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Jan 15

Schleie / Tinca tinca

Man sagt der Schleie magische Kräfte nach. Sie soll in der Lage sein, die Wunden anderer Fische mit ihrem Schleim zu heilen.

Lässt man diesen Volksaberglauben außer acht, dann bleibt sie immer noch ein heimlicher, schöner und anglerisch sehr anspruchsvoller Fisch, der auch in der Küche einen sehr guten Eindruck hinterlässt und den Karpfen an Qualität übertrifft.

Merkmale:
Die Schleie ist ein gedrungener, kleinschuppiger Fisch. Der Grundton ist dunkel oliv. Sie hat einen teilweise fast schwarzen Rücken, einen goldenen Schimmer an den Flanken und einen grüngelblichen bis weißlichen Bauch. Die Augen sind klein und haben eine goldrote Iris. Das Maulspalte ist kurz und endständig, mit zwei kurzen Barteln an den Mundwinkeln. Die Flossen sind dunkel und gerundet. Die Schwanzflosse ist nur mäßig gekeilt. Die Bauchflossen der Milchner überragen das Waidloch. Zudem ist der zweite Flossenstrahl verdickt. Das dient als äußeres Unterscheidungsmerkmal zu Milchnern!
Selten kommt es zur Farbvarietät der Goldschleie. Ihr fehlen dann Farbpigmente in der Haut. Dabei handelt es sich aber um keinen Albinismus.
Die Haut ist von einer sehr ausgeprägten Schleimschicht überzogen.
Entlang der Seitenlinie hat sie 95 – 100 Schuppen
Schlundzahnformel: 4(5)-5

Lebensräume:
Die Schleie kommt mit einigen wenigen Ausnahmen in ganz Europa und im gemäßigten Asien vor. Sie lebt bevorzugt in stehenden, pflanzenreichen und weichgründigen Gewässern vor. In Flüssen bevorzugt sie die Bereiche mit möglichst geringer Strömung. Als relativ anspruchsloser Fisch findet sie auch in kleinen und sauerstoffarmen Gewässern ihr Auskommen. Sie verfügt über die Fähigkeit zur Kälte- und Hitzestarre, die es ihr ermöglicht auch kurzfristigen, extremen Mangel an Sauerstoff zu überleben. Daher kommt sie oft in Gemeinschaft mit Karauschen als einzige Art in kleinen und kleinsten Gewässern vor. Sie ist ein sehr deckungsliebender Fisch und deshalb fast ausschließlich in, oder an Wasserpflanzen zu finden.
Die Schleie neigt sehr stark zur Verbuttung. Bei hoher Bestandsdichte und gleichzeitig geringem Nahrungsangebot bleibt sie kleinwüchsig und bildet Hungerformen aus. Diese Schleien sind dann bei einer Größe ab 10 cm geschlechtsreif und wachsen auch kaum noch ab. Als ebenfalls nacktaktive Fische steuern Welse diesem Prozess entgegen.

Größe:
Im Schnitt 20 – 30 cm. Maximal sind 70 cm bei 10 kg möglich.

Laichzeit:
Abhängig vom Gewässer laichen Schleien in kleinen Trupps in der Zeit zwischen April und Juni. Ausschlaggebend ist dafür eine Temperatur von mindestens 18°C. Die Rogner legen dabei bis zu 300.000 klebrige Eier an Wasserpflanzen ab. Die Dottersacklarven schlüpfen nach 45 Tagesgraden und heften sich sofort danach mit einem am Kopf befindlichen, klebrigen Drüsenfeld an den Wasserpflanzen an. Damit verhindern sie, wie viele andere Arten die über schlammigen Grund laichen, dass sie absinken und im weichen Substrat ersticken. Jungschleien verbringen ihr ganzes Dasein ausschließlich im Schutz dichter Vegetation, wo sie Schutz und Nahrung finden. Dieses Verhalten verliert sie auch im Lauf ihres Lebens kaum. Erst adulte Exemplare verlassen gelegentlich in kleineren Trupps die Deckungen zur Nahrungsaufnahme.

Nahrung:
Schleien ernähren sich hauptsächlich von Kleinlebewesen, aber auch von Schnecken und Algenaufwuchs. Gerne nehmen sie Nährtiere von der Unterseite von Schwimmblattpflanzen ab. Beim Fressen hinterlassen sie im Boden oft kleine Fraßtrichter, die entstehen, wenn sich die Fische senkrecht mit dem Kopf nach unten in den Schlamm wühlen. Dieses Verhalten ist arttypisch.

Fangmethoden & Fangplätze:
Schleien gelten als ausgesprochene Grundfische und werden demzufolge vorzugsweise mit Grundmontagen befischt. Der feinen Posenmontage ist hierbei der Vorzug zu geben. Sie ist sensibler und führt bei diesem besonders vorfachscheuen Fisch besser zum Fangerfolg. Zudem lässt sich die Schleie sehr viel Zeit, den Köder zu prüfen. Der Zeitpunkt für den Anhieb lässt sich mit der Pose so leichter bestimmen. Beim Fischen mit dem Bodenblei, oder dem Futterkorb ist der Schwingspitze der Vorzug zu geben. In Gewässern, die viel mit Boilies auf Karpfen befischt werden, sind auch kleine (8 – 10 mm) Boilies teilweise sehr erfolgreich.
Ihre Lebensgewohnheiten entsprechend liegen die Fangplätze in, b.z.w. in der unmittelbaren Nähe von Wasserpflanzen. Das Vorhandensein von fressenden Schleien erkennt man oft an feinen Gasbläschen, die sich beim Gründeln vom Boden lösen und wie in perlendem Sekt an die Oberfläche steigen.

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