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Jan 15

Rotauge / Rutilus rutilus

Das Rotauge ist ein Schwarmfisch, der in fast allen unseren Gewässern vorkommt, es meidet nur die stark strömenden Bereiche der Forellen- und Äschenregion.

Die Plötze ist ein kampfstarker Fisch, wobei besonders kapitale Exemplare am feinen Zeug einen guten Sport bieten. Das Rotauge ist schlichtweg der „Brotfisch“ der Kopfrutenangler und für viele Anhänger der leichten Angelei ihr absoluter Lieblingsfisch. Besonders in Süddeutschland und in den BeNeLux-Ländern wird das Rotauge als Speisefisch geschätzt und dort entweder am Stock gegrillt (Steckerlfisch) oder in schwimmendem Fett ausgebraten (Fritture de la Moselle). In unseren Breiten dient es hauptsächlich als Köderfisch für Hecht und Zander oder wird fischwirtschaftlich genutzt (Fischmehl). Kapitale Exemplare lassen sich eigentlich nur von Experten überlisten und werden in der Regel schonend zurückgesetzt.

Merkmale:
Das Rotauge besitzt eine rote Iris im Auge (namensgebend) und eine gedrungene Körperform. Das Maul ist end- bis leicht unterständig. Die Färbung ist in Abhänigkeit vom Gewässer meist silbergrau, die Rücken- und Seitenflossen grau, die übrigen Flossen sind gelb bis rötlich. Hervorzuheben ist, dass Rotaugen in Gewässern mit gutem Raubfischbestand schneller hochrückig werden als in Gewässern wo kaum Räuber vorkommen.

Lebensräume:
Vom Fluss bis zum See und Weiher, ja sogar im Brackwasser kommt die Plötze vor. Rotaugen sind Schwarmfische, die sich bevorzugt in flachen und pflanzenreichen Uferbereichen aufhalten, im Kanal und Hafen kommen sie quasi überall vor.

Größe:
Die Durchschnittsgröße liegt bei 15 bis 20 cm, kann bei kapitalen Exemplaren aber auch 30 cm überschreiten. Das Maximalgewicht liegt dann bei über vier Pfund. Das Rotauge kann 10 bis 15 Jahre alt werden.

Laichzeit:
Die Laichzeit liegt in den Monaten April und Mai bei einer Wassertemperatur von mindestens 10° C. Teilweise werden auch kurze Wanderungen flussauf zu den Laichplätzen, flachen und krautreichen Uferbereichen, unternommen. Hier werden unter heftigen Paarungsspielen die ca. 1 bis 1,5 mm großen, klebrigen Eier (25.000 bis 1.000.000 Eier je kg Gewicht) an Pflanzenstängeln abgelegt. Die Plötze ist ein sehr fruchtbarer Fisch und kann ein Gewässer in kurzer Zeit regelrecht “überrennen”. In regulierten Gewässern sind die Fische imstande, in freien strömenden Gewässerabschnitten zu laichen. Rotaugen Werden mit 2 bis 3 Jahren geschlechtsreif.
In Gewässern mit Brassen und Rotfedern kommt es zu Kreuzungen (Hybriden) die zum Teil recht farbenfroh und äusserst kämpferisch.

Nahrung:
Rotaugen fressen überwiegend Würmer, Krebse, Muscheln, Schnecken und Insektenlarven, aber auch Wasserpflanzen werden nicht verschmäht

Fangmethoden & Fangplätze:
Die gebräuchslichste Angelart auf Rotaugen stellt die Posenfischerei dar, wobei es jedem selbst überlassen bleibt ob er mit der unberingten oder der beringten Rute fischen möchte, nur sollte das Gerät fein sein. Grundvoraussetzung für eine reiche Beute ist auch wieder das Anfüttern während der Angelsitzung. Zur Taktik: Das Rotauge frisst zunächst am Grund, kann aber dann im Verlauf der Angelsitzung bis ins Mittelwasser aufsteigen, also mit abgestufter Bebeleiung angeln, damit der Hakenköder natürlich absinkt und schon im Sinken auf Bisse achten. Kapitale Exemplare stehen fast immer außerhalb des Schwarms und weiter vom Ufer ab. Die gebräuchlichsten Hakenköder sind Maden, Pinkies und Mehlwürmer, Rotaugen verschmähen aber auch Mais, Brot und Würmer nicht. Topköder sind gequollener Hanf und gefärbte Maden (besonders rote in Kombination mit weissen). Als Anfutter genügt Paniermehl mit einigen Exemplaren des späteren Hakenköders. Da Rotaugen es würzig lieben, kann man dem Anfutter Spekulatius- oder Lebkuchengewürz zufügen. Eine Besonderheit stellt das Fischen mit der Fliegenrute auf Rotaugen dar, wobei hier hauptsächlich Trockenfliegen zum Einsatz kommen, um steigenden Rotaugen nachzustellen.

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