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Jan 13

Matchkarpfen

Ich sitze schön gemütlich beim Matchangeln, als plötzlich meine leichte Pose ruckartig abtaucht. Ich brauche schon gar nicht mehr anzuschlagen. Schnell steht fest, dies muss ein Karpfen sein; und am leichten Geschirr ist es ein traumhafter Drill. Am Ende konnte ich einen schönen 9pfündigen Schuppi landen. Das brachte mich auf die Idee, feiner auf Karpfen zu fischen. Und so passierte es auch, dass ich mir zu Hause Gedanken darüber gemacht habe, wie ich auf die Karpfen feiner fischen kann.

Ich wollte das Gerät möglichst leicht wählen, aber trotzdem noch genügend Reserven haben. Also fiel meine Wahl auf Zanderruten und Matchruten. Doch beim Praxistest haben sich die Zanderruten als die besseren Gerten bewährt.
Den Rollen sprach ich eine nicht so große Bedeutung zu. Ich wollte auf eine Freilaufrolle nicht verzichten, die leicht und mit Heckbremse ausgestattet ist (feiner ist natürlich eine Frontbremse, ich persönlich bevorzuge aber eine Heckbremse), aber trotzdem robust sein sollte. So fiel meine Wahl auf die gute alte Shimano Baitrunner GTE 5000.
Bei den Schnüren war ich mir zuerst unsicher, welche Schnurstärke ich wählen sollte. Ich bewegte mich dabei in einem Bereich von 0,22mm bis0,26mm. Noch feiner wollte ich nicht wählen, da das Risiko, den Fisch zu verlieren, unkalkulierbar sein würde. Am Ende fiel meine Wahl auf die Berkley Iron Silk, weil diese Schnur eine sehr gute Abriebfestigkeit gegenüber vergleichbaren Schnüren(300%) hat.

Die Montage ist eine ganz einfache Laufbleimontage, da bei diesen Ruten eine Selbsthakmontage auf Grund des zu geringen Wurfgewichtes nicht in Frage kommt. Dabei fädele ich ein 10 bis maximal 35 gr. schweres Anti-Tangleblei auf, gefolgt von einer Gummiperle auf die Hauptschnur. Darauf folgt ein Sicherheitswirbel der Größe 8-12. Als Vorfach verwende ich meist Haarvorfächer. Aber die Wahl des Vorfachs hängt von der Köderwahl ab, die ich nun genauer erläutern werde.

Die Köderwahl ist jedem selbst überlassen. Es hat sicher jeder seinen „Vertrauensköder“. Diesen kann er natürlich auch verwenden. Einige schwören auf Mais, Tigernüsse, oder Boilies. Ich als Jungangler bevorzuge Frolic, Tigernüsse und Pellets, aber seltener Boilies. Für die oben genannten Köder verwende ich ein Haarvorfach, welches ich normalerweise ein paar Zentimeter kürzer, als mein Anti-Tangleblei, wähle. Dadurch reduziere ich die Verhedderungsgefahr beim Werfen. Wichtig ist bei schlammigen Gewässern, den Köder nicht in den Schlamm zu „drehen“. Dies kann dadurch passieren, dass ich die Schnur gerne unter Wasser haben möchte und ich sie mit ins Wasser gesenkter Rutenspitze so lange drehe, bis die Schnur unter Wasser ist. Ich kann es vermeiden, indem ich die Rutenspitze ins Wasser halte und sie langsam an gestraffter Schnur absinken lasse. So liegt der Köder meist auf der Schlammschicht und nicht im Schlamm. Aber wie gesagt dies trifft meines Erachtens nur bei schlammigen Gewässern zu.

Der Gewässerwahl messe ich auch große Beachtung bei. Denn erstens muss ein solches Gewässer einen guten Karpfenbestand aufweisen. Zweitens sollte das Gewässer nicht allzu groß sein, denn es bringt nichts wenn die Karpfen 100 Meter weit draußen stehen und ich 20 gr. Blei benutze. Ich würde selbst bei noch dünnerem Schnurduchmesser diese Weite nicht erreichen können. Drittens ist ein geringer Weißfischbestand auch nicht das Schlechteste, da so Fehlbisse vermieden werden können. Auch sollte die Angelstelle keine scharfen Steine, Äste oder sonstige für die Schnur gefährliche Gegenstände im Wasser aufweisen, da bei diesen geringen Schnurdurchmessern die Schnur dort schnell beschädigt werden kann. Außerdem sollte man bedenken, dass die weitere Umgebung des eigentlichen Angelplatz auch weitgehend frei sein sollte, da man die Karpfen nicht 100% steuern kann auf Grund der Gerätewahl.

An diese Stelle würde ich gern noch auf hilfreiches Zusatzmaterial zu sprechen kommen. Zum Beispiel auf elektronische Bissanzeiger. Diese möchte ich auch beim „matchen“ auf Karpfen nicht missen, da es um einiges angenehmer ist, als nur auf die Schnur zu schauen. Auf Swinger verzichte ich aber weitgehend. Auch wichtig finde ich das Anfüttern. Wie bei den „normalen“ Karpfenangeln ist es besser ein wenig vorzu füttern, da so die Karpfen an das Futter (und den Köder) gewöhnt werden und auch wissen, dass es um eine bestimmte Uhrzeit an dieser Stelle Futter gibt. Das Anfüttern soll natürlich nicht übertrieben werden, da an meist kleineren Gewässern geangelt wird und wenn an einem solchen Gewässer mehrere Leute anfüttern, kann dies auf einem längeren Zeitraum dazu führen, dass das Gewässer umzukippen droht. Gefüttert wird am besten mit dem Köder, wobei eine Streckung von 2:3 auch noch voll in Ordnung ist.

Wenn die meisten dieser Punkte beachtet werden, steht einer erfolgreichen Matchangelei auf Karpfen nichts mehr im Wege. Hier sei aber nochmals darauf hingewiesen, dass man diese Angelei nicht als Anfänger ausüben sollte, da man schon ein wenig Gefühl und Erfahrung braucht. Dies gilt vorallem für den Drill. Man kann die Karpfen einfach nicht hart nehmen, sondern sollte sie sehr vorsichtig drillen, da sonst ein Ausschlitzen des Fisches nicht zu vermeiden ist.

Tim Schmidt

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