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Jan 15

Grasfisch / Ctenopharyngodon idella

Der Grasfisch, auch Graskarpfen genannt, zählt zu den Neozoen, also zu den eingeschleppten und eingewanderten Tierarten. Mit den Karpfen (Cyprinius) ist er trotz seines eingebürgertem Namens nicht näher verwandt.

Er gehört vielmehr in die Reihe der Weißfische (Leuciscus). Man versprach sich von ihm eine Bekämpfung von zu üppig wuchernden Wasserpflanzen. Leider ging das Experiment nicht in die erwartete Richtung und so ist diese Art heute vielerorts mehr Schädling, denn Nützling. Es ist immer ein Risiko, fremde Arten außerhalb ihres originären Lebensraumes anzusiedeln. Kulinarisch ist der Grasfisch auch alles andere, als eine Offenbarung.

Merkmale:
Der Grasfisch ist ein lang gestreckter, spindelförmiger Karpfenfisch mit großen Schuppen und einem sehr auffälligem Kopf. Die Maulspalte ist breit und leicht unterständig. Die Augen sind groß und liegen tief; unterhalb der optischen Mitte des Kopfes. Die bräunlich graue Rückenfärbung verläuft heller werdend über die über die Flanken zum gelblichen Bauch. Die Flossen sind einheitlich grau. Die Schwanzflosse weißt eine deutliche Kerbung auf. Die großen, Schuppen zeigen ein netzartiges Muster und sind dunkel gerandet.
Entlang der Seitenlinie finden sich 42 – 45 Schuppen.
Schlundzahnformel: (1)2.(4)5-5(4).2(1), gesägt

Lebensräume:
Der Grasfisch stammt aus Ostasien, wo er seit wenigstens 1.000 Jahren teichwirtschaftlich gezüchtet wird. Seinen eigentlichen Ursprung vermutet man in den großen Strömen des südlichen Chinas.
In Europa findet er sich dort, wo man ihn besetzt hat. In offenen Fluss- und Poldersystemen breitet er sich zügig aus.

Größe:
Wegen der niedrigeren Durchschnittstemperaturen erreicht der Grasfisch bei nicht seine eigentliche Maximalgröße von etwa 120 cm. Trotzdem sind Fische von 100 cm möglich.

Laichzeit:
Wegen der fehlenden Wassertemperaturen laicht der Grasfisch bei uns nicht. Er wird, wenn überhaupt, künstlich erbrütet. Als Kieslaicher im Fließwasser(!) benötigt er eine Temperatur von mindestens 20°C über einen längeren Zeitraum.

Nahrung:
Der Grasfisch ist ein reiner Vegetarier. Unter idealen Bedingungen, d.h. wenigstens 16°C Wassertemperatur, benötigt er ca. 120% seines Körpergewichtes an pflanzlicher Nahrung. Er ist auch in der Lage harte Pflanzenteile zu verwerten. Das führt m.E. zu einer Schädigung erwünschter Pflanzen.

Fangmethoden & Fangplätze:
Sein regelmäßiger Fang ist eine Sache für Spezialisten. Mit Boilies und Schwimmbrot stehen die Chancen am besten. Grasfische ziehen gerne in Trupps durch das Gewässer. Anfütterung mit Brot über einen längeren Zeitraum ist meist erfolgreich.

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