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Jan 15

Karausche / Carassius carassius

Die Karausche, auch Bauernkarpfen genannt, ist ein enorm widerstandsfähiger und anspruchsloser Fisch, der auch mit härtesten Bedingungen zu Rande kommt.

Anglerisch ist er zwar ob seiner Größe nicht so reizvoll. Trotzdem fordert er den ganzen Angler und kämpft im Verhältnis stärker als der Karpfen. Regional genießen sie in der Küche ein hohes Ansehen.

Merkmale:
Die Karausche besitz eine gedrungene Karpfenform. Sie ist vollständig beschuppt, bronzefarben und mit einem diffusen dunklen Fleck an der Schwanzwurzel. Sie hat keine Barteln und das Maul ist endständig. Die lange Rückenflosse ist konvex. Die Flossen haben einen graubraunen Ton. Die paarigen Flossen gelegentlich mit einem rötlichen Stich. Goldkarauschen, eine Farbvarietät, entstammen züchterischen Bemühungen und sind beliebte Zierfische.
Entlang der Seitenlinie finden sich 31 – 35 Schuppen.
Schlundzahnformel: 4-4, Erster Kiemenbogen mit 23 – 33 Reusendornen.

Lebensräume:
Die Karausche ist ein typischer Bewohner von Überschwemmungsauen und der angrenzenden Weiher und Tümpel, sowie besetzter Gewässer. Gerne mit ausgeprägtem Pflanzenwuchs. Dort lebt sie sehr gesellig. Sie ist von allen heimischen Arten am unempfindlichsten gegenüber Versauerung und Sauerstoffmangel. Kurzfristiges Durchfrieren, oder Austrocknen kann sie Schlamm vergraben überstehen. Sie ist bei dieser Kälte/Wärmestarre in der Lage, in der Leber eingelagertes Glykogen zu zerlegen und den Sauerstoff dem Blutkreislauf zuzuführen. Der Stoffwechsel ist dabei bis zum absoluten Minimum reduziert.
Die Karausche kommt in Europa bis hin nach Sibirien (Fluss-System der Lena) vor. Sie fehlt im nördlichen Skandinavien, Irland, Schottland und Teilen Frankreichs, Spanien, des Balkans, des Peloponnes und im südlichen Italien. Ihre Bestände sind mittlerweile stark fragmentiert. Sie ist vielerorts durch den weniger spezialisierten Giebel verdrängt, b.z.w. mit ihm vermischt.

Größe:
Im Durchschnitt 15 – 30 cm und durch abgeschlossene nahrungsarme Gewässer verbuttet. Maximal bis 70 cm in großen und nahrungsreichen Gewässern.

Laichzeit:
In der Laichzeit, Mai und Juni, versammeln sie sich in größeren Gruppen über flachem und mit Pflanzen bestandenem Grund in ruhigen Buchten. Dort legen die Rogner bis zu 300.000 klebrige Eier die an den Pflanzen anhaften. Bei gleichzeitigem Vorkommen an Giebeln kommt es häufig zu einer Bastardisierung. Diese Mischformen sind oft nur sehr schwer, oder gar nicht mehr zu bestimmen.

Nahrung:
Karauschen ernähren sich sowohl von pflanzlicher Kost, als auch von Kleintieren, Schnecken und Larven.

Fangmethoden & Fangplätze:
Die Karausche fängt man mit der Grundangel, besser aber mit der Pose und auf Grund liegendem Köder. Sie ist die ungekrönte Königin der heimlichen Köderdiebe. Selbst bei feinsten Montagen schafft sie es, Würmer und Maden von Haken zu lutschen, ohne dass der Schwimmer auch nur im Geringsten zuckt! Gerne verharrt sie auch nach dem Nehmen des Köders regungslos an Ort und Stelle. Dies und ihre Wehrhaftigkeit im Drill machen sie zu einem sehr reizvollen Angelfisch. Sie hält sich bevorzugt in, oder an dichten Wasserpflanzen auf, was das Angeln nicht einfacher macht. An einsamen und ruhigen Waldweihern kann man mit der Karausche eine unterhaltsame und spannende Fischerei erleben. Nebenbei ist immer mit Schleien zu rechnen, das sie den gleichen Lebensraum haben.

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