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Sep 07

Der Dreiländersee in Gronau – eine Gewässerbeschreibung

Ich möchte Euch meinen Lieblingssee, den Drilandsee, wie er in Insiderkreisen genannt wird, vorstellen. Der See liegt im schönen Münsterland, genauer gesagt in Gronau und grenzt wie sein Name schon verrät, an drei Länder. Es handelt sich hierbei um NRW, die Niederlande, sowie Niedersachsen. Durch seine Lage ist er natürlich ein Magnet für Wassersportler,……

Spaziergänger, Badegäste, Touristen und Wochenendurlauber. Zu letzteren zähle ich mich, da ich mit meiner Familie über 15 Jahre lang ein Wochenendhaus im angrenzenden Mobilheimpark bewohnte. So machte ich dort meine ersten Angelerfahrungen, war 9 Jahre aktives Mitglied im Angelverein Flossweg e.V. und gehe auch heute noch regelmäßig dort zum Fischen. Bei einer Entfernung von fast genau 100 km zwar nicht gerade optimal, aber es lohnt durchaus.

Der gesamte See ist etwa 24 ha groß und in zwei Bereiche aufgeteilt. Der kleine Teil von ca. 4 ha ist als Badesee beliebt, daher ist dort das Angeln, zumindest im Sommer, fast unmöglich. Nur in den frühen Morgenstunden, oder spät Abends kann man ungestört seinem Hobby frönen. Der zweite Teil gehört aber den Wassersportlern. Ob Angler, oder Surfer, hier kommt man auf seine Kosten. Der „große“ See bietet genug Ecken, so dass eine Konfrontation eigentlich nie vorkommt. Da das Angeln vom Boot aus verboten ist, kommen für den Angler nur Bereiche in Frage, die den Surfer nicht interessieren. Der größere Teil hat eine Tiefe von etwa 8 Metern, der kleinere ist bis zu 15 Meter tief. Man findet überall steile Kanten, da der See vor etwa 8 Jahren neu ausgebaggert worden ist. Kennt man diese Kanten, fängt man. Mit Hilfe einer Gewässerkarte, die vom Angelverein ausgegeben wird, stellt das kein Problem dar.

Kommen wir nun zu den Fischarten. Der See deckt fast die komplette Palette an Süßwasserfischen ab. Neben Zander, Hecht, Aal, Barsch, oder auch Wels sind sehr gute Karpfen, Schleien, Rotaugen, Rotfedern und Brassen vorhanden. Allerdings kann der See recht launisch sein und ein Kunstköderverbot in der Zeit von 01.01. bis zum 01.10. eines Jahres erschwert die Angelei zusätzlich. Ich vermute, dass der Hecht in den letzten Jahren dem Zander ziemlich den Rang abgelaufen hat. Waren vor Jahren 2-3 Zander pro Nacht normal, so ist heute schon einer pro Angelsession ein Erfolg. Wenn man dies aber als Herausforderung betrachtet, kann man unzählige schöne Angelstunden erleben.

Der See ist auf der einen Seite von einem riesigen Waldgebiet umgeben, auf der anderen Seite befinden sich Wiesen und ein kleiner Sandstrand. Gerade hier lohnt es sich im Sommer, in den späten Abendstunden, mit einem Spinner die Uferbereiche abzufischen. Mit Barschen jenseits der 35 cm Marke ist dort auf jeden Fall zu rechnen. Der kleine See war über viele Jahre vom großen See getrennt, wurde aber im Zuge der Ausbaggerung mit ihm verbunden. In diesem ca. 10 Meter breiten Verbindungsstück kann man ebenfalls mit guten Fängen rechnen. Möchte man Meister Esox erfolgreich befischen so bietet sich ein kleiner Schilfgürtel an. Hier stehen fast immer Hechte.

Als Angelmethoden kommen für den Raubfischfang nur tote Köderfische in Frage. Ob auf Hecht mit Pose, oder auf Zander mit Grundblei. Wichtig dabei ist seine Montage so fein wie möglich zu wählen, da gerade der Zander in diesem See sehr misstrauisch ist. So kann nicht, wie am Rhein üblich, ein schneller Anhieb gesetzt werden. Man muss dem Zander genügend Zeit geben den Köder zu begutachten. Nach einem Biss zieht der Zander meistens etwas Schnur ab, bleibt stehen, legt sich den Köder zurecht und zieht dann erneut ab. Eine genauen Zeitpunkt für den Anhieb gibt es nicht, zumal man untermassige Fische nicht verletzten möchte. Dies kann sich zu einem echten Geduldspiel entwickeln und der Angler sollte gute Nerven haben, da Bisse immer noch recht häufig sind, aber leider nur selten zum Erfolg führen. Ein Stahlvorfach ist natürlich Pflicht. Auch sind Köderfischsysteme verboten, sodass wir nur einen Haken benutzten können. Auf Friedfische kann man mit allen gängigen Methoden Erfolg haben, Feederrute und Winkelpicker auf Grund-, oder Stipp- und Matchrute mit Pose. Bei Karpfen sind Spezialisten gefragt, da der Karpfen der Hauptfisch der meisten Angler dort ist. Ohne üppiges Vorfüttern läuft hier nicht viel. Ab Oktober schlägt dann die Stunde der Spinnangler, wo man mit mehreren Hechten am Tag rechnen kann. Meterhechte werden jedes Jahr gelandet.

Nachtangeln ist erlaubt, auch für Gastangler. Man sollte sich jedoch im Klaren sein, dass man an den Stellen, wie Badestrand, oder Liegewiesen auch Nachts nicht unbedingt alleine ist. In Ferienzeiten kann es durchaus sein das man sich mit laut feiernden Teenies den See teilen muss. Seit einigen Jahren gibt es aber einen privaten Sicherheitsdienst, der ausschweifende Partys schnell beendet. Aber wie schon gesagt, der See bietet genug Platz für alle, auch für Angler, die eine Nacht in völliger Ruhe und absoluter Dunkelheit genießen möchten. Eine, oder mehrere gute Taschenlampen sind zu empfehlen, da die Wege um den See nicht beleuchtet sind. Parkmöglichkeiten am See gibt es. Will man aber ruhige Stellen erreichen, muss man einen kleinen Marsch in Kauf nehmen. Eine kleine Transportkarre leiste hier gute Dienste. Gummistiefel sind ebenfalls zu empfehlen, da man bei einigen Stellen einen kleinen Graben übersteigen muss, der zum Teil mit Wasser gefüllt ist. An diesen Stellen kann man aber sicher sein, dass kein Spaziergänger an einen heran kommt. Sonst kann es schon mal nerven, ewig angesprochen zu werden, ob Fische in dem See sind, oder ob die Bratpfanne schon heiß ist. Da die Leute aber sehr nett sind, kann man auf solche Fragen mit Humor antworten. Die Blicke der Passanten auf einen Meterhecht sind dann nur noch urkomisch. Es soll Badegäste geben, die nach dem Anblick eines großen Fisches geschworen haben, dort nicht mehr schwimmen zu gehen.

Tages-, oder Jahresscheine werden von den ansässigen Händlern vor Ort ausgegeben, und kosten 7,- € bzw. 50,- €. Erlaubt sind 2 Ruten mit jeweils einem Haken, davon aber nur eine auf Raubfisch. Der Hecht hat ein Mindestmaß von 60 cm, der Zander von 40 cm. Schonzeit beim Hecht vom 01.01 -30.04. der Zander hat nur vom 01.05. – 30.06.. Zeit zum ungestörten Laichen.

Ich hoffe ich konnte Euch den See etwas näher bringen und kann nur jedem empfehlen mal dort zu angeln.

D. Klatt

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