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Nov 02

Karpfenangeln – Ein Überblick in 3 Teilen

Teil 1

Die Angelei auf Karpfen ist, neben dem Nachstellen auf Raubfische, eine der beliebtesten Angelarten. Sie ist äußerst vielfältig und der Drill extrem spannend.

Die Vielfalt kann natürlich auch verwirren: welche Montage soll ich verwenden, welches Gerät benötige ich und welches ist vielleicht unnötig, welche Futterstrategie u.v.m.

Ich möchte Euch einen kleinen Überblick vom Zielfisch selbst über Angelarten und das entsprechende Equipment dafür bis hin zur Verwertung des Fisches geben.

1. Karpfenarten

Karpfen „Cyprinus Carpio“ kennen wir heute in den unterschiedlichsten Arten und Körperformen.

Die Urform – der Wildkarpfen – kommt nur noch sehr selten vor und steht auf der „roten Liste bedrohter Tierarten“ und ist dort in der Kategorie 2 (stark gefährdet) eingestuft. Jedoch sind die verschiedensten Zucht- und Mischformen in fast allen unserer Gewässer anzutreffen.

Der Wildkarpfen besitzt ein mit unregelmäßiger Schuppenbesetzung angeordnetes Schuppenkleid. Die Körperform ist Spindelförmig. Viele der in den Fanglisten aufgeführten „Rekordfänge“ sind wahrscheinlich keine reine Wildkarpfen sondern Kreuzungen mit Schuppenkarpfen, da der Wildkarpfen „nur“ ein Gewicht von ca. 10 Pfund auf die Waage bringt. Eine Zuordnung zu den Wildkarpfen kann eigentlich nur über einen aufwendigen Bluttest erfolgen.

Bei den Zuchtformen unterscheiden wir zwischen dem, der Urform am nächsten kommenden, Schuppenkarpfen,

den wenig beschuppten Spiegelkarpfen,

den nur mit einer Schuppenreihe gezeichneten Zeilkarpfen, den schuppenlosen Leder- oder Nacktkarpfen und dem extrem hochrückigen „Aischgründer Karpfen“.

Oft sind Mischformen der Vorgenannten anzutreffen.

Auch werden Karpfen nach ihrem Vorkommen benannt: z.B. Moorkarpfen oder Flusskarpfen. Diese zeichnen sich durch ihre besondere Färbung oder geänderte Körperform aus.

Die Zuchtformen sind hochrückiger als der Wildkarpfen und haben gleichmäßigere Schuppen.

Die Karpfen haben eine lange Rückenflosse und eine schwach gegabelte Schwanzflosse, 4 Barteln (zwei längere unten und zwei kürzere oben) und ein großes rüsselartiges Maul.

Die „Karpfenarten“ Gras-, Silber- und Marmorkarpfen sind keine Karpfen im eigentlichen Sinne. Sie sind reine Planktonfresser und spielen in der Angelei so gut wie keine Rolle. Sie sind entweder Zufallsfänge oder das Ergebnis vom Reißangeln.

Bei den Koi´s wurden durch Züchtung farbige Mutationen erzeugt.

Wenn Ihr mehr über die Karpfen wissen wollt, dann schaut hier oder hier nach.

2. Angelmethoden (Grundsätzliches)

Das Fischen auf Karpfen ist sehr vielfältig. Jeder schwört auf seine eigene Methode und Montage, jedoch ist vieles hauptsächlich vom zu beangelnden Gewässer abhängig. Daher ist das nachfolgende erst einmal nur ein grober Überblick.

Die nachfolgende Aufzählung orientiert sich in der Reihenfolge an der beangelten Tiefe.

– Angeln mit Schwimmködern

– Angeln auf die „traditionelle Art“

  • mit der Pose
  • auf Grund

– „modernes Karpfenangeln“

Beim Angeln mit Schwimmködern wird der Köder (Brot, Popup-Boilie) meist an der „freien Leine“ auf Sicht angeboten. Um den von Natur aus sehr leichten Köder etwas auf Weite zu bringen kann eine nach Bedarf gefüllte Wasserkugel eingesetzt werden. Die Angelmethode wird im Sommer genutzt, wenn die Karpfen sich sonnen und daher kurz unter der Wasseroberfläche schwimmen.

Das Posenangeln ist variabel einzusetzen und erlaubt eine schnelle Reaktion auf verändertes Verhalten des Zielfisches in Bezug auf Angeltiefe und Köder. Es können die verschiedensten Köder angeboten werden: Wurm, Made, Teig, Mais, Kartoffel und vieles mehr, wie auch Käse oder Wurst.

Für das Grundangeln wird eine einfache Montage mit Laufblei genutzt, die Köder sind meistens die Gleichen, die bei der Posenmontage genutzt werden.

„Modernes Karpfenangeln“ bezeichnet das Angeln mit Haar, d.h. der Köder wird nicht am Haken sondern auf ein über den Haken hinaus verlängertes Vorfach, dem Haar gefädelt und vor dem Haken angeboten. Als Köder werden hauptsächlich Boilies, Tigernüsse, Pellets und Mais verwendet. Hier werden meistens „Selbsthakmethoden“ eingesetzt.

Neben den vorgenannten Methoden können kleinere Karpfen auch gezielt mit der Match und der Stippe beangelt werden. Auch die Pirsch auf Karpfen ist eine interessante Variante der Angelei.

Hier endet der erste Teil. In den weiteren Teilen möchte ich dann einen Überblick in die Bereiche Angelgerät, Hotspots, Anfüttern geben sowie die Angelarten ausführlicher beschreiben.

Im Angler-Online-Forum sind viele Karpfenangler vertreten, so dass kaum eine Frage unbeantwortet bleiben wird. Also nicht scheuen, Eintreten, Vorstellen und Fragen stellen.

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