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Mrz 23

Schweden 2009

Wir, das sind diesmal Dirk, Andreas und ich, sind guten Mutes vom 18.04.2009 bis zum 25.04.2009 wieder an „unseren“ kleinen See im Süden von Schweden gefahren.

Das Schwedenteam 2009 auf einen Blick – Dirk, Guido und Andreas (von links)

Am Samstag schön gefrühstückt und dann ganz in Ruhe das Boot zu Wasser gelassen, Motor anmontiert, das Echolot angeschraubt, das Angelzeug eingeladen und schon ging es los. Das Wetter war einfach herrlich. Leider blies der Wind die ganze Woche aus Ost bis Südost und jeder Angler weiß, was man über Ostwind sagt. (irgendwer muss die Schuld schließlich auf sich nehmen)

Da wir ja die markanten Stellen vom Vorjahr schon kannten, sollte es (so dachten wir jedenfalls) kein Problem darstellen, die Zander, auf die wir es hauptsächlich abgesehen hatten, an die Ruten zu bekommen. Doch das stellte sich schwieriger heraus als gedacht. So konnten wir von 11:00 – 17:00 Uhr zwei Zander von ca. 40 cm und einen Hecht von der gleichen Länge fangen – naja, wenigstens blieb keiner Schneider.

Erst noch schnell ein paar Köderfische gestippt und dann Abendbrot gegessen (wie auch im Jahr zuvor gab es nur zwei Mahlzeiten am Tag – war einfach keine Zeit für ein Mittagessen). Danach die Sachen ins Boot geladen und zum Einlauf des Sees gefahren. Dort die Ruten ausgebracht und dann hieß es Abwarten. Es dauerte gar nicht lange und der erste Zander hing bei Dirk am Haken – leider nicht viel größer als die beiden vom Nachmittag. Dann wurde es richtig kalt, ca. 2° C und dann noch den Wind von vorn. Wir waren uns schnell einig, dass kein Fisch so eine Quälerei wert ist und packten gegen 23:00 Uhr ein.

Am Sonntag ging es nach einem guten Frühstück wieder raus an die zanderverdächtigen Stellen. Nach etlichen Stunden ohne jeglichen Kontakt hatte Dirk einen schönen Ruck in der Rute, der sich nach sicherer Landung als Hecht von 83 cm und 3200 Gramm herausstellte. Ansonsten fingen wir sehr vereinzelt die kleinen Zander. Nachdem wir von 11:00 – 18:00 durchgepeitscht hatten fehlte die Lust, am Abend noch einmal in die Kälte zum Ansitzangeln rauszufahren. Also machten wir uns in der Hütte einen ruhigen Abend und schmiedeten Schlachtpläne für den kommenden Tag.

Dirk mit seinem 83er

Montag waren wir noch hoch motiviert und starteten gut gelaunt, um die richtigen Brocken zu überlisten. Das Wetter war immer noch spitze – OK es war stellenweise mit 12°C und etwas Wind trotz des Sonnenscheins recht frisch auf dem See. Ich hatte mit zwei Zandern von ca. 45 und 46 cm sowie einem Barsch von 20 cm und einem Hecht von ca. 50 cm (alle Größen nur geschätzt) einen der besten Tage in dieser Woche (zum Glück wusste ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht). Irgendwie schafften wir es wieder, dass keiner Schneider blieb, aber das war es dann auch schon.
Nachdem wir Andreas am Haus abgesetzt hatten, er war als unser Koch mitgereist, fuhren Dirk und ich zum Einlauf schnell ein paar Köderfische stippen. Es gab an diesem Abend frittierte Hechtnuggets mit Kartoffeln und einer Sahne-Dill- Sauce.

Andreas an seinem Arbeitsgerät

Gut gestärkt ging es mit dem Boot zum Nachtangeln. Die Rod-Pods aufgebaut, ein Feuerchen angemacht und gewartet. Wie auch beim Nachtangeln davor dauerte es gar nicht lange, und Dirk konnte einen Zander mit seinem Köderfisch überlisten. Leider war der Bursche auch nur ca. 40 cm lang. Zum Glück hing er gut und konnte schonend zurück gesetzt werden. Dann passierte nichts mehr, außer dass es immer kälter wurde. Aber wir hatten das wärmende Feuer und unsere Kombis. Gegen 00:40 Uhr gaben wir auf und freuten uns aufs warme Bett.

Am Dienstag ordentlich ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt. Während des Frühstücks entschieden wir uns, aus den verbleibenden Tagen Urlaub zu machen und die Angelei zum Zeitvertreib zu degradieren. Es schien zwar die Sonne, aber bei Temperaturen von 10° – 12° C und einem ordentlichen Wind waren Kombis angesagt. Es ging nach dem Frühstück gegen 12:00 Uhr los und es sollte zu meinem persönlichen Schwedentiefpunkt werden – kurz um, ich blieb Schneider. Die anderen Beiden fingen noch zwei kleine Zander und zwei genau so große Hechte. Gegen 18:30 Uhr war ich endlich von diesem Tag erlöst. Abends habe ich noch den Vorschlag gemacht, einmal richtig früh rauszufahren – habe aber nur zur Antwort bekommen „ja mach man ruhig, aber sei leise“.

Also am Mittwoch um 05:00 Uhr leise aufgestanden und alleine rausgefahren. Zu meinem Entsetzen musste ich erst einmal das Boot vom Eis befreien. Vielleicht lag es ja auch an den Motorgeräuschen, also in die Riemen gegriffen und zu den Hot-Spots gerudert. Was soll ich erzählen, gegen 10:00 Uhr saß ich als erneuter Schneider mit den anderen am Frühstückstisch, nur dass die Beiden im Gegensatz zu mir ausgeschlafen waren.
Dirk und Andreas sind dann wieder mit Kunstködern losgezogen, haben mich aber auf meinen Wunsch hin am Einlauf des Sees auf einer Wiese abgesetzt, da ich entschieden hatte, einen Friedfischtag einzulegen. Nachdem die Beiden mit dem Boot weg waren, habe ich zwei Grundruten und eine Matchrute montiert und mit Wurm, Mais bzw. Made ausgeworfen. Etwas Futter (Brot mit Mais und Haferflocken) eingeworfen, so dauerte es gar nicht lange und ich konnte etliche schöne Plötzen von 30 – 35 cm fangen.

Gegen 16:30 holten mich die Freunde wieder ab und ich bekam die Bestätigung, mit dem Friedfischtag alles richtig gemacht zu haben. Sie hatten in der Zeit von 11:00 – 16:30 Uhr einen Zander von ca. 50 cm und zwei Hechte von ca. 60 und 70 cm gefangen.
Nach dem Abendessen, es gab noch mal Hecht, versuchten wir es mit Gummifischen bis in die Dämmerung gegen 21:30 Uhr hinein. Wieder konnten wir zwar herrliche Echos erkennen, jedoch keinen Räuber überlisten. Wir wurden aber mit einem tollen Sonnenuntergang entschädigt.

Donnerstag wurden wieder unsere Jagdinstinkte wach und wir wollten es noch einmal wissen. Gegen 10:30 Uhr raus auf den See und mit den Kunstködern, schleppend und werfend, das Wasser durchpflügt. Der eine Tag Raubfischpause schien sich auszuzahlen, denn ich holte mir den „Tagessieg“ mit zwei Hechten (46 und 73 cm) und drei Zandern (48,42, und45 cm).

Gegen 16:30 hatten wir die Nasen voll und machten uns einen schönen Abend in bzw. vor der Hütte.
Der letzte Tag sollte noch einmal alles bringen. Wir wollten durch den Auslauf in den nächsten See fahren, um es dort zu versuchen. Einziges Problem, wir wussten nicht, ob die Verbindung frei ist und ob unser kleiner Motor es gegen die Strömung zurück schafft. Für die etwas unerfahrenen Bootsfahrer sei kurz erklärt, dass ein Boot sich nur steuern lässt, wenn es schneller als die Strömung fährt. Dabei einem Stein auszuweichen, den man in letzer Sekunde sieht, ist fast unmöglich.

Die Gefahr, Hauptsache liegen keine Steine im Weg

Aber ich kann hier an der Stelle mitteilen, dass alles gut gegangen ist und wir hin- und auch zurückgekommen sind, obwohl sich der Motor ganz schön gequält hat.

Gleich am Einlauf eine tiefe Stelle mit ca. 8 m ausgemacht, erst einmal vornotiert und weiter. Im Grunde sah der See genau wie unserer aus, nur dass hier eine fast gleichbleibende Bodenstruktur mit einer Tiefe von ca. 2,5 – 3,5 m vorlag.
Unter einer Hochspannungsleitung haben wir dann doch noch ein Loch von ca. 5 m entdeckt und es auch gleich mit unseren Kunstködern bombardiert. Nach einigen Würfen konnte Dirk einen schönen Barsch von ca. 35 cm überlisten, aber eh ich den Knipskasten raus hatte, ist er ihm aus der Hand gerutscht und ab über Bord. Das gab natürlich Motivation, also kleinere Kopytos ran und ab dafür. Tatsächlich konnte ich drei Fische kurz haken, habe sie aber leider im Drill verloren und nicht einen zu sehen bekommen. Nach etlichen Versuchen zum Verbindungskanal geschleppt, um an dem Loch noch einmal unser Glück zu versuchen. Dabei ging mir noch ein kleiner Hecht auf meinen Wobbler. Am Loch hatten wir auch nicht den geringsten Kontakt, also zurück auf unseren See.
An einer interessanten Stelle mitten im Verbindungskanal noch mal einen kurzen Stopp eingelegt und Dirk konnte tatsächlich noch einen kleinen Hecht überlisten.

Etwas demotiviert haben wir dann noch etliche Würfe gemacht, immer mit der leisen Hoffnung, dass noch ein richtiger Räuber zuschnappt, aber statt dessen habe ich den Kleinsten erwischt.

Danach war dann der Riemen ganz runter. Es wurde nur noch halbherzig gepeitscht, bis wir entschieden, dem Drama ein Ende zu setzen. Dabei muss ich noch erwähnen, dass Andreas auch einen Schneidertag hatte. Dirk war der Einzige, der immer irgendeinen Räuber erwischt hatte.

Wie immer kam die Faulenzermethode zum Einsatz

Nachdem wir das Boot gereinigt hatten und das Angelzeug im Großen und Ganzen verstaut war, haben wir den Grill angemacht und mit ein paar Würsten die Woche ausklingen lassen. Am Samstag ging es dann um 15:30 Uhr mit der Fähre von Trelleborg aus Richtung Rostock zurück und gegen 00:00 Uhr waren wir wieder zu Hause.

Gruß Guido

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