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Jan 15

Atlantischer Lachs / Salmo salar

Der Lachs ist wohl der bekannteste Fisch der Gattung Salmo, der er wohl auch den Namen gab. Früher muß dieser anadrome Wanderfisch in unseren Breiten ein Massenfisch gewesen sein, durch Überfischung, Wasserverschmutzung und Verbauung der Flüsse ist er jedoch bei uns fast völlig verschwunden gewesen, es gibt heute wohl keinen echten einheimischen Stamm mehr.
Seit einigen Jahren bemüht man sich jedoch mit teilweise großem Erfolg wieder um diesen Fisch, so ist das Projekt Lachs 2000 ja recht bekannt.
Dieses Projekt, daß sich mit der Ansiedlung des Lachses beschäftigt kommt nicht nur dem Lachs, sondern auch anderen Wanderfischen zugute, sei es die Meerforelle, aber auch die Barbe und der Aal ziehen nutzen daraus, ist doch der Lachs, oft als König der einheimischen Fische bezeichnet, selbst bei absoluten Laien gut bekannt und unter seinem Namen sind viele Projekte, die sich mit der Renaturierung der Gewässer beschäftigen leichter durchsetzbar.

Kennzeichen:
Der Lachs besitzt einen langgestreckten spindelförmigen Körper, der Fisch wirkt im ganzen etwas schlanker als eine Forelle, der Schwanzstiel ist wesentlich schlanker ausgeprägt. Während seines Aufenthaltes im Meer ist der Fisch silbrig gefärbt, der Rücken ist blaugrau bis graugrün und der Bauch weiß gefärbt. Oberhalb der Seitenlinie befinden sich schwarze Tupfen, welche teilweise x-förmig ausgeprägt sind.
Bei der Laichwanderung färbt sich der Fisch deutlich um der Rücken wird noch dunkler meist bräunlich, die Zahl der Tupfen nimmt zu, auch zeigt der Fisch dann zahlreiche rote Tupfen, der Silberglanz weicht einem grauen Grundton.

Lebensräume:
Der Lachs bewohnt den Nordatlantik sowie seine Nebenmeere, von der Iberischen Halbinsel bis zum Weißen Meer, von Island über Südgrönland bis zur Nordamerikanischen Küste, von Baffin Island bis Virginia.
Durch Besatzmaßnahmen gibt es auch Bestände in Neuseeland.
Während seines Meeresaufenthaltes unternimmt der Lachs sehr lange Wanderungen, die in der Ostsee vorkommenden Lachse bilden eine Lokalform und verlassen die Ostsee in der Regel nie.
Wie auch andere Arten der Gattung Salmo gibt es auch beim Lachs stationäre Formen, sowohl als Populationen in großen Seen, als auch in Fließgewässern(Bachlachse), diese Binnenformen, insbesondere die Bewohner der Seen können sogar recht beachtliche Größen erreichen.

Größe:
Die Maximalgröße des Atlantischen Lachses dürfte bei etwa 40 – 45kg(Milchner, Rogner werden nur etwa halb so schwer) liegen, bei einer Länge von über 1,50m, bei solchen Fischen handelt es sich um Mehrfachlaicher.
Die Fisch welche zum ersten Mal zum Laichen ins Süsswasser ziehen, die sogenannten Grilse, sind im Durchschnitt etwa 65 – 70 cm groß und wiegen etwa 2 – 3kg, gelingt es ihnen das Meer wieder zu erreichen, dann sind sie im nachfolgenden Jahr bereits 4 – 9kg schwer, ein Jahr später bereits 8 – 15 kg.
Nicht verschwiegen werden sollte, daß der Lachs inzwischen in der Aquakultur eine bedeutende Rolle spielt, ähnlich wie bei der Regenbogenforelle erfolgt die Zucht und Mast in Netzgehegen, oftmals kommen diese Zuchtlachse durch Unfälle frei und vermischen sich mit den freilebenden Lachsen, das kann zur Bedrohung einzelner Flußpopulationen führen, da sich die genetische Grundlage durch die züchterische Bearbeitung geändert hat, auch führen diese Lachsfarmen zu einer Konzentration von Lachsparasiten, welche dann in starkem Maße die vorbeiziehenden Wildlachse befallen können und diese bis zur Bedeutungslosigkeit dezimieren können.

Laichzeit und Vermehrungsverhalten:
Die Lachse sind wie, viele andere Arten der Gattung Salmo Winterlaicher. Die Laichzeit liegt je nach geographischer Breite und Stamm zwischen September und Februar.
Der Lachs gilt, bis auf die wenigen Binnenformen als anadromer Wanderfisch, der Laichaufstieg in die Flüsse kann zu verschiedenen Zeiten erfolgen, man unterscheidet zwischen Sommer – und Winterlachsen, wobei die Winterlachse manchmal erst im folgenden Herbst ablaichen, sich also recht lange im Süsswasser aufhalten. Gelaicht wird meist etwas unterhalb der Forellenregion auf geeigneten kiesigen Strecken, in bis zu 3m langen Laichgruben. Es werden etwa 8000 bis 25000 Eier abgelegt in seltenen Fällen bis 40000.
Lachse nehmen auf der Laichwanderung, weder beim Aufstieg noch beim Abwandern, Nahrung auf, die Mortalitätsrate ist beim atlantischen Lachs sehr hoch und auch abhängig von der Länge der Wanderstrecke im Süsswasser, nur etwa 5 – 7% der Lachse laichen ein zweites Mal.
Interessant ist die Tatsache, daß ein geringer Teil der sich entwickelnden männlichen Lachse im Süsswasser verbleibt, diese Zwergmännchen werden schon im ersten Lebensjahr mit etwas 13 – 15cm geschlechtsreif und werde selten länger als 20cm.
Wissenschaftlich werden sie Precociuos Parr, auch als frühreife Männchen bezeichnet, wahrscheinlich bilden diese Fische eine Genreserve bei Aufstiegskatastrophen. Die auch volksmündlich im Elberaum als „Struwitze“ bezeichneten Fischchen sind voll geschlechtsfähig und nehmen oft erfolgreich am Laichgeschehen teil, sie sind genetisch genauso vollwertig wie die großwüchsigen Männchen.
In neubesetzten Gewässern kommt es in der ersten Generation recht oft zur Bastardierung mit der Bachforelle, wobei die nichtgeschlechtsfähigen Nachkommen Merkmale beider Arten haben.

Nahrung:
Die Jungfische sind wie bei den anderen Salmo -Arten Keintierfresser, im Meer ernähren sich Lachse sowohl von Fischen als auch zu einem große Teil von verschiedensten Krebstieren(Garnelen), dieser Anteil an Krebstieren ist auch verantwortlich für die Rotfärbung des Lachsfleisches.

Fangmethoden und Fangplätze:
Im offenen Meer ist die effektivste Angelmethode das Schleppfischen, auch Trolling genannt.
Meist wird aber den Lachsen während ihrer Laichwanderung im Süsswasser nachgestellt, obwohl die Fische während der Wanderung keine Nahrung aufnehmen so attackieren sie doch oft verschiedenste Spinnköder und künstliche Fliegen, worin diese Aggressivität begründet ist, ist nicht ganz klar, wahrscheinlich ist es eine Art Revierverteidigungsreflex.
Die kurzstreckenwandernden Lachse in den Ostseezuflüssen werden oft während ihres Abwanderns befischt, man mag der Meinung sein, daß diese Fische von Laichgeschäft stark geschwächt sind, in der Realität entpuppen sich diese Fische doch als äußerst kampfstark.
In Deutschland ist die Beanglung des Lachses in Binnengewässern in den meisten Bundesländern noch verboten.

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