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Sep 04

Der Hochrhein, eine Gewässerbeschreibung

Wenn ich hier vom „Rhein“ spreche, dann meine ich den Rheinabschnitt zwischen Bodensee und Basel, der im allgemeinen auch als „Hochrhein“ bezeichnet wird. Dieses riesige Gewässer zu beschreiben, ist alles andere als einfach, da sich zwischen jeder Staustufe eine ganz eigene Fischfauna etabliert hat. Somit kann diese Gewässerbeschreibung lediglich einen groben Überblick über die Gegebenheiten verschaffen, ohne auf einzelne Gewässerabschnitte näher einzugehen

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Wasserqualität in den letzten Jahrzehnten hier kontinuierlich besser geworden ist. Dies ist vor allem den zahlreich entstandenen Kläranlagen und dem grösseren Umweltbewusstsein der Industrie und der Bevölkerung zu verdanken. Natürlich brachte dies auch grosse Veränderungen im Fischbestand mit sich. Wurden bis in die 80er Jahre im eutrophierten, trüben Rheinwasser noch sehr viele Zander gefangen, so ist dieser Fisch heute nur noch äusserst selten anzutreffen. Dafür haben sich Arten wie Forellen, Äschen, Barben, Döbel, Nasen, oder auch der Hecht ihren Lebensraum zurückerobert. Leider ist den früher häufig anzutreffenden Wanderfischen wie Lachs, Wandermaräne, oder Meerforelle, durch die zahlreichen Kraftwerke, der Weg vom und zum Meer nach wie vor versperrt. Hier vermochten bis jetzt auch die immer besser ausgebauten Fischauftiegshilfen nichts auszurichten. Einzig der Aalbestand wird durch intensiven Besatz stets hoch gehalten, wobei es jedoch fraglich ist ob viele Blankaale den Weg bis zur Küste wirklich überstehen. Meist endet ihre Wanderung in den Turbinen der Kraftwerke, oder in den Reusen der Berufsfischer. Bleibt zu hoffen dass sich dies alles in naher Zukunft ändert, denn der Rhein wartet mit mittlerweile exzellenter Wasserqualität auf die Rückkehr dieser wunderbaren Fische.

Ein Fisch hat sich in den letzten Jahren seinen festen Platz im Rhein erobert; der Wels. In so mancher Aalnacht beissen mehr kleine Welse wie Schlängler auf die ausgelegten Tauwürmer. Immer öfter gibt es Meldungen von kapitalen Welsfängen und so mancher Angler geht mittlerweile auch gezielt mit schwerem Welsgeschirr ans Wasser. Seit Einführung der Bootsfischerei auf einigen Rheinabschnitten ist die Welsangelei noch interessanter geworden. So bleibt es wohl nur eine Frage der Zeit, bis die ganz grossen Uriane an die Haken gehen und dem versierten Angler alles abverlangen. Keinen anderen Fisch umgeben so viele Mythen wie den Wels. In der Abenddämmerung schwüler Sommertage kann man ihr Schmatzen während der Jagd deutlich vernehmen und man kann erahnen welche Riesen sich unter der Rheinoberfläche verbergen.

Insgesamt gehört der Rhein also sicherlich zu den abwechslungsreichsten Gewässern im Südwesten Baden Württembergs. Seine Grösse und die unterschiedlichen Charaktäre der einzelnen Flussabschnitte machen die Fischerei jedoch nicht gerade einfach. Ein guter Angelplatz will hart erarbeitet sein und verlangt dem Fischer eine ordentliche Portion Geduld ab. Eine Selbstverständlichkeit sollte gerade am Rhein die schonende Behandlung der Fischbestände und der Natur sein. Nehmt also wirklich nur mit was Ihr auch sicher verwerten könnt und haltet die Ufer sauber. Väterchen Rhein und seine Bewohner werden es Euch danken.

Dreilandangler

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