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Mrz 03

Schweden – ein Reisebericht

Als nach einigen Stunden anstrengender Fahrt die ersten Schilder vor Straßen kreuzenden Elchen warnten, wusste ich es ganz sicher: Ich bin hier in Schweden!

Nach der Ankunft auf der Fornamala Ranch ( www.fornamala.com ) lief ich gleich die beiden Seen auf dem Ranch-Grundstück suchen. Den einen fand ich dann nach einer etwas orientierungslosen Suche auch, die Lage des anderen Sees sollte mir erst einmal verborgen bleiben.

-Blick auf den größeren der beiden Hausseen, mit den kostenlos zur Verfügung stehenden Ruderbooten-

Als ich wieder bei unserem Haus ankam, war auch schon der Betreiber der Ranch, Thomas Niklasson zur Stelle, um mir den zweiten See zu zeigen und um uns zu einer kleinen Rundfahrt einzuladen. Er zeigte uns wo seine 10 kostenlos zur Verfügung stehenden Ruderboote lagen und noch vieles mehr.

Am nächsten Tag wollte ich mich um die Angellizensen für den ca 15 km langen Törnsee und den Kirchensee kümmern (an beiden Seen stehen Boote zur Verfügung!),jetzt musste ich erst einmal angeln.

Mir blieben zwar nur noch ein paar Minuten, aber das war für mich kein zwingender Grund aufs Angeln verzichten zu müssen. Nachdem die Sonne schon hinter den Baumwipfeln verschwunden war, wollte ich die letzten paar Würfe machen. Als ich den Salmo Slider der Krautkante entlang jerkte, durchfuhr auch schon der erste Ruck die Rute! Der Anhieb saß und nach einem kurzen, spritzigen Drill lernte der allererste Schwedenhecht meinen Kescher kennen. Nach diesem ersten Erfolgserlebnis konnte ich beruhigt zum Haus zurücklaufen!

-In der Dämmerung konnte ich den ersten Schwedenhecht landen-

Am nächsten Tag fuhren wir in das ca. 5 km entfernte Vissefjärda (800 Seelen-Dorf), um dort an der Tankstelle die Angelkarten zu kaufen.Für die erste Woche kaufte ich mir die Karte für den Kirchensee und für die darauffolgende die für den Törnsee.

Am Kirchensee fand ich viele flache (meistens unter 2m Wassertiefe), schilfbestandene Buchten vor. Die ersten Stunden wollte ich mit Jerkbaits fischen, da das Wasser etwas moorig war und keine großen Sichttiefen vorzuweisen hatte, mussten auffällige Farben her.

Da ich aber nach 2 Stunden erst einen Hecht zum Anbiss verleiten konnte, begann ich über die Angelstrategie nachzudenken.

Ich durchsuchte meine Köderboxen nach einem geeignetem Köder, da „lächelte“ mich auch schon ein weißer Buzzbait an.“Warum nicht?!“, dachte ich mir. Der Buzzbait macht an der Oberfläche richtig Lärm und lässt sich sogar mitten durch das Schilf führen ohne sich zu verhängen.

-Der erste Hecht aus dem Kirchesee auf Jerkbait-

Nachdem ich meine Köderfrage zu Gunsten von Buzzbaits und Spinnerbaits entschieden hatte, ruckte es erheblich öfter in der Rutenspitze, praktisch jede zehn Minuten konnte ich Hechtkontakt vermelden.

-Hecht auf den Erfolgsköder des Urlaubs – Buzzbait-

Da nunmal nicht alle Mitreisenden Angler waren, mussten sie sich wohl oder übel auch eine Beschäftigung zulegen. Bevor ich mit meinem Freund zum Angeln ging, machte ich ihnen den Vorschlag, sich als Pilzsammler zu versuchen. Nach einem „Crashkurs“ in Pilzkunde bei Thomas machten sie sich auf den Weg. Blind auf die erst frisch erworbenen Kenntnisse zu vertrauen wäre etwas leichtsinnig gewesen, also fragten wir noch einmal Thomas und er bestätigte uns, dass es delikate Steinpilze waren.

-Selbstgesammelte Steinpilze(und eine Rotkappe),mit Butter in der Pfanne gebraten. Ein ausgesprochen köstliches Mahl!-

Am Freitagnachmittag kam Thomas und verkündete, er werde für Samstag einen Elchbraten herrichten. Nachdem ausnahmslos alle Gäste zugesagt hatten, begann er schon die ersten Vorbereitungen zu treffen.

Für das „Festmahl“ richtete Thomas den Gemeinschaftssaal und die Ranchbar feierlich ein.

Der Braten wurde im Speckmantel über offenem Feuer „gegrillt“ und schmeckte mit Pilzen aus der direkten Region, Kartoffel und noch vielem mehr echt lecker!

Die Teilnahme an diesem Schmaus kostete zwar 250 Kronen extra (für Kinder die Hälfte), aber dieser Preis war es wert, denn immerhin hatte Thomas 10 Stunden gebraucht um alles vorzubereiten!

-Der leckere Elchbraten im Speckmantel-

Für die weitere Woche nahm ich mir den großen Törnsee vor. Dort wollte ich auch mal versuchen ein paar gute Barsche zu fangen. Da der Grund des Sees mit einer extrem dicken Schlammschicht überzogen war, fischten wir überwiegend mit Wobblern.

Mit kleinen Wobblern um die 5cm fing ich an, aber nach massenhaft Fischen unter 20cm mussten doch größere Kaliber an den Wirbel. Nun nahm die durchschnittliche Größe zwar zu, aber meistens waren es Fische um die 20-25cm, die den Köder nahmen.

Nach 2 Tagen und 2 Barschen knapp unter der 35cm-Marke (ehrlich gesagt waren meine Erwartungen höher gewesen), sollten es dann doch wieder die Hechte sein.

-Barsch knapp über 20cm auf Rapala Tail Dancer in 9cm als Beweis,dass auch die schwedischen Barsche richtige Großmäuler sind-

Die Hechte bevorzugten auffällige Köder wie Wobbler in Firetiger oder auch Köder mit Rasseln, aber auch welche, die enorme Reize auf die Seitenlinie ausüben.

Hier fing auch mein Kumpel Moritz seinen ersten größeren Hecht. Ein weiterer Beweis für den sehr guten Bestand schwedischer Seen!

Auch Anfänger in Sachen Raubfisch haben gute Chancen einige gute Exemplare zu landen!

Die Woche am Törnsee war noch einmal ein richtiger „Hecht-Knaller“, mit einigen Fischen am Tag. Hier überschritten die stark bezahnten Räuber aber auch öfters die 80cm-Hürde.

Nachdem meine Fischereierlaubnis für „den felsigen See mit dem guten Raubfischbestand“ abgelaufen war, wir aber noch um 3 Tage verlängert hatten, widmete ich mich noch einmal den beiden Hausseen.

Die Hechte hier waren zwar meistens kleiner, aber dafür war der Spaßfaktor am leichten Gerät enorm!

Einmal attackierte sogar ein sehr großer Barsch (ganz sicher über 40cm) meinen Buzz Bait, just in dem Moment, als ich ihn durch ein kleines Teichrosenfeld führte. Leider zog er sofort nach unten, setzte sich in den Wurzeln fest und verabschiedete sich auf nimmer Wiedersehen.

Der letzte Angelabend bescherte mir drei letzte Hechte von ca 60cm und ging mit einem wunderschönen Sonnenuntergang zu Ende.Wir beobachteten das grandiose Naturschauspiel so lange, dass wir im Dunkeln heimstolpern mussten (wobei wir des Öfteren über gemeine Wurzeln stolperten).

Jacob Gänzler

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