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Feb 02

Anleitung zum Heringsangeln!

Die erste Fangsaison beginnt Ende März / Anfang April und geht bis weit in den Mai hinein.
Da kommen die Heringsschwärme zum Laichen an den Küsten der Nordsee und Ostsee und wandern auch in den dort mündenden Flüssen und mit den verbundenen Gewässern (Fjorde, Bodden).
Die zweite Saison beginnt im September und geht bis hinein im Oktober – dieses ist ein
anderer Stamm von Heringen – größer und fetter !


Bekleidung:
Die Bekleidung sollte der Jahreszeit angemessen sein – auf alle Fälle Wind und Regen dicht.

Angelgerät:
Grundrute 2,70 -3,00 m mit einem Wurfgewicht von 30 -60 gr.

Rolle /Schnur
Die passende Rolle zu Rute sollte mit 25er bis 30er Mono oder von der Tragkraft her
gleicher geflochtenen Schnur bestückt sein.

Montagen
Die Montagen sind recht simpel.
1. Hauptschnur –Wirbel – Heringsvorfach – Blei (Heringsblei)
2. Eine weitere Montage /Methode –ich nenne sie mal Faullenzermontage – ist das Angeln
auf Hering mit der Pose/Schwimmer.
Hier wird bei gleicher vorgenannter Montage nur noch ein Stopper und eine Pose /Schwimmer auf die Hauptschnur gebracht.
Das Blei wird so schwer gewählt, das die Pose/ der Schwimmer die Montage trägt.

Wirbel:
Ein einfacher karabinerwirbel bis zu 5 kg Tragkraft ist vollkommen ausreichend.

Heringsvorfach:
Heringsvorfächer -Paternostervorfächer – haben meistens fünf Anbiss -Stellen unterschiedlicher Art.
Sie reichen vom blanken Goldhaken- verziert mit vorgesetzten Leuchtperlen- über mit Vorfächern
mit leuchtende Flügeln aus Fischhaut.
Anmerkung:
-nicht überall sind 5 Anbiss-Stellen erlaubt – Erkundigung einholen

Blei:
Als Blei (Wurfgewicht) kommt ein sogenanntes rot weiß lackiertes dreieckiges Heringsblei
zum Einsatz.

Weiteres erforderliches Gerät:
Schlagholz und Messer zum waidgerechten Versorgen des Fanges
Eimer (lebensmittelecht) zum Transport des Fanges
Kleiner grobmaschiger oder Drahtsetzkescher-alternativ ein grobmaschiges Kartoffelnetz
zum Entschuppen der Fische
Handtuch oder Lappen zum Reinigen der Hände zwischendurch.

So geht es!
Wenn die Heringe da sind, besorgt man sich als Erstes die erforderlichen Erlaubnisscheine.
Welche Scheine benötigt werden ist von Region zu Region unterschiedlich –man sollte sich
vor Ort bei den Angeldealern und Behörden schlau machen. Das geht von dem Jahresfischereischein
über eine örtlichen Erlaubnisschein(oft zusätzlich erforderlich) bis hin zum Touristenschein.
Hat man den bürokratischen Teil hinter sich, kann es los gehen.
Man sucht sich an einer fängigen Strecke einen freien Platz – man wird dort selten allein sein –
oft säumt eine Unzahl von Angler die Ufer.
Ist dieser gefunden, wirft man vorgenannte Montage weitaus, läßt das Heringsblei absinken-welches
durch seine Form langsam abtaummelt. Dann wird eingekurbelt.
Erste Montage
hiergibt es drei Methoden
1. -gleichmäßiges langsames Einkurbeln der Montage
2. – unter gleichmäßigen Einkurbeln der Montage, diese durch eine langsame Auf- /Abbewegung der
Rute anheben und absinken lassen.
3.- pilken – nach straffen der Schnur die Montage ruckartig nach oben ziehen.

Zweite Montage
Diese Montage wird nach dem Auswerfen langsam -Stop and Go – eingekurbelt, so kommt Bewegung
in das Heringsvorfach .
Diese Methode /Montage wird angewendet wenn nur wenige Heringe da sind. So gibt man den Fisch Zeit die
Köder zu finden und man braucht nicht so oft auswerfen.

Sollten die Heringe da und in Beißlaune sein, sollte der Erfolg bei allen Methoden nicht ausbleiben.
Ich bevorzuge Methode Nr. 2 die sanfte Methode -spürt man doch jeden noch so kleinen Biss.
Desweiteren werden hier bei erheblich weniger Fische gerissen und Chance durch das langsame
Einholen (auch nach einem Biss) eine Doublette oder Trilette zu landen ist erheblich größerer.

Anmerkungen:
zum Blei:
Angelt man gegen den Wind sollte man auf eine andere Bleiform wechseln, da mit dem Heringsblei
dann ausreichend weite Würfe nicht mehr möglich sind.
zum Drahtsetzkecher/Kartoffelsack:
für Anfänger und Unbelesene – diese Teile werden zum Entschuppen der Fische benötigt.
Die Heringe werden in so ein Behältnisse getan und dann im Wasser mehrfach „gepümpelt“ unter
Wasser getaucht, wobei man die Heringe wendet, die Unteren nach oben bringt.
Auf diese Weise entledigt man sich einfach und schnell bis zu 90 Prozent der Schuppen .

Weitere Tipps:
1.) Nach Möglichkeit immer Kontakt zum Vorfach halten – oftmals kommen die Bisse in der Sinkphase.
2.) Bisstiefe und Entfernung merken-an dem Bissort können oft weitere Fänge gemacht werden.
3.) Wenn ein Fisch gebissen hat, noch etwas warten, bevor eingeholt wird. Dieses hat den Vorteil, das man den Hering sicherer haken kann.
Wenn der Schwarm da ist, kommt schnell Fressneid unter den Silberlingen aufund ein /zwei weitere Heringe schnappen zu .
4.) Bis unter die Kaimauer/Ufer pilken/angeln .
Unter Umständen mit einem Unterhandwurf , nur die Kaimauer/das Ufer beangeln.

Begründung:

Die Heringe kommen zum Laichen in Wurfweite. Und die Kaimauer ist ein guter Laichträger, Also kommen die Heringe da hin.
Besondere Anmerkung: Im NOk wird so gar mit Stippe auf Hering geangelt. So mit kann das Vorfach hängerfrei durch die Steinpackung ( Laichbett) führen.
5. Je langsamer das Gewicht zum Meeresgrund taumelt, um so mehr haben die Heringe Chance auf den Haken zu beissen.
6. Nach dem Abschuppen der Fische, im Drahtstzkescher oder Kartoffelsack ,ruhig noch mal durch die im Wasser schwebenden Schuppen Pilken oft ist man
an dieser Stelle weiter fängig.

Petri Heil
Oldman

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