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Sep 07

Urlaub und Angeln im Land der tausend Seen. Teil1

Teil 1

Es liest sich schon vielversprechend, wenn die Mecklenburgische Seenplatte sich so benennt  wie Finnland. Ob dies auch ein Garant für Entspannung, Entdeckungen und Angelei ist wollte ich herausfinden. Die Buchung für diesen Urlaub infizierte mich schon mit Spannung und Enttäuschung. Die oft angewandte Absage war stets: „Tut mir Leid, wir sind schon belegt“. Somit ist mein erster Tipp an dieser Stelle: Ein Jahr im Voraus den Urlaub buchen, will man einen ordentlichen Aufenthalt in Anspruch nehmen. Diese Erfahrung zeigte mir, dass es sich um ein interessantes Urlaubsgebiet handelte. Es hat trotzdem geklappt.

Wo fange ich an? In einer gemütlichen Stadt, die auf den Namen Wesenberg hört, war mein Transporter am Ziel. Nach dem Begutachten der Unterkunft und entladen meiner „dicken Berta“, nahm ich mir die Zeit diese Stadt  kennen zu lernen. Niedlich und verspielt, eine Burg gab es auch sowie ein großes Schild, dass mich nächsten Samstag zum Fischereifest einlud.

Während ich mein erstes Fischbrötchen a la Bismarck genüsslich am (ich nenn es einmal so) „Hafen“ einsog also futterte, kam festwiesenähnliche Musik über das Wasser auf mich zu. Ein riesiges Floß mit dem Namen Elias-Constantin nahte. Ich habe mir dieses Floß angeschaut und war begeistert. Riesengroß und der Eigner erklärte wie viele  „tausend Mann“ darauf passen und was es alles kann. Meine Bewunderung kam in dem Moment, als sie sich auch noch als Erbauer zu erkennen gaben und alle meine Fragen bereitwillig beantworteten. Kompliment.

Wo schmeckt frischer Fisch am besten? Die Antwort war mein nächstes Ziel, ich wollte schließlich in Erfahrung bringen wo das Fischereifest denn stattfindet. Angelkarten und Tipps müsste es da schließlich auch geben. So ging ich hin zum Fischer. Schnell noch zwei Bismarcks und 2 schöne Lübzer Pils mit Genuss vertilgt und ab „nach Hause“. Denn was schmeckt zu Bier? Bratwurst.

Sollte ich schon angeln gehen?  So begann der nächste Morgen. Diese Entscheidung nahm mir meine Frau gerne  ab. Es war auch viel auf dem Tourenplan, der sich obligatorisch zum kleinen Teil zu Hause schon gestaltet hatte. Wer in der dieser Ecke des Nationalparks  Müritz ist, sollte sich einmal das Slawendorf  in Neustrelitz anschauen! Es ist ein sehr liebevoll gebautes Dorf  „aus“ dem 7-12 Jh, was es darstellt. Auf dem Wachturm konnte ich wunderbar den Zierker See begutachten und hatte ein schönen Überblick über das Dorf und seine Frauen. Scherz. Jetzt noch hier aus dem Slawenschiff raus angeln wäre doch das Größte überhaupt. >> Ahja angeln gehen, da war doch etwas. <<

Nun kannte ich ja die Stadt Röbel noch von meinem Wohnwagenurlaub in Gotthun, diese musste unbedingt wieder besucht werden. Eine schöne Stadt am Westufer der Müritz. Wie ein kleines Stück zu Hause fühlte ich mich, als ich zum Anlegehafen ging um mir am schwimmenden Fischimbiss ein leckeres Bismarck-Brötchen zu kaufen. Eine schnelle Entscheidung und schon war ich wieder einmal mit der blau – weißen Flotte zum verweilen und auf ein leckeres Bier die nächsten 3 Stunden auf Deutschlands größten Binnensee unterwegs. Bei so vielem Wasserkontakt blitzt nicht selten der Gedanke an die Angelei auf. Da ja Wasser bekanntlich Hunger macht, war ein Stopp auf der „Heimfahrt“  in Mirow  das Tagesendziel. Ein Insidertipp wurde mir damals von Freunden zugesteckt  die Gaststätte „EX“. Ich kann den Heilbutt immer noch schmecken! Mein Spezi zog sich einen Wels rein und war rund! Apropos Wels, ich war ja immer noch nicht angeln?!

52 Kilometer zeigte mir mein Navi-gerät an. Danach sollten wir im Schmankel der Müritzstädte ankommen. Die einfach nur schöne Stadt Waren. Mit der blau-weissen Flotte ebenfalls anzusteuern. Wer bummeln, einkaufen oder nur rumglotzen will, ist hier im Sommer an der richtigen Adresse. Bummeln wollte ich nicht, einkaufen wollten die Frauen, so habe ich mir im Vorfeld schon ein kleines Ziel herausgesucht ein kleines militärisches  Schifffahrtmuseum in der Stadt. Schnell einen Bismarck neben so einen ollen Holzkapitän, der da rauchend herum sitzt und glotzt, geholt und weiter.  Als nächstes die große Schau im Müritzseum was ein wirkliches Event, ist Naturvermittlung pur. Ob über Steine, Ameisenhaufen, verrottetes  Reh, Fisch und Vögel aus jedem der geschätzten hundert Hörern kann man sich alles erklären lassen und anschauen. Viel Zeit sollte man schon mit nach Waren bringen, denn diese ist sehr schnell weg! Wie beim angeln.

Wo auch viel Zeit dahingeht, ist bei der Gewässersuche in der Seenplatte, es gibt ja reichlich davon. Verbunden wurde dies gleich (da wir Jäger und Sammler sind) mit der Pilzsuche. Da bin ich ich leider nicht so fit mit der Unterscheidung Perl oder Panther? Aber die Körbe waren alle übervoll  mit bekannten Speisepilzen und die Suche nach einem Gewässer für diesen Tag auch erledigt.

Wenn man schon nicht angeln geht schaut man sich Tiere an. So führte die nächste Tour nach Neustrelitz. Ziel war der angepriesene Schlossgarten und der sich dort  in der Nähe befindliche Tierpark. Zu meiner Verwunderung haute mich die als klasse Tipp gegebene Stadt in keinster Art und Weise um. Eher übersichtlich dieser sternförmig angelegte Stadtkern. Der „Hafen“ ähnelte von der Größe her einem Altarm des Flusses Regen. (Übertrieben) Also das Slawendorf am Rande ist wohl eher der wirklich einzige Magnet für Abenteurer. Mit einem Essen im Hafencafe war dieser Tag auch sehr schnell abgehakt und der Grill etwas eher „zu Hause“ am qualmen. Wäre ich heute nur lieber angeln gefahren.

Das Fischereifest war  Klasse. Live Band, Bratfisch,Räucherfisch und andere Fischleckereien. Beeindruckt war ich über das  Jugend- und Informationsfloß, das zu Expeditionsfahrten abgelegt hatte und den Wissensbegehrenden die Kescher gefüllt und erklärt hat. Keine Selbsverständlichkeit . Ich habe mich dazugestellt und die fleissigen Leute beobachtet die immer wieder und wieder die Fragen über Libellen und Köcherfliegenlarven beantwortet haben, mit einer Engelsgedult. Respekt.

Als Karpfenangler hat man es allerdings nicht so leicht, wenn man völlig uninformiert wie ich losfährt weil……

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