von 16:00 bis 19:30 Uhr noch einmal gemeinsam raus. Gesamt konnten wir noch einmal 6 Zander fangen. Ich muss an dieser Stelle auch anmerken, dass wir täglich zwischendurch auch schleppend und werfend hinter den Hechten her waren, nur leider wollte Meister Esox nicht so richtig. Eine freudige Überraschung gab es dann noch für mich, denn beim Versuch einen Hecht mit einem großen Effzett-Blinker zu fangen ging mir mein allererster mit einem Blinker gefangener Zander an den Haken.

Am Rande noch eine Bemerkung zum Wetter – es war total durchwachsen. Von der einen Woche hatten wir gerade mal zwei Tage an denen es nicht regnete. Zum Glück waren es meist nur kurze Regenschauer, aber nervig war es schon, raus aus dem „Wallerposenkostüm“ und eine halbe Stunde später wieder rein in den orangen Regenanzug.

Dienstag war ich, wie auch die Tage davor gegen 07:00 Uhr auf dem Wasser. Gegen 10:00 Uhr die Freunde eingeladen und gemeinsam bis 16:00 Uhr die Kunstköder fliegen lassen. Das war von den Zandern her mein bester Tag, denn ich konnte in der Zeit 11 Stück fangen, aber wir konnten auch etliche Kontakte nicht verwandeln.

Zum Abendbrot gab es frittierte Fischfilets (Barsch, Hecht und Zander) mit Salzkartoffeln und Sahnedillsoße. Keine Frage, da hat Andreas was locker. Danach schafften wir es gerade noch den Tisch abzuräumen, aber so voll gefuttert war an Angeln nicht mehr zu denken.

Am Mittwoch das selbe Spiel, ich fuhr nach einsamen Frühstück hinaus in den Nebel, um endlich den Zander zu erwischen auf den man eigentlich bei jedem Wurf hofft.

Es wurden aber nur die kleinen Stachelritter wie die Tage davor. Da ich, inzwischen bei schönstem Sonnenschein, jeden Augenblick mit dem Erscheinen der beiden Freunde rechnete, blieb ich in unserer Bucht und versuchte tapfer mit dem Effzett doch einen Hecht zu überreden. Es gelang mir doch tatsächlich – seht selbst ; )

Wir versuchten noch einmal gemeinsam unser Glück, konnten aber neben dem Mini-Hecht nur noch 8 Zander in gewohnter Größe fangen. Ich ließ mich dann gegen 15:00 Uhr von den Beiden am Ufer absetzen, da ich mir für den Abend ein Nachtangeln vom Boot aus vorgenommen hatte und dafür etwas vorschlafen wollte. Ich bin gerade eingeschlummert, da stürzen die Freunde in die Hütte – total durchnässt. Man staunt wie schnell hier im Norden die dunklen Wolken ran sind und wenn sie sich öffnen, dann sollte man nicht im Freien stehen.

Während ich noch am Zusammenpacken war setzten sich die Beiden ins Auto und drehten eine Erkundungsrunde. Nach etwa einer halben Stunde waren sie begeistert zurück und ich zum Glück noch nicht auf dem See. Denn sie hatten in etwa 1,5 km Entfernung an einem benachbarten See einen kleinen Damm ausgemacht auf dem wir wunderbar zu dritt sitzen und vom Ufer aus Angeln konnten. Also das Angelzeug und die Würmer ins Auto und hin zu der Stelle. Perfekt, es war sogar auf dem Damm gemäht und unser Auto stand nur etwa 50 m entfernt.

Schnell, beim letzten Licht, die Gerten aufgebaut und mit Wurm bestückt. Einziger Nachteil war der nicht enden wollende Regen. Auf so einem Damm aus Schotter und Fels bekommt man keinen Schirmständer fest und so standen wir unter ein paar Laubbäumen und hofften auf irgend einen Fisch. Gegen 20:15 Uhr war es dann soweit. Ohne Ansatz kreischte meine Freilaufrolle und der Bissanzeiger jaulte wie wild. Hin, Rute gegriffen und den Anhieb gesetzt. Ein ordentlicher Widerstand, der sich nach der Landung als mein PB-Aal herausstellte – 94 cm und 1440 Gramm.

Es wurde ein richtig genialer Abend. Gegen 22:00 Uhr lies der Regen langsam nach und wir konnten mit unseren Würmern gesamt 11 Aale,  2 Quappen (beide ca. 35 cm) und 4 Brassen von 50 – 60 cm fangen. Nebenbei vergeigten wir noch etliche Bisse. Gegen 01:30 Uhr packten wir ein.

Am nächsten Morgen doch etwas länger geschlafen und dann aber raus. Ich war gegen 08:00 Uhr auf dem See und der Rest der Truppe stieß erst gegen Mittag dazu. Bis 16:30 Uhr hatten wir 3 Zander und ich konnte doch tatsächlich noch einen besseren Hecht (ca. 70+) bis zum Boot drillen. Da die Entscheidung ob Kescher oder Handlandung dem Hecht wohl zu lange dauerte, spuckte er mir den Gufi vors Boot  und verabschiedete sich mit einem lauten Platschen. Dann ging es für mich wieder zur Mittagsruhe und die Kumpels fuhren noch einmal raus. Leider wollte kein Räuber mehr einen der angebotenen Kunstköder.

Dann Abendbrot gegessen und ab zum Nachbarsee. Es regnete zwar an dem Abend nicht, aber dafür fiel die Temperatur bei einer sternklaren Nacht auf 5°C.

Die Freunde hatten sich noch schnell ein paar Köderfische gestippt die sie als Fetzen oder Filet anboten. Ich versuchte es wieder mit Wurm. Ich konnte an diesem Abend wieder einen schönen Aal von 87 cm fangen und Andreas hatte einen Zander auf sein Filet.

Die Überraschung kam dann beim Einpacken. Als ich die Montage einholen will spüre ich einen Widerstand – kurz angeschlagen und nach einem kurzen Drill liegt eine 44 cm Schleie vor mir im Gras.

Am Freitag wollten wir es noch einmal wissen. Diesmal fuhren wir gemeinsam gegen Mittag auf den See und konnten noch einmal 10 Zander überlisten. Dann hieß es auch schon zusammenpacken und die Sachen vom Boot zum Haus den Hang hoch schleppen. Eine recht schweißtreibende Sache, vor allem da man ja im Laufe der Woche immer mal wieder etwas nach unten zum Boot mitgenommen hatte.

Der Weg nach oben zur Hütte flankiert von Pilzen.

Dirk und ich waren uns einig, dass wir am Abend noch einmal zu dem anderen See mussten, auch wenn es nur von 19:40 – 23:30 Uhr war. Andreas verspürte keine Lust mehr bei der Kälte einen Ansitz zu machen. So zogen wir zu zweit los um unserer Würmer zu baden. Insgeheim hoffte ich ja noch auf eine richtig schöne Schleie. Die Ruten aufgebaut und es war genau 20:03 Uhr als es ein paar mal an meinem Bissanzeiger piepste. Sofort hoch, den Bügel auf und die Schnur zwischen die Finger. Ganz leichtes zupfen war zu spüren und es dauerte bestimmt 5 Minuten eh der Fisch los zog. Anhieb und schon war die Gerte krumm. Ein kurzer Drill und eine schöne Schleie (52 cm PB) tauchte im Licht der Kopflampe auf.

Neben der schönen Schleie konnte ich den Abend noch 3 Aale von 76 , 84 und 87 cm sowie einen ordentlichen Brassen fangen. Dann mussten wir leider los, denn am nächsten Morgen stand einpacken und Hütte sauber machen auf dem Programm.

Am Samstag in Ruhe gefrühstückt, das Auto beladen und die Hütte gereinigt. Die Fähre fuhr auch pünktlich, die Straßen waren nicht nur in Schweden sondern auch in Deutschland frei und so waren wir gegen 23:50 Uhr wieder zu Hause.

Gesamtergebnis der Woche (ohne meinen Feedertag und die Köderfische)

Zander: 80 ; Hecht: 3; Aal: 15; Barsch: 1; Quappe: 2, Schleie: 2 und Brassen 50+: 6

Gruß Guido

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