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Jan 01

Hartmais

Für folgende Fische besonders geeignet:
Hartmais ist in erster Linie als so genannter Partikelköder beim Angeln auf Karpfen in Gebrauch. Allerdings bewährt er sich auch beim gezielten Fang von Groß-Brassen, Döbeln und auch bisweilen beim Ansitz auf Schleien.


Allgemeines:
Mais ist einer der beliebtesten Angelköder überhaupt. Leider hat der häufig benutzte Dosenmais bei all seinen Vorteilen auch den Nachteil, dass er wenig Resistenz gegenüber Kleinfischen aufweist. Hier hat der Hartmais eindeutige Vorteile.
Hartmais ist nichts anderes, als die am Kolben gereiften Körner, des in manchen Gegenden beinahe allgegenwärtigen Futtermaises auf den Feldern.
Kommt der Speisemais in Dosen hauptsächlich aus französischen Anbaugebieten, wird der Hartmais als gewöhnlicher Futtermais auch in unseren Breiten geerntet. Es handelt sich dabei in der Regel um Sorten, die in der Landwirtschaft zur Fütterung des Viehs verwendet werden. Daher ist Hartmais auch einfach, billig und in größeren Mengen im landwirtschaftlichen Fachhandel und in Lagerhäusern erhältlich. Er wird offen, oder auch in größeren Gebinden, angeboten. Die Körner sind dann bereits vom Kolben getrennt.

Vorteile:
Hier kommen mehrere Eigenschaften dem Angler zu Gute.
– Karpfen werden in den Zuchtbetrieben damit gefüttert. Man muss sie also i.d.R. nicht am diesen Köder, b.z.w. dieses Futtermittel gewöhnen.
– Hartmais ist auch durch aufwendige Bearbeitung nie so weich zu bekommen, wie Mais aus der Dose. Dadurch ist er aber wesentlich widerstandsfähiger und Kleinfische haben so gut wie keine Gelegenheit, ihn mit ihren Schlundzähnen zu zerkleinern.
– Hartmais ist ohne großen Aufwand einsetzbar und er benötigt keine besonderen Zutaten. Das eigene Aroma ist vollkommen ausreichend.
– Es ist ein ausgesprochen preiswerter Köder bzw. Futter.

Fütterung und Gewöhnung:
Hartmais benötigt, im Gegensatz zum Beispiel zum Boilie, keine lange Gewöhnungsphase. Er ist also ein sog. instanter Köder. Trotzdem ist es kein Fehler, sich den Angelplatz damit zu präparieren. Das dient aber nur dazu, dass sich die Fische an einen „gedeckten Tisch“ gewöhnen und den nach Möglichkeit regelmäßig aufsuchen.

Zubereitung:
Die getrockneten und steinharten Köder können nicht ohne eine Vorbehandlung benützt werden. Zum einen, weil sie so nicht gut anzuködern sind und zum anderen, weil sie sonst im Darm der Fische zu quellen beginnen und den Tieren so einen möglichen Schaden zufügen könnten. Außerdem sind sie nach den verschiedenen Zubereitungen wirksamer.

Dazu hat man verschiedene Optionen:

1. Man gibt den Mais in einen verschließbaren Eimer und übergießt ihn mit etwa der zweieinhalbfachen Menge Wasser und lässt ihn so an einem warmen Ort für mehrere Tage weichen und quellen. Dabei wird der Mais in eine Gärung übergehen. Das nennt man die enzymatische Fermentation. Das Wasser nimmt eine schleimige Konsistenz an und riecht nicht besonders gut. Die Fische allerdings lieben dieses Aroma. So zubereiteten Mais benützt man hauptsächlich zum Füttern auf Karpfen.

2. Man weicht den Mais für 24 Stunden ein und kocht ihn dann anschließend für rund 25 min. auf kleiner Flamme. So wird der Mais weicher, man kann dann einzelne Körner ohne viel Kraft zwischen zwei Fingern zerdrücken. Dieser Mais kann dann auch direkt am Haken angeboten werden.

3. Man gibt die die benötigte Menge an Körnern in ein verschließbares Gefäß und übergießt sie mit kochendem Wasser, bis sie gut bedeckt sind. Dieses Mischung lässt man dann über Nacht stehen. Diese Körner haben dann die optimale Konsistenz, um sie, wie meisten verwendet, am Haar anzubieten.

Zusätzliches Tuning:
An und für sich ist es nicht notwendig, dass man Hartmais mit Zusätzen verbessern muss. Manchmal ist es aber trotzdem erforderlich. Brassen sind als „Süßmäuler“ bekannt. Dann bringt es Vorteile, wenn dem Mais eine süße Note beigegeben wird. Ebenso wirkt bisweilen gefärbter Mais attraktiver auf die Fische, oder sie nehmen ihn in gedeckten Farben mit weniger Argwohn.

Zum Färben eignen sich gewöhnliche wasserlösliche Lebensmittelfarben. Aromen sollten nach Möglichkeit nicht auf Ölbasis gefertigt sein. Alle anderen Substanzen werden besser von den Körnern aufgenommen. Zum Süßen sind Sweetener deutlich besser geeignet, wie normaler Zucker. Das hängt mit der Osmose zusammen.

Alle Farben, Aromen und Süßstoffe müssen bereits zum ersten Einweichen zum Mais gegeben werden. Nur so können die Substanzen zusammen mit dem Wasser von den an sich harten Ködern aufgenommen werden. Wird der Mais anschließend noch gekocht, oder mit heißem Wasser behandelt, dann sollte man bedenken, dass viele Aromen durch die Hitze abgeschwächt werden.

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