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Jan 19

Angepasst fischen

Heute wollen wir uns einmal ein wenig mir der Futterkorbangelei beschäftigen. Dies ist zweifellos eine der effektivsten Angelarten auf Fische die angefüttert oder angelockt werden können.

In den Anfangstagen diese Angelmethode war das Gerät noch nicht so verfeinert und spezialisiert wie heute, und dennoch erzielten die Futterkorbangler beträchtliche – für Aufmerksamkeit sorgende – Fänge. Man nahm damals einfach einen größeren Drahtkorb und füllte diesen mit Brötchen und Brotstücken und gab eventuell noch einige Wurmstücke hinzu. Das ganze wurde dann an einer Schnur befestigt an einer langen Stange ins Wasser gelassen.

Etwas unterhalb, in der durch die Strömung erzeugten Futterspur, wurde dann gefischt.
Heute gibt es spezielle für die Futterkorbangelei entwickelte Ruten, die einerseits über genügend Rückgrat verfügen Montagen bis 200 Gramm Gewicht weit und zielgenau auszuwerfen und andererseits über so feine Spitzen verfügen, dass selbst ein vorsichtiger Nuckelbiss auf große Entfernungen zuverlässig angezeigt wird. Für langsam strömende Gewässer und Seen gibt es diese Ruten in abnehmenden Wurfgewichtsklassen bis dahin, dass gerade noch ein Madenkörbchen ausgeworfen werden kann. Sieht man den schmalen Blank dieser Ruten, mag man kaum glauben, dass sich damit sogar mit der nötigen Besonnenheit ein Karpfen oder eine Barbe ausdrillen lassen kann.

In jedem Fall sollte man für die Futterkorbangelei eine Rolle mit einer recht großen Übersetzung wählen, damit man schnell einholen und wieder erneut auswerfen kann (der Ursprung und Sinn in dieser Angelmethode lag ja darin in möglichst kurzer Zeit viele Fische zu fangen). Ich persönlich nehme für die extrem leichte Futterkorbangelei mit dem Winklepicker eine 18er Hauptschnur, für den Light- bis Medium-Feeder eine 20er bis max. 23er Hauptschnur und für den Heavy-Feeder eine 25er oder sogar 30er Hauptschnur, wenn ich z.B. im Rhein in der vollen Strömung auf Barben angele. Ich bevorzuge monofile Schnüre, da diese übe eine gewisse Dehnung verfügen und an den zum Teil fragilen Blanks und Spitzen weniger schnell zu Rutenbruch führen als geflochtene Schnüre.

Die nachstehend beschriebene Montage eignet sich hervorragend für das Fischen in strömenden Gewässern, durch die beschriebene Anordnung des Feederbooms (oder Castingbooms) werden Verhedderungen zwischen Hauptschnur und Vorfach quasi eliminiert. Dass die Fische nun unter Umständen beim Anbeissen und Abziehen gegen das Gewicht des Futterkorbs ziehen ist bei dieser Angelmethode nicht so tragisch, da Flussfische keine Zeit haben sich ihre Nahrung lange anzugucken (da sie sonst durch die Strömung abtreiben würde) packen sie beherzter zu als Fische im Stillwasser und durch das Gewicht des Futterkorbs und die gespannte Rutenspitze schlägt sich der Fisch auch schon oft selbst an. Man fädelt also das Boom so auf die Hauptschnur, dass der Wirbel zur Aufnahme des Futterkorbes in Richtung Rutenspitze zeigt, unterhalb des Booms fädelt man eine Stopperperle auf, dann eine Gummiperle (oder Shockbead) als Stossdämpfer, dann kommt der Wirbel.

Futterkorb weiter in Richtung Rutenspitze schieben bis ans Ende des Booms.
Jetzt kommt der nächste Trick: Damit man beim Auswerfen immer wieder die gleiche Stelle trifft (sonst bringt das ganze Anfüttern ja nichts, außer dass es die Fische satt macht ), muss man die Schnur fixieren. Manche Angler klemmen die Schnur dazu unter den Schnurklipp der Rolle, was meiner Ansicht nach ein kapitaler Fehler ist und unbedingt vermieden werden sollte! Nimmt nämlich jetzt ein kapitaler Fisch wie ein Karpfen oder eine Barbe unseren Köder, haben wir mit der feinen Rute, der dünnen Schnur, der Strömung des Flusses die dem Fisch hilft und keiner Schnurreserve nicht die besten Chancen den Fisch auszudrillen und zu landen. Mein Rat geht also dahin, dass ihr erst einen Probewurf mit leerem Futterkorb macht und dann eure Hauptschnur vor der Rolle mit einem wasserfesten Stift markiert. Jetzt nehmt ihr ein (zu Hause vorbereitetes Stück) Fahrradschlauch so ca. 3,5 cm breit und zieht es über die Spule eurer Rolle. Damit ist die Schnur fixiert und ihr trefft immer wieder die gleiche Weite, jetzt müsst ihr euch nur noch die Richtung merken und das Anfüttern kann beginnen. Der Vorteil meines Systems liegt darin, dass ein kapitaler Fisch die Schnur unter dem Fahrradschlauch hervorziehen kann und ihr ihn somit dann mühelos ausdrillen könnt. Die Farbe auf der Hauptschnur dient dann dazu, die Angelentfernung wieder richtig einstellen zu können.

Bezüglich des Futters kann ich hier keine Tipps abgeben, da die Zusätze Zielfisch- oder Jahreiszeit bedingt zu sehr abweichen können. Hauptbestandteil ist in jedem Fall Paniermehl, Wasser und einige Bissen des eingesetzten Hakenköders.

Nachdem die Rute und das Futter vorbereitet sind, wirft man zunächst einige Male mit gefülltem Futterkorb, aber ohne Vorfach und Haken aus um die Stelle anzufüttern. Dann schlauft man das Vorfach ein (am besten 2/10 dünner als die Hauptschnur) und stellt die Rollenbremse auf die Vorfachstärke ein.
Jetzt den Haken beködern und auswerfen und Schnurfangbügel der Rolle schließen.

Damit eine zuverlässige Bissanzeige hat, muss man die Rute in Rutenhaltern ablegen. Bei mäßig strömenden Gewässern empfiehlt sich die Rute mit zwei Rutenhaltern parallel zum Wasser abzustellen und zwar so, dass Rute und Hauptschnur ungefähr einen 90° Winkel bilden, wobei die Rutenspitze leicht in Richtung Wasser und Köder gebogen sein sollte. Bei starker Strömung verwende ich nur einen Rutenhalter oder einen sog. Brandungsrutenständer. In jedem Fall steht die Rute jetzt relativ steil nach oben um soviel Schnur wie möglich aus dem Wasser zu holen und dem Strömungsdruck zu entziehen.

Bisse kündigen sich durch ruckartige Bewegungen an der Rutenspitze an und sollten sofort mit einem leichten Anschlag aus dem Handgelenk quittiert werden. Bei Brassenbissen kann es auch vorkommen, dass sich die gebogene Rutenspitze langsam entspannt, was einen Hebebiss signalisiert.

Da das Feederangeln schnelles Angeln ist, kommen kleine Köder wie Maden in Frage, jedoch keine Würmer.

Unsere Hauptbeute wird je nach Fischvorkommen und Jahreszeit und Köderwahl aus Brassen, Güstern und Rotaugen bestehen, jedoch gehen auch oft Aal, Barbe, Barsch, Karpfen und Schleie an diese Montagen.

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