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Sep 12

Urlaub und Angeln im Land der tausend Seen Teil 2

Einen Fehler sollte man Grundsätzlich nicht machen. Wie ich völlig uninformiert im Urlaub auf fremden Terrain angeln zu wollen. Und sich Einbilden bei so viel Wasser….

Bei meinem Tipp  des Pilze suchens, hatte ich sehr  wohl zwei schöne Waldseen entdeckt, die unterschiedlicher nicht sein können. Zum einen Glasklar zum anderen verwachsen und mit  Seerosen und reichlich Uferbewuchs strukturiert. Beide mit sehr schönen Ansitzmöglichkeiten. Der kleinere See entpuppte sich als Pomelsee ein Blick auf meine Angelkarte sagte mir, dieser ist in meiner großen Vielfalt an Gewässern die ich beangeln durfte nicht mit dabei. Schade er roch nach Karpfen. Der zweite wurde auf der Wasserwanderkarte als Peetschsee benannt. Jener war der äußerst Klare. Peetschsee hatte ich auf meiner Karte gelesen. Dieser hatte auch äußerst schöne Ansitzstellen und war von meiner Unterkunft in 5min mit dem Bulli durch den Wald erreichbar. Perfekt.

Das Rod ausgepackt und der Futtereimer gefüllt. Mais, Maden und Wurm. Feederruten beladen  und los. Der Anblick des Panoramas am Peetschsee war gigantisch. Der Himmel wechselte seine Form durch regenbeladene Wolken und ständiges durch kämpfen der Sonne. Was  braucht  der Mensch zum Seele baumeln lassen mehr? Richtig, das am Anfang ständig neu befüllen des Futterkorbs. Meine Futterschleuder hat wie es nun einmal ist, vor Ort der Alterserscheinung nachgegeben.

Wem stört es? Also Montage neu bestückt Korb gefüllt und raus. Jawohl es gab da Fische, diese räumten mir meinen Futterkorb und Haken emsig leer. Die unzähligen Ringe auf dem Wasser verrieten mir das hier die Rotaugen/-federn wie die Piranhas das Wasser beherrschen. Die Luftbläschen sagten mir aber auch dass die Mulmwühler in der Nähe sind.

Doch bevor der Alarm losgehen konnte trübte sich meine bisherige gute Laune. Im Gespräch mit einem Ortsansässigen am Ufer erfuhr ich wie ganz nebenbei „Hier dürfen sie eigentlich nicht angeln“ Was!? Im Vergleich meiner Angelpapiere und der Gewässerkarte war der Peetschsee für mich zum Angeln da, so hatte ich es Hinterkopf. Was war falsch? Genau genommen meine Oberflächigkeit. Den Peetschsee gibt es 6 mal auf der Gewässerkarte. Kleiner, Großer, Peetschsee (Märchensee), Peetschsee bei  Schwarz, Peetschsee bei Wesenberg, Peetschsee Oberbek. Genau wie Labusee etc. Nicht so schnell begreifbar für mich, wo ich aus dem Leipziger Neuseenland bin und kein Gewässer wie das andere den gleichen Namen trägt. Wir sind auch später durch Peetsch gefahren auf den Weg zum Schulzensee. So klein, alt und in meinen Augen unbedeutend, hat mir den ganzen Tag versaut. Die Jahreskarte für diesen einen Peetschsee hätte mich 20,- Euro gekostet. Da ich aber schon eine Wochenkarte für 33,- Euro erworben hatte, hielt ich es für unangemessen 53,- für vereinzelte 3-4  Tage daraus zu machen. Wie erwähnt Urlaub= Familie= Nix eine Woche jeden Tag angeln …Ihr wisst schon Teil1.

Somit ging meine Odyssee los. Die Wasserwanderkarte wurde durch wälzt und mit der Erlaubnisskarte verglichen. Dies immer als erstes! Zuerst den kleinen Labusee. Vorort schnell erkannt der geht nahtlos in den großen Labusee über. Egal! Angelstelle her. Erst als ich am Ausgangspunkt „kleiner Labusee“ wieder stand  (gefühlte Stunden später) musste ich feststellen, für Ansitzangler ist hier nichts. Außer man mietet die Privatanlagen oder ist im Ferienpark untergebracht.  Ein riesiger Schilfgürtel am ganzen Ufer. Möglichkeiten also Null. Meine kostbare Zeit des Anfütterns  ging dahin.

Ich habe ja noch 30 andere Seen zur Auswahl, in etwa. Nun gut nächster See Useriner. Auf der Hälfte gab ich schon auf. Viel Werbung auch für diesen See aber wo komm ich einfach mal so an das Wasser? Was ist hier los? Schilfgürtel nahezu ohne Anfang und Ende. Plätlinsee eine ganze Ecke Fahrt zurück war mein nächstes Ziel.  Sah schlecht aus für mich und meinen Ansitz. Es gab immerhin Bootsstege. Ein Bootssteg für Kanufahrer (Wer so etwas gerne betreibt oder machen möchte, es gibt hunderte Ausleihmöglichkeiten) war besser als gar nichts und umrunden wollte ich ihn auch nicht.War vielleicht ein Fehler oder auch nicht.

Wow was für ein Biss und was für ein Knall als meine Schnurr gerissen ist. Neuer Futterkorb raus und auf dem engen Steg zurückgelehnt. Piep Piep und ich  habe angeschlagen. Ich habe gepumpt und gepumpt und bemerkt, es ist etwas daran aber es wehrt sich nicht. Fischlein mit 4 Kilo Wasserpest im Schlepptau. Super. Voll mit Kraut bis fast Stellenweise an die Wasseroberfläche. Matchrute her Waggler–Montage , die andere Rute mit mit der Zig-Rig Montage Rigfoam und gefärbten Puffmais an den Haken wir wollen doch einmal sehen was im Mittelwasser los ist. Ein böser Wind ging auf dem Steg. Meine Wagglermontage driftete immer in die Krautbänke. Raus. Nächste mit Zig-Rig nach draußen. Dieser Wind mit seinen Böen. Ich kürze einmal ab. Biss! Karpfen läuft sammelt soviel Kilo Kraut wie er bekommen kann ähnlich wie beim Traktor- pulling irgendwann ist es zu viel. Okay die geflochtene muss her, auf zum Transporter. Von dort aus konnte ich sehen wie eine Windböe mein Rod mit Ruten neben den Steg in über 2m tiefes Wasser zum baden schickte. Dieser Tag war gelaufen.

Einen Versuch ohne fremde Hilfe wollte ich mir  noch gönnen. Der Schulzensee. Ohne Umrundung von diesem, fragte ich dort im Dorf gleich nach einer Angelstelle. Ja es gab genau abgezählt ein Stück davon. Diese musste ich Abenteuerlich mit meinem Transporter über Feld und durch Wald suchen. Und da war sie. Ernüchtern musste ich feststellen das ich zwischen zwei Schilfwänden ca 1om lang und mehr in den See gehen musste weil er Knöcheltief am Ufer war.

Also stand mein lädiertes Rod mit nur einem Line-Dancer (Der andere liegt im Plätlinsee) und kurzgeschlossenen Batterien im Schulzensee. Was für ein Hallo als ich wieder 5Kg Wasserpest neben das Rod zog. Ich war bedient. Tiroler Hölzl und gut.Selbstverständlich fing ich  an diesen ruhigen Tag keinen Karpfen. Der Weißfisch bestand war gut und die Barsche übernahmen die Arbeit der Welse, nichts war zu groß!!

Mit etwas Unmut ging ich wieder einmal (Mit schwer erkämpfter Freizeit) los. Und traf einen Einheimischen beim Spinnfischen .Er sprach aus was ich vermutete oder besser bemerkt und lernen durfte. 85% aller Seen sind nur mit dem Boot beangelbar die Sache mit meinem Karpfen kann ich mir so aus dem Kopf schlagen. „ Die Zeit ist schlecht gewählt zum angeln, es ist zu warm komme in 5-6 Wochen wieder dann laufen die Hechte“ sprach er mit einer Spinnrute  in der Hand zu mir. „Selbst die Barsche wollen nicht!“ An der Stelle hätte ich ihn korrigieren können.

Karpfengerät also im Transporter lassen. (Anfüttern aus dem Boot eh nicht überall erlaubt) Und wenn für ein Boot zahlen, dann nicht wegen rumsitzen auf Stellen ohne Echolot und Gewässerkarte. Die Penn  Millennium Zander und den Kunstköderkram in das Boot und hinaus auf den Woblitzsee. Jawohl dies sollte mit Rublez und Yoshikawa funktionieren Barsch hier Barsch da. Zander nix, Hecht nix. In der Unterkunft stand Zitronensauce Rotkraut und Kartoffeln bereit sich mit Fisch zu einer Mahlzeit zu vereinen. Doch Barsch?

Einen Versuch starte ich heute noch dachte ich mir und fuhr zum Havelkanal. Da sind die Bootsrinnen von den „Kleinyachten“ die dort anlegten, da müsse doch was gehen. Dafür dass die Barsche „nicht gehen“ war viel Betrieb.  Dann aber stieg etwas Größeres auf  meinen Sure catch Wobbler ein und das Abendbrot war gesichert.

Ich versuchte in den Morgenstunden mein Glück noch einmal am Woblitzsee , weil dieser auf dem Weg zum Brötchen holen lag. Auf dem Rückweg hielt ich noch einmal bei der guten alten Havel und zwar  bei der Schleuse an und da Rot-Weiß gestern ein Treffer war nahm ich einen größeren Wobbler und brachte Fisch mit zum Frühstück. Somit wurde die Havel mein Fischlieferant, Topf, Pfanne und Räucherofen hatten Arbeit.

Nächstes Jahr lege ich bedachter Weise mein Petriglück in die Hände der Müritzfischer oder hier in unser Forum. So sollte ich besser informiert sein.

Petri Heil Dominik

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