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Jan 15

Seesaibling / Salvelinus alpinus

Die Existenz des Seesaiblings verdanken wir der letzten Eiszeit. Somit ist er eine relativ junge Fischart.

Mittlerweile gibt es einige Zuchtformen, die vermeintliche Nachteile der ursprünglichen Stämme ausgleichen sollen. Von diesen Fischen ist hier ausdrücklich nicht die Rede! Die Urformen sind prachtvoll und schwierig zu befischen, verhältnismäßig selten und ein absoluter Höhepunkt in der Fischküche.

Merkmale:
Der Seesaibling ist ein lang gestreckter Fisch mit relativ großem Kopf, tiefer Mauspalte, forellenartig und mit typisch sehr kleinen Schuppen. Auffälligstes Merkmal ist der weiße Saum der rötlich gefärbten Brust-, Bauch- und Afterflossen. Alle Saiblinge besitzen eine Fettflosse. Die Färbung variiert sehr stark nach Herkunft und Jahreszeit. Die Grundfärbung ist am Rücken dunkelgrau bis schwarz. Die Flanken heller bis glänzend und mit diffusen hellen Flecken. Der Bauch silbern bis leicht rötlich.
Zwergwüchsige Kümmerformen der Tiefen (z.B. der Schwarzreuther des Königsees) sind meist eintönig fahlbraun gezeichnet.
Milchner nehmen in der Laichzeit eine sehr auffällige Zeichnung mit roter bis orangeroter Unterseite an.
Entlang der Seitenlinie finden sich 190 – 240 Schuppen
Pflugscharbein vorne und hinten mit Zähnen.
Auf dem ersten Kiemenbogen befinden sich 18 – 30 Reusendorne.

Lebensräume:
Salvelinus alpinus kommt in vielen stark variablen Formen vor. Der europäisch-nordatlantische Saibling wird als katadromer Wanderfisch auch Wandersaibling genannt. Sein Vorkommen beschränkt sich auf die nördlichen Bereiche des Atlantiks und der Barentssee. Dort wandert er, wie der Lachs zur Fortpflanzung ist die Flüsse.
Der im Alpenraum beheimatete Seesaibling entstammt diesen Fischen. Im Verlauf der letzten Eiszeit wurde er von den Eismassen vom Meer abgeschnitten und entwickelte abgeschlossene Stämme in den tiefen Alpenseen. Die limnologischen Unterschiede führten zu extrem unterschiedlichen Wuchsformen. Einerseits der raschwüchsige und räuberisch lebenden Wildfangsaibling und andererseits klein bleibende Tiefensaiblinge, wie eben den Schwarzreuther, oder die Variation Salvelinus umbla, die die als eiszeitliches Relikt stellenweise in sehr hoch gelegenen Alpenseen anzutreffen ist.
Bemerkenswert ist, dass ein und das selbe Gewässer durchaus mehrere Formen beheimaten kann, ohne das es zu einer Vermischung kommt. Sieht man von äußerst unseligen Besätzen mit frohwüchsigen Fischen aus anderen ökologischen Systemen ab, die dazu dienen sollen den örtlichen Stamm zu „verbessern“. Meist endet das mit dem Erlöschen des ursprünglichen genetischen Potentials des Gewässers und ist entschieden abzulehnen.

Größe:
Im Wuchs unterscheiden sich die Stämme des Seesaiblings enorm. Der Schwarzreuther erreicht kaum die 20 cm, der Wildfang- und der Wandersaibling dagegen bis zu 70 cm und mehr.

Laichzeit:
Seesaibling laichen im Winterhalbjahr auf tief liegenden Kiesgründen, unterhalb der Sprungschicht. Der Erfolg wird leider zu oft durch den Eintrag von feinsten Sedimenten, oder durch eine Verschlammung als Folge der Eutrophierung der Gewässer gefährdet. Für autochthone Arten stellt dies eine akute Bedrohung dar!

Nahrung:
Tiefensaiblinge leben vom Plankton der tropholytischen Zone. Wildfangsaiblinge dagegen räuberisch von Fischen, die sich meist pelagisch und im Bereich der Kompensationsebene aufhalten

Fangmethoden & Fangplätze:
Der Fang von Seesaiblingen gestaltet sich grundsätzlich schwierig. Drei sehr unterschiedliche Methoden versprechen Erfolg. Das Zupffischen mit Ellritzen an Bleikopfsystemen, das Schleppfischen mit Tiefschlepprollen, oder Downriggern und das Fischen mit Nymphen an der Hegene. Letztere stammt aus der Schweiz und ist eine Paternostermontage die vertikal unter dem Boot, oder zu bestimmten Zeiten auch vom Ufer mit der Pose gefischt wird. Hierbei werden aus dem Benthal und Profundal aufsteigende Insektenlarven imitiert.
Das Auffinden der Fangplätze ist der schwierigste Teil des Unterfangens und gelingt meist nur den einheimischen Spezialisten.

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