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Jan 16

Matchangeln

Das englische Posenangeln unterscheidet sich ziemlich stark von den Posenmethoden, die auf dem Kontinent gebräuchlich sind. Bei uns wird sehr viel mit Laufposen, vorzugsweise Innenlaufposen, und relativ grobschlächtigen Montagen gefischt. Das Matchangeln ist dagegen wesentlich feiner und präziser auf die Bedingungen und Zielfische abgestimmt. Man versteht darunter das Posenangeln mit längeren (360 – 480 cm), feinen und eng beringten Wurfruten sowie meist sehr feinen Schnüren. Beim klassischen Matchangeln sind 20er Schnüre bereits als sehr dick anzusehen

Auch die Posen unterscheiden sich von den bei uns üblicherweise benutzten und eher gedrungenen Formen.


zeigt die klassischen Waggler. Gerade (Straight), mit eingesetzter feiner Antenne (Insert), oder mit einem Auftriebskörper (Bodied) versehene lange und schlanke Posen.


zeigt die moderneren vorgebleiten (Loaded) Waggler. Hier wurde ein Großteil der Tragkraft bereits am Fuß der Pose angebracht. Bei einigen Modellen sogar mit auswechselbaren Gewichten. Man muss nur noch den verbleibenden Rest des Bleies an der Schnur anbringen, damit die Pose perfekt austariert ist. Diesen Posentyp benutzt man vorzugsweise beim Fischen auf größere Entfernungen, da er sehr gut und weit zu werfen ist.


zeigt die verschiedenen Möglichkeiten die Pose an der Schnur anzubringen.
Feste Montagen ( B, C, D)
D
Hier wird die Pose durch zwei Bleischrote auf der Schnur fixiert. Die beiden Schrote sollten etwa zwei Drittel der Posentragkraft haben.
B
Hier wird die Pose mit einem feinen Drahtbügel, dem sog. Posy Peg und zwei Silikonschläuchen auf der Leine fixiert. Man kann den Draht entweder direkt durch die Posenöse führen, oder wie gezeigt, einen sehr kleinen Karabinerwirbel dazwischen setzen. Das ermöglicht einen schnellen Posenwechsel. Das gesamte Blei wird hier unter der Pose auf der Schnur verteilt.
C
Zeigt eine andere Form des Posenadapters, der vor allem für schwerere Loaded Waggler besonders geeignet ist. Feste Montagen kommen immer da zum Einsatz, wo die Gewässertiefe die Rutenlänge nicht überschreitet. Hier funktioniert sie zuverlässiger und mit weniger Verwicklungen beim Wurf, als die gleitende Montage.

Gleitende Montagen (E, F)
E
Die Abbildung zeigt einen frei auf der Schnur gleitenden Einhänger für den Waggler.
F
Damit man die richtige Angeltiefe einstellen kann, benötigen gleitende Montagen einen Stopper, der auf der Schnur verschiebbar angebracht ist, trotzdem aber nicht verrutscht. Für das Matchangeln sind Fadenstopper am geeignetsten. Sie gleiten auch noch durch die feinen Ringe der Matchrute. Wenn die Öse der Pose zu groß ist muss noch zwischen dem Stopper und der Pose eine Stopperperle aufgezogen werden.

Gleitende Montagen benutzt man, wenn das Gewässer an der Angelstelle tiefer als die Rute lang ist. Dabei ist es sehr wichtig, dass die Pose auch nach unten durch einen kleinen Wirbel, ein kleines Bleischrot, oder einen weiteren Stopper gebremst wird. Der Abstand dieses zusätzlichen Stoppers und der Hauptmenge des Bleies muss größer sein, als die Pose lang ist, sonst kann es beim Wurf öfter zu Verwicklungen mit dem Vorfach und der Schnur kommen.


zeigt eine typische Montage für das Angeln mit einem fest auf der Schnur montierten Straight Waggler. Die Bleimenge wird mit Schroten aufgeteilt auf der Schnur und dem Vorfach angebracht. 2/3 fixieren die Pose auf der Hauptschnur. Das restliche Drittel verteilt sich in kleiner werdenden Schroten zum Haken hin. Das letzte Schrot sitzt dabei etwa 10 – 15 cm vom Haken entfernt. Das verbessert die Bissanzeige!

Die Tiefe stellt man so ein, dass dieses Signalschrot gerade eben nicht auf dem Grund aufliegt. Das erfordert zwar einige Würfe, um die genaue Tiefe auszuloten, dafür wird der Köder aber vollkommen unauffällig am Grund angeboten. Dies ist eine klassische und sehr fängigen Montage für Rotaugen und alle anderen Fischarten, die ihre Nahrung bevorzugt am Gewässerboden aufnehmen.

Natürlich kann man die Montage auch flache justieren, wenn sich z.B. die Fische im Mittelwasser oder nahe der Oberfläche aufhalten. Beispielsweise Rotfedern.
Beim Matchangeln fischt man auf einem vorher angelegten Futterplatz. Es genügt die Fütterung vorzunehmen und dann die Montage zu fertigen.

Diesen Futterplatz überwirft man grundsätzlich immer um einige Meter und lässt die Montage absinken. Dann senkt man die Rutenspitze unter Wasser und zieht, über die Rolle, die Montage schnell auf den Angelplatz. Dadurch sinkt die Schnur ab und wird somit dem Wind entzogen. Das verhindert lästige Schnur bögen, die einen ordentlichen Anhieb erschweren. Man kann die Schnur zusätzlich sinkend machen, indem man sie vor dem Fischen mit einem feuchten Lappen und etwas Spülmittel entfettet.

Der Biss zeigt sich entweder durch ein Abtauchen der Pose oder dadurch, dass sie sich etwas aus dem Wasser hebt. Das kommt durch den Fisch, der den Köder nimmt und dabei auch das Signalschrot anhebt. Jetzt ist es Zeit den Anhieb zu setzen. Der sollte aber nicht nach oben, sondern schräg nach der Seite erfolgen. Schließlich liegt die Schnur unter der Wasseroberfläche. So kommt er viel direkter beim Fisch an!

Den Fisch führt man nun zügig von der Futterstelle weg, damit dort keine unnötige Unruhe entsteht und seine Artgenossen nicht vergrämt werden. Angesichts der feinen Montagen keschert man beim Matchangeln auch kleinere Fische! Das schont Fisch und Material.

Admin

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