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Jan 15

Rapfen / Aspius aspius

Der Schied schlägt vollkommen aus der Reihe der sonst friedfertigen Karpfenfische. Er lebt als reinrassiger Räuber. Von allen heimischen Fischen hat er mit 137 Zwischenmuskelgräten die meisten, was ihn als Speisefisch nicht beliebt macht.

Merkmale:
Der Schied ist ein großer, kräftiger und lang gestreckter Fisch mit tiefen oberständigen  Maulspalte die bis unter die Augen reicht. . Der Rücken ist dunkeloliv bis braun/bläulich, die Flanken schwach gelblich glänzend und der Bauch weiß. Die paarigen Flossen haben neben von oliv bis farblos oft einen rötlichen Schimmer. Die Afterflosse ist sichelförmig ausgerandet. Die Schuppen sind klein und zahlreich.Die Schwanzflosse ist von spitz bis leicht abgerundet konkav.
Entlang der Seitenlinie hat er 64 – 76 Schuppen.
Schlundzahnformel: 3.5-5.3, spitz und hakenförmig

Lebensräume:
Der Schied kommt in Europa in den Einzugsgebieten des Rheines und der Donau und den östlich davon gelegenen Gebieten bis zum Aralsee vor. Hier lebt er in bevorzugt in Flüssen, aber auch in Seen. Er ist ein ausgesprochener Liebhaber heftiger Strömungen, wo er seiner pelagisch lebenden Nahrung nachstellt. Mit zunehmendem Alter verliert der Rapfen seine Neigung zur Schwarmbildung und lebt als Einzelgänger. Dann gerne auch in den tieferen Bereichen.

Größe:
Die zu erreichende Größe entspricht auch seiner sonstigen Ausnahmestellung. Durchschnittliche Fische messen 50 – 70 cm. Maximal werden 120 cm und Gewichte bis über 12 kg erreicht.

Laichzeit:
Als Kieslaicher zieht er im April/Mai in die Oberläufe der Flüsse und der zufließenden Bäche. Die Rogner können bis zu 1.ooo.ooo Eier produzieren. Die Brut ist sehr schnellwüchsig und erreicht im ersten Jahr bereits eine Länge von 20 cm. Trotzdem ist der Schied erst nach 4 – 5 Jahren geschlechtsreif.

Nahrung:
Im Jugendstadium ernährt sich der Schied von Nährtierchen aller Art, sowie von Anflugnahrung. Ab einer Größe von etwa 30 cm beginnt er sich räuberisch von Fischen zu ernähren. Seine Jagden nach Lauben und ähnlich lebenden Arten fallen sehr spektakulär aus und erinnern an ein Kesseltreiben. Von seiner genauen Lebensweise ist erstaunlich wenig bekannt.

Fangmethoden & Fangplätze:
Der Schied ist ein Fisch für Spinn- und Fliegenfischer. Die schlanken und die natürliche Beute nachahmenden Köder werden nach weiten Würfen sehr schnell an der Oberfläche geführt. Dabei dürfen, ja sollen sie die Oberfläche durchbrechen und eine Blasenspur hinterlassen. Ein bewährter, aber vielerorts in Vergessenheit geratener Köder ist das „Rapfenblei“. Dabei handelt es sich um ein rot lackiertes Birnenblei von etwa 20 – 50 gr., welches auf einer Spinnerachse montiert ist und mit einem scharfen Drilling versehen ist. Das relativ hohe Gewicht unterstützt die oft großen Wurfweiten.
Nach dem Wurf wird es mit hoher Geschwindigkeit an der Oberfläche eingeholt. Die Bisse erfolgen vehement!
Die Fangplätze findet man leicht durch beobachten des Gewässers. Wo Kleinfische regelrecht aus dem Wasser spritzen ist auch der Schied. Man überwirft die Stelle. Gelegentlich werden auch beim Schleppfischen Rapfen erbeutet. Dabei handelt es sich dann meist um die großen Einzelgänger

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