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Jan 01

Boilie

Der Boilie ist ein selektiver Köder auf Karpfen. Je nach Größe des Boilies (< 16 mm jedoch auch auf Schleien und große Brassen). Beifänge sind äußerst selten aber möglich.


Der Boilie ist grundsätzlich nichts anderes, als ein Teigköder, der durch die Verwendung besonderer Inhaltsstoffe (hier: besonders das Ei) und durch abschließendes Garen zu einer festen und haltbaren Kugel wurde. Das ergab sich bei seiner Entwicklung aus der Forderung, einen für Karpfen attraktiven und gut verwertbaren Köder zu schaffen, der für andere Fischarten weitestgehend nicht aufzunehmen ist. Mittlerweile gilt der Boilie als der Karpfenköder schlechthin. Mit dem Boilie hat das Karpfenangeln eine kleine Revolution erlebt. Aber er wurde in entsprechenden Geschmacksrichtungen und Größen auf für andere Fischarten zu einem sehr erfolgreichen Köder. So lassen sich auch Schleien, Döbel, Barben und kapitale Karauschen oder Brassen damit sehr gezielt befischen.

Unabhängig von den überaus zahlreichen Aromen unterscheidet man grundsätzlich zwei Grundtypen. Den Boilie mit hohem Proteinanteil und den mit maximalem Kohlehydratgehalt. Wobei Letzterer der Geeignetere und für den Fisch besser zu verwertende Köder erscheint. Zusätzlich unterscheidet man bei beiden Zusammensetzungen noch den sinkenden und den schwimmenden (Popup) Boilie, der gerne bei sehr schlammigem Grund als Hakenköder gefischt wird, weil er nicht versinkt und für den Zielfisch deutlicher aus der Masse der Futterboilies herausragt.

Auf Grund ihrer Konsistenz werden Boilies immer an Haarmontagen angeboten. Hier ist der Köder über eine kurze und dünne Schnur mit dem Haken verbunden, der völlig frei liegt. So bemerkt der Fisch den Haken erst, wenn er den Boilie bereits tief im Maul hat. Wenn er nun erschrickt, den Boilie ausspucken möchte, oder flieht, dann greift der Haken an der Lippe und wird gegen den Widerstand des schweren Festbleies so weit eindringen, dass nur noch ein kleiner Anhieb genügt, den Fisch sicher zu haken.

Boilies haben den Vorteil, dass man mit ihnen sehr selektiv auf den Zielfisch angeln kann, Beifänge weitestgehend auszuschließen sind und der Köder über sehr lange Zeit am Angelplatz belassen werden kann. Dadurch entsteht wesentlich weniger Unruhe, als durch das wiederholte Einwerfen konventioneller Köder. Die Verwendung von Boilies an Haarmontagen verhindert auf zuverlässig das tiefe Schlucken des Hakens und ist somit sehr schonend für den Fisch. Boilies und Boiliezutaten werden mittlerweile in einer schier unüberschaubaren geschmacklichen Vielfalt angeboten, so dass wirklich für jeden Zweck und für jedes Gewässer der richtige Köder zur Verfügung steht.

Der Boilie hat aber auch Nachteile. An sehr selten befischten Gewässern muss beinahe zwingend über einen längeren Zeitraum vorgefüttert werden, um die Fische an die für sie neue Form der Ernährung zu gewöhnen. Im Gegenzug dazu können Boilies an stark frequentierten Gewässern von den Fischen fast zur Gänze gemieden werden, da sie damit eine latente Gefahr verbinden.

Leider sind gute Boilies und Boiliezutaten für die eigene Herstellung auch nicht billig. Die Vorbereitung des Angelplatzes und ein längerer Ansitz könne so ein nicht unerhebliches Loch ins Portemonnaie reißen.

Außerdem ist das Boilieangeln für Anfänger absolut nicht geeignet. Es setzt ein sehr umfangreiches Wissen und Verständnis über Zielfisch und Gewässer voraus.

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