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Jun 29

Anglerwissen: Der Wasserfrosch oder wenn der Hecht nicht beisst….

Wenn der Frosch im Schilfe springt, den Angler auf die Palme bringt.  Denn jener vermutet Räuber wie Barsch und Hecht  in der  Flach-Sumpf-Uferzone. Nicht zu Unrecht. Doch in bestimmten Monatsabschnitten sind es andere Wasser liebende Tiere die mit planschen und Geräuschkulisse auf  sich aufmerksam machen. Die Rede ist vom Wasserfrosch sein lat. Name Pelophylax. Vollständiger halber Ranidae die Familienform der echten Frösche. Nun diese Klasse der Lurche (Amphibia) hat mir zwar nicht Kopfschmerzen bereitet, allerdings muss ich zugeben, gewisse Selbstzweifel in meine Spinnmethoden gebracht. Doch dazu später.

Also unser Grünfrosch ( ja auch dies ist ein Name seiner Vertretung) lebt im Großteil seines Daseins, im halbierten Verhältnis zum Wasser. Fälschlicher Weise könnte man schnell aus seinem Namen den permanenten Kontakt im Wasser ableiten, doch dies ist nicht so. Hier kommt der Grünfrosch ins Spiel, da er auch im Grase springt ist er nun mal grün! War ein kleiner, wenn auch nicht ganz so falscher Spaß. Tatsächlich teilt sich der Grünfrosch sein Lebensraum mit in Wasser und an das Land  auf. Wissenschaftler und Biologen und, und,.. und ich schreiben hier von einem halbaquatischen Leben. Also mehr in der Nähe des Wassers als unbedingt drinnen. Sie halten sich an Uferkanten oder bei und auf Seerosenblätter und andere zum Teil schwimmende Pflanzen und Krautbänken in Ufernähe auf.

Dort sonnen sie sich, bringen ihren Kreislauf auf Touren und jagen nach Libellen, Mücken und anderen vorbei schwirrenden Insekten. Wird es kälter, also Winter geht es ab zu frostsicheren Plätzen oder  zum Gewässergrund und rein ins Sediment. Dort die Energieversorgung auf ein Minimum beschränkt, wird gewartet auf wärmere Tage. Gasaustausch wird über die Haut vorgenommen. Mit der Größe meines von mir erwähnten Wasserfrosches ist es weit her. Ich habe Exemplare von 7-15 cm gesehen. Leute die sie vermessen haben geben eine Spanne von 3-17 cm an. Die größeren Exemplare am Wasser waren „die Träger“ so nannte ich sie, gemeint sind die Weibchen. Weil sie einen kleineren Frosch, in diesem Falle das Männchen auf den Rücken trugen. Aber wir sind ja noch bei den Merkmalen!

Ich vermute und habe es auch schon nachgelesen, die Musterung des Grünfrosches ist von Frosch zu Frosch nicht gleich, wenn auch auf dem ersten Blick die Grundfärbung unseres Grünfrosches (scheinbar logisch) grün mit schwarzen Punkten und Flecken ist, sind verschiedene Graustufen oder bräunliche Farben keine Seltenheit.

Die Wirbelsäule ist gut sichtbar könnte man denken, doch handelt es sich hier um die Rückendrüsenleiste.

Die Schnauze oder Kopfform (ich kann mich der Bezeichnung Schnauze bei Amphibien nicht anfreunden, auch wenn es fachlich richtig ist) ist spitz zulaufend und symmetrisch, zur Rückendrüsenleiste liegen die Augen eng an. Das hintere Beinpaar ist mit größeren Schwimmhautzehen und  mehr Muskulatur versehen als die vorderen Beine. (Sonst wäre es auch kein uns bekannter Frosch schnell hoch und weit hüpfen, in diesem Fall noch schnell schwimmend). Absolut typisch für die Männchen sind die Schallblasen. Wer so etwas nicht gesehen hat, muss sie sich wie eine Kaugummiblase vorstellen aber diese extrem dünn und beidseitig beim Frosch festgemacht. Ist schwer Vorstellbar. Diese Schalllasen dienen der Erzeugung von schallenden Lock- und Verständigungsrufen. (Nach und für das Frauenvolk oder besser Froschdamen ist klar).Es wird den Rivalen klar gemacht, dies ist mein Revier und du kannst abfahren!! Missachtung wird mit anspringen bestraft. Dieses „Froschkonzert“ wird meist von Mai bis Juni sehr deutlich wahrgenommen. Es kommt es zur Paarung.

Nun wird es Wissenschaftlich: Der Amplexus bei beiden erfolgt Axillar. So nun auf Deutsch. Amplexus ist der Klammerungszustand bei der Paarung. Hier kommt mein laienhafter Ausdruck „Träger“ wieder auf den Plan. Das Männchen klammert sich mit seinen Armen hinter den Vordergliedmaßen des Weibchens fest, dieser Reflex ist sehr stark ausgebildet. Es kann vorkommen dass männlich Frösche sich an andere Artgenossen, Treibgut und anderes auf dem Wasser treibende festklammern um sich fortzupflanzen. Einmal aufgesessen gibt es kein loslassen mehr. Ich habe einen Stock aus dem Wasser gehoben der Frosch hat sich nicht von ihm gelöst. Es könnte ja ein anderer Rivale „Aufsitzen“ und deshalb sitzen viele Männchen schon auf ihren Weibchen bei der Laichplatzwanderung. Stellt euch einmal vor ihr lasst euch von euren Frauen jedes mal durch das Haus bis in die Schlafstube tragen!! kleiner Scherz. Die  Eiablage und Befruchtung findet außerhalb des Körpers statt. Die hellbraunen Eier werden als Geleepaket an und unter Wasserpflanzen geheftet.

Die Auffälligen Eierketten die man häufig sieht sind nicht von unseren Wasserfrosch sondern vom Grasfrosch! Es wird geschlüpft. Wir sprechen jetzt noch nicht vom Frosch sondern von der nachembryonalen Entwicklungsstufe, der Kaulquappe.

Quappe nimmt der Angler sofort wahr. Oder? Befreit durch ein Enzym das die Geleeschicht langsam aufgelöst hat, schwimmt unsere Kaulquappe los . Bestehend aus drei Kiemenbüschelfür die Atmung und einen Ruderschwanz zur Fortbewegung mehr ist nicht drann. (Mit viel Phantasie könnte man es mit dem menschlichen Sperma vergleichen nur größer und ohne Kiemen dafür mit Augen….) Schon wieder ein Scherz. Zuerst ernährt es sich vom Eigallert indem es sich anheftet und zehrt und zehrt…Der Maulschlitz wird größer. Dies kann man bei dem unteren Bild durch genaues betrachten vielleicht erkennen?

So es sind einige Monde vergangen. Die Geschichte der Kaulquappe könnte eine eigene Erörterung über 4 Din A4 Seiten sein. Hier der Schnelldurchgang: Ausbildung des Maulschlitzes –der Ruderschwanz vergrößert und verbreitert sich mit saumhafter Umrandung – Ausbildung der Hintergliedmaßen – Ausbildung der Vordergliedmaßen – Kiemen weg – Schwanz wird kleiner – fällt ab – kleiner Frosch ist da, auch Jungfrosch genannt und dieser wächst auf die Größe des normalen Erkennens.    Zeitraffer aus!

Viel Arbeit hat der Frosch nun hinter sich, jetzt heißt es sich auch vor Fressfeinden zu schützen. Füchse, Vögel, streunende Katzen und auch der Mensch haben es ja schließlich auf ihn abgesehen.Wenn auch nicht mehr in Deutschland. Sein Wissenschaftlicher Name ist nicht umsonst Rana esculenta „essbarer Frosch“ aber auch als Versuchstiere wurde oder wird zum Teil der Frosch noch aus seinem normalen Leben genommen. Nur sollte dies der Vergangenheit angehören, geschützt ist er bei uns  durch Bundesartenschutzgesetz.

Ich habe einen Fressfeind vergessen? Habe ich bewusst nicht! sonst hätte ja keiner bis zum Schluss meinen Artikel gelesen.

Richtig, es gibt neben der Libellenlarve, die allerdings nur Kaulquappen und Jungfrösche attackiert noch einen Räuber aus dem Wasser. Der Hecht (Esox). Hörst du den Frosch am Ufer quaken, kannst du dein  Blech nach Hause tragen. In unserem Forum gibt es auch eine interessante Diskussion darüber.

Und so war es auch, beim Watangeln mit der Spinnrute stand der Hecht 2-3m vor mir. Ich habe ihm alles was das Kunstköderarsenal her gab vor das Maul geworfen, nichts. So traf ich noch einen Hecht an der Uferkante an, desgleichen. Nichts. Wen sollte es wundern, wenn man nach erfolgreichen überlisten des Esox seinen Mageninhalt studiert und folgendes vorfindet!

Nun gebe ich einen gut zu beherzigten Rat, der Frosch unterliegt wie schon geschrieben den Artenschutz. Dies auch nicht ohne Grund, die Zeiten von Experimenten sind für ihn bei uns zum Glück vorbei und dass soll auch so bleiben. Gute Chancen hat man dennoch wenn man seinem Abbild aus Gummi eine Chance zum Einsatz gibt. Probiert es einmal aus.

Wenn du mehr über Natur und Anglerpraxis erfahren möchtest, komme zu uns in die Facebookgruppe  und diskutiere mit. Oder besuche unsere Facebookseite  Also bis bald!

Petri Heil Dominik.

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