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Meeresangeln am Mittelmeer

Februar 6th, 2009 von Herbert

Bald beginnt wie jedes Jahr die Urlaubsaison und manche werden bestimmt zum Mittelmeer fahren! Aber kann man dort auch angeln und wie?!


Bald beginnt wie jedes Jahr die Urlaubsaison und manche werden bestimmt zum Mittelmeer fahren! Aber kann man dort auch angeln und wie?!

Man kann sogar sehr gut! Und gelegentlich fängt man sogar was Größeres. Egal ob auf Mallorca, an der türkischen Küste, oder an der Adria in Kroatien, oder Italien. Die Methoden sind fast überall gleich. Und wie es genau geht könnt ihr in diesem Text erfahren!

Die Hauptbeute des Mittelmeer-Anglers sind kleine Barschfische und Meerbrassen die man am besten in Häfen, felsigen Küstenabschnitten, oder vom Boot aus beangelt.

Man kann sowohl ansitzen als auch spinnfischen und mit beiden Angelarten kann man Erfolg haben, wobei ich das Spinnfischen bevorzuge.

Am Mittelmeer gilt eigentlich immer, dass umso mehr Fische da sind, desto steiniger und abwechslungsreicher der Grund ist. Ich halte deswegen nach Fangplätzen in Form von Krautfeldern, Steinhaufen, Unterwasser-Plateaus, Molen und Anlegern und ähnlichen Strukturen Ausschau – den dort ist der Fisch!

Viele Jungfische suchen Schutz vor Wellen und Räubern in den oft sehr zahlreichen kleinen Häfen und wo Futterfisch ist stehen auch immer die großen Raubfische wie z.B. der Wolfsbarsch!

An diesem Hafen sieht es doch schon richtig nach dickem Fisch aus! Oder?

Aber auch natürliche Plätze bieten immer gute Angelplätze. Eine sehr gute Stelle hat man, wenn das Wasser tiefer ist, als in der Umgebung und sich zahlreiche Verstecke in Form von zerklüfteten Steinen bieten, zwischen denen saftig, grüner Seetang wächst. An so einer Stelle kann man immer mit vielen Fischen, wie Streifenbarsche, Wolfsbarschen u.s.w. rechnen. Wenn direkt daneben eine kleine Sandbank, oder ein Muschelfeld ist, fängt man vor allem Zahnbrassen, wie die bis zu 60cm groß werdende Doraden die mit zu den leckersten Fischen gehören!

Diese Stelle in der Toscana war so ein Top Gebiet

Zu bestimmten Zeiten kann man in manchen Hafenstädten „Big Game“ Boote chartern, mit denen man längere Ausfarhten auf broadbill Schwertfische und dem „tonno rosso“ einer Thunfischart unternehmen kann.
Auch gibt es gelegentlich Grundangel Touren auf Hai, Rochen und andere Grundfische.

Und es gibt eben sehr schöne fast schon tropisch anmutende Fische wie diesen Lippfisch

Angelmethoden

„ Ansitzangeln“
Das rauschende Meer hören und in der Sonne sitzen kann am Mittelmeer unglaublich schön sein und wenn dann noch eine Angelrute im Wasser ist und jeden Moment ein dicker Fisch anbeißen kann, ist es doch gleich noch viel,viel schöner! Nebenbei ist noch für das Abendessen gesorgt, denn das Mittelmeer beherbergt eine Vielzahl leckerer Fische wie die meisten Barsche und Meerbrassen.

Man kann sowohl mit der Pose als auch auf Grund angeln. Zum Ansitzen kann man z.B. eine schwere Spinnrute, eine Karpfenrute, oder ähnliches nehmen. Eine herkömmliche Brandungsrute eignet sich meist weniger. Ich benutze wegen scharfkantigen Felsen meistens eine o,35mm oder 0,30mm monofile Schnur.

Auf Grund kann man gut mit einer sehr einfachen Montage fischen, wie man sie z.B. auch beim Aalangeln im Süßwasser benutzt. Als Köder kann man Fischfetzen, sehr kleine Köderfische, Tintenfisch-Stücke (besonders gut), Muschel und Schneckenfleisch, Krebse und Garnelen nehmen. Wattwürmer sind bestimmt auch einen Versuch wert, wenn man sie denn am Mittelmeer bekommt. Im Gegensatz zum Brandungsangeln an unseren heimischen Meeren muss man keine Gewaltwürfe hinlegen. Im steinigen Küstenabschnitten stehen die Fische oft direkt vor den Füssen. Die Hauptbeute beim Grundangeln sind Meerbrassen, die sich in den Tangfeldern von Krebsen und Muscheln ernähren.

Mit der Pose.
Oft findet man dichte Tangfelder und da bietet sich die Pose an, einen Köder zwischen den einzelnen Halmen anzubieten, denn dort sind eigentlich immer Fische!

Mit einer großen Hechtpose kann man nichts falsch machen. Dann wirft man einfach eine Felsgruppe an, oder in ein Loch im Kraut. Wenn länger nichts geht kann man vor allem Barschfische erbeuten, wenn man die Montage langsam einzupft.

Eine andere sehr interessante Möglichkeit ist es mit einem toten winzigen Köderfisch, oder Fischfetzen von einem Molenkopf aus auszuwerfen. Eine ziemlich geniale Methode um massenhaft Makrelen zu fangen! Besonders gut geht, dass an der französischen Mittelmeerküste.

Mal was ganz anderes !
Eine auf den 1. Blick ziemlich merkwürdige Methode habe ich, inspiriert von Einheimischen, an meinem letzten Mittelmeer Urlaub entwicktelt : Englische Methoden im Hafen!

Oft sieht man im glasklaren Wasser kleine Lippfischarten wie den in großen Schwärmen auftretenden Meerjunker ,kleine Barsche z.B. Schriftbarsche (übrigens gebraten sehr lecker!) und verschiedene Grundelarten.

Einfach eine Köderfisch-Stippe mit kleinem Haken nehmen und als Köder Maden (!). Mit dieser werden dann die Fischschwärme angeworfen und man hält den Köder direkt im Schwarm! Diese winzigen Fische bieten an so einer leichten Rute enorm viel Spaß und gute Köderfische hat man auch noch!

Wenn die Fische beispielsweise unter einem Boot an der anderen Seite des Piers stehen, oder extrem scheu sind greift man zur Matchrute mit einer unauffälligen Pose. Aber man kann noch weiter gehen! Überall in den kleinsten Ritzen und Verstecken hocken unauffällige Grundeln – immer bereit sich auf einen runter stürzenden Köder blitzschnell zu stürzen! Man sucht sich eine Stelle mit flachem und vor allem klarem Wasser (den man angelt auf Sicht) und lässt den Köder nachdem man sich behutsam angeschlichen und einen Fisch gesichtet hat an der freien Leine herunter! Da mit er besser absinkt kann man ihn vielleicht mit einem Bleigewicht beschweren! Vorsichtig hält man ihn in den Blickwinkel des Fisches und zupft ihn! Besonders gut geht das an der freien Leine ! Manchmal beißt auch ein Farben prächtiger Leierfisch oder ein kampfstarker Schriftbarsch!
Diese Methode kann man sowohl mit kleinen Fischstücken (Haut) und Maden, als auch mit Mormyschkas und winzigen jigs ausüben dann fängt man aber eher Barschfische.

Interessant und fängig ist auch das angeln mit einer Feederrute. Das geht entweder nach der oben beschrieben Grundangelmethode. Dafür eignet sich eine Feederrute besonders gut, denn man merkt wirklich jedes Nuckeln am Köder auch, wenn es noch so vorsichtig ist! Eine andere Möglichkeit mit der man übrigens auch prima fängt ,obwohl sie (für Menschen) ein bisschen ecklig ist: Man füllt einen Futterkorb mit Fischabfällen!
Aber die Super Fänge entschädigen einen für den Geruch!

Spinnfischen:
Auch mit Kunstködern fängt man gut. Den leckeren und kräftigen Wolfsbarsch, die schöne Palometta, oder den Schriftbarsch der Massenfänge ermöglicht.

Man kann mit allen Arten von Kunstködern fangen – vom Land und vom Boot aus. Mit künstlichen Ködern sind die Fische übrigens in der Regel größer!

Wenn man auf den Wolfsbarsch und andere größere Räuber angeln möchte, wählt man am besten einen größeren Wobbler und sucht sich eine Stelle mit möglichst tiefem Wasser und vielen Futterfischen. Gerne stehen Wolfsbarsche (vor allem ,wenn es heiß ist) in Häfen.

Wobbler

Im Hafen, oder vor Klippen geworfen, oder vertikal gefischt fängt man mit mini Gummiködern vor allem Barsche wie den Schriftbarsch. Diese werden zwar meist nicht größer als 20cm kämpfen dafür aber umso besser.

Über den Grund gezupft kann man erstaunliche Mengen an Fisch fangen! Mit größeren Shads fängt man aber auch oft mal einen Wolfsbarsch. Für diese Angelmethode benutze ich zur besseren Bisserkennung nur noch geflochtene Schnur!
Kleine Pilker (-Zocker) kann man mit gutem Erfolg genauso fischen.

Paternoster zupfend vom Boot aus gefischt, oder wie beim Heringsangeln geworfen, bringt so manchen Fisch ans Land – unbedingt ausprobieren ! Wenn man ein Boot zur Verfügung hat kann man sehr gut mit stärkerem Gerät driften (auch auf Conger!) oder mit Gummifischen pilken. Dabei schleift man am besten an einer passiven Rute einen lebhaften Gummifisch über den Grund mit.

Sicherlich kann man auch mit stark taumelnden Blinkern fangen. Oder einfach mal an einem warmen Abend einen Oberflächenköder über einem Tangfeld ausprobieren! Du wirst dich wundern wer alles anbeißt!

Mini Gummis

Die besten Fangzeit ist meiner Meinung nach übrigens, wenn sich das noch trübe Meer, nach einem Sturm langsam wieder beruhigt!

Also beim nächsten Urlaub an diesem Meer einfach mal Angelgerät mitnehmen! Die Fische sind vielleicht weniger, oder kleiner geworden als früher, aber es lohnt sich immer noch!

Und nirgends wo anders gibt es so viele wohl schmeckende Fische auf so engem Raum!?

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