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Sep 10

Der Nord-Ostseekanal (NOK)

Etwas zur Geschichte des NOK:
Nach einer langen Für und Wider Debatte, stimmte das preußische Staatsministerium am 19. Oktober 1885 dem Gesetzentwurf für den Nord-Ostsee Kanal zu. Der Reichstag stimmte am 25.Februar 1886 für das „Gesetz betreffend die Herstellung eines Nord- Ostsee- Kanals“. Die Bauarbeiten begannen 1887, am 21. Juni 1895 wurde der Kaiser- Wilhelm- Kanal, wie der NOK zu der Zeit benannt wurde, nach achtjähriger Bauzeit eröffnet.

Bei dem Bau wurden 80 Millionen Kubikmeter Erdreich bewegt. Der NOK hatte eine Sohlenbreite von 22 Meter (heute 90 Meter), eine Wassertiefe von 9 Meter (11 Meter) und eine Wasserspiegelbreite von 67 Meter (162 Meter). Es gab sechs Weichen (heute 12). Die Erweiterung des NOK 1907-1914 verdoppelte seinen Querschnitt.
Der Nord- Ostsee Kanal wurde im Laufe der Zeit zur meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt und gleichzeitig bei uns Anglern sehr beliebt.
Der NOK berherbergt fast alle verbreiteten Süßwasserfische (Zander, Karpfen, Hechte, Weißfische, Aale). Durch die Verbindung zum Meer und zu vielen anderen Gewässern, findet ein ständiger (Fisch) Austausch statt. Viele Fische die bei Brandungsanglern beliebt sind (Dorsch, Platte, dazu im Frühjahr Hering und im Winter Stint) finden wir im NOK. Meer-und Bachforellen ziehen durch den NOK und an der einen oder anderen Stelle sorgt die Regenbogenforelle für eine Überraschung.

In der Gerätekiste sollten wir (je nach Angelart) etwas robusteres Gerät wählen. Zum Grundangeln eine Rute um die 3 Meter und einem Wurfgewicht um die 100g; Posenangeln: Rute 3,3-3,9 Meter, Wurfgewicht um die 40-60g. Zum Twister- und Spinnangeln entsprechende Ruten um die 2,7 Meter, Wurfgewicht zwischen 5g (Twisterangeln) und 60g (Spinnangeln). Für das Heringsangeln im Frühjahr empfielt sich eine etwas kräftigere Rute um die 3,0 Meter mit einem Wurfgewicht von 60g (Achtung: Im NOK sind nur Heringspaternoster mit zwei Haken erlaubt!).
Die Rollen sollten entsprechen den Ruten etwas robuster gewählt werden. Zum Grundangeln unbedingt eine Rolle mit hoher Übersetzung wählen, um die Hängergefahr beim Einholen zu minimieren. Durch die Steinschüttung der Uferbefestigung kommt es immer wieder zu kapitalen Hängern.
Die Schnur sollte mind. 0,30mm stark sein, zum Spinn- und Twisterangeln reichen in der Regel Schnüre ab 0,20mm aus.
Teleskoprutenständer oder Rod Pods empfehlen sich als Rutenständer, auf jeden Fall Rutenständer mit Stahlspitze, weil man immer wieder Probleme mit der Uferbefestigung bekommt.

Als Naturköder hat sich hier, wie auch an vielen anderen Gewässern der Tauwurm bewährt. Ebenso sind Laubwürmer oder Dendrobenas sehr erfolgreich. Der Top- Köder auf Aal ist die Honigmade oder die Tebolarve. Auch frische Garnelen oder kleine Wollhandkrabben sind z.B. auf Aal fängig. Für Raubfische ist der tote Köderfisch unschlagbar. In den Wintermonaten sind, besonders wenn man auf Dorsch oder Butt geht, der Wattwurm oder Heringsfetzen erfolgreich aber auch der Seeringelwurm ist nicht zu verachten.
Wer lieber mit Kunstködern z.B. dem Zander nachstellt, ist mit den üblichen Twister oder Shad Montagen bestens bedient.

Im Nord- Ostsee Kanal ist das ganze Jahr über Saison. Im Winter ist in salzwasserreichen Abschnitten eine gute Zeit auf Dorsch und Platte. Im Frühjahr kommt der Hering in den Kanal und die ersten Aale werden gefangen. Auch die absteigenden Meerforellen werden, nicht nur, von den Spezialisten erbeutet. Im Sommer ist die große Zeit der Karpfen- und Zanderangler und selbstverständlich kommen die Aalangler voll auf ihre Kosten. Der Herbst ist auch im NOK die Zeit der Raubfischangler, Hecht und vor allem Zander sind eine begehrte Beute und auch der Aal wird noch häufig erbeutet und auch die aufsteigenden Meerforellen sind gern gesehene Gäste.

Hier noch eine kurze Übersicht über Mindestmaße, Schonzeiten und Fangbegrenzungen.
(Stand 2003)
Mindestmaße:
Aal: 35 cm
Aalmutter: 23 cm
Bachforelle: 30 cm
Dorsch: 35 cm
Flunder: 25 cm
Hecht: 50 cm
Hering: 11 cm
Karpfen: 35 cm
Kliesche: 23 cm
Meerforelle: 40 cm
Scholle: 25 cm
Wels: 70 cm
Wittling: 23 cm
Zander: 40 cm

Artenschonzeiten:
Aalmutter: 15.09 – 31.01.
Bachforelle: 01.10. – 31.12
weibliche Flunder: 01.02 – 30.04
Hecht: 01.01 – 30.04.
Meerforelle: 01.10 – 31.12.
weibliche Scholle: 01.02. – 30.04.
Wels: 01.05. – 30.06.
Zander: 01.03. – 31.05.

Fangbegrenzungen:
Es dürfen pro Tag 3 Bach- oder Meerforellen, 3 Karpfen und 3 Zander entnommen werden.

Es gilt die Binnenfischereiordnung (BiFo-SH) sowie die Bestimmungen auf dem Erlaubnisschein.
Für weitere Informationen siehe auch die Internetadresse des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein e.V.

Generell gesagt, gibt es im Nord- Ostsee Kanal keine schlechten Angelstellen. Es gibt aber einige Stellen, die Aufgrund von Anfahrtsmöglichkeiten und Fischvorkommen herausragend sind. Der Aal wird in allen Bereichen des NOK gleich gut gefangen. Der Karpfen und Zander wird im Dithmarscher Raum so richtig lebendig, sie sind aber auch in Brackwasserbereichen zu erbeuten. Alle Meeresfische, wie Platte, Dorsch und Wittling werden in den Salzhaltigen Bereichen gefangen. Während des Auf- bzw. des Abstiegs der Meerforellen sind die Zuflüsse der Auen beliebte Stellen der Forellenangler.
Im Winterhalbjahr ist der Teil des NOK, östlich von Rendsburg ein beliebtes Ziel für den Meeresfischfang. Hier sind alle Arten, die der Brandungsangler im Meer fängt zu erwarten (Flunder, Scholle, Dorsch, Wittling usw.). Beliebte Angelstellen sind im allgemeinen die Fähren, weil man mit dem Auto meist direkt ans Wasser kommt.
Westlich von Rendsburg, nimmt der Salzgehalt des Wassers mehr und mehr ab und die Süßwasserfische überwiegen. Allerdings kann man hier keine klare Grenze ziehen, so dass man immer wieder Überraschungen erlebt.
Im Bereich der Brunsbütteler Schleusen hat der Aalangler, bis spät in den Herbst hinein, gute Chancen auf Abwandernde Blankaale, weiter werden Jahr für Jahr immer größere Stintbestände gemeldet, die auf ihren Laichwanderungen in den NOK ziehen.
Der Östliche Teil des NOK ist im Frühjahr ein Eldorado der Heringsangler. Ob direkt hinter den Holtenauer Schleusen oder bis weit hinter Rendsburg, der Silberling zieht Angler aus nah und fern an. Und auch hier sind wieder die Fähren, Aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit ein beliebtes Ziel.

Grundsätzlich sind alle Stellen die die Eintönigkeit des Kanals unterbrechen beliebte Angelstellen.
An den Fähren bieten sich gute Chancen auf Zander und Barsch. Die Fähren wirbeln immer wieder den Grund auf, so dass sich zum einen dicht am Ufer tiefe Löcher gebildet haben und zum anderen der Fisch hier vermehrt Nahrung findet.
Beliebte Angelplätze sind auch dort, wo die Lichtzeichen die Schiffahrt regeln. Die Beleuchtung zieht Kleinfische an und die Kleinfische ziehen die Räuber an. Sehr oft werden Zander und auch gute Aale direkt an der Wasseroberfäche erbeutet.
Auch an den Weichen kommt der Zanderangler voll auf seine Kosten. Hier gilt ähnliches wie an den Fähren, außerdem kommt man im Sommerhalbjahr nicht mit den dicht am Ufer fahrenden Sportbooten in Konflikt.

Sehr beliebte Stellen sind auch die Einmündungen von Auen. Hier treibt sich so manche Bachforelle rum und auch Meerforellen werden immer wieder erbeutet. Auch treibt sich im ganzen Bereich des NOK die Regenbogenforelle rum, wobei hier auch die Mündungen von Auen in den NOK zu favorisieren sind.

Jeder der Regelmäßig am NOK angelt wird über kurz oder lang seine Lieblingsstelle finden. Sei es weil der Angelplatz gut zu erreichen ist oder weil einem ein besonders guter Fang gelungen ist.
Denn wie Eingangs schon erwähnt: Es gibt im NOK keine schlechte Angelstelle.

Soweit der Gewässerbericht des Nord- Ostsee Kanal.
Vielleicht sieht man sich mal am Wasser.

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