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Meeresangeln mit Naturködern

Februar 7th, 2009 von Herbert

Beim Naturköderfischen wird der Köder an der Montage bis zum Grund abgelassen und die Schnur wird dann gestrafft. Jetzt wird die Schnur zwischen den Fingern gehalten, um so jeden Biss mitzubekommen. Deshalb werden auch beim Naturköderfischen Multirollen benutzt.

Bei einem Biss wird gewartet, bis die Schnur mit einem gleichmäßigen Zug abläuft, aber es gibt auch Tage, wo sofort beim ersten Rucken angeschlagen werden muss. An diesen Tagen lohnt es sich auch, die Köder kleiner zu machen, um damit sicherer haken zu können. Wichtig ist, immer genügend schweres Blei an der Montage zu haben, um die Montage am Boden zu halten, sonst wird das nichts mit dem Fisch. Je nachdem auf welchen Fisch gefischt wird, kommt das leichte Naturköderfischen oder das schwere Naturköderfischen zum Einsatz. Plattfischangeln auf der Ostsee ist leichtes Naturköderangeln und das Fischen auf Leng und Heilbutt in großen Tiefen das schwere Naturköderangeln.

Zur Ausrüstung für das leichte Naturköderangeln brauchen wir eine Bootsrute mit einem Wurfgewicht von 150 – 300 g und einer Länge bis 3 m und eine Multirolle mit ausreichend geflochtener Schnur in der Stärke 0,18 mm bis 0,25 mm. Montagen mit mehreren Haken oder auch Einzelhaken am Seaboom kommen zum Einsatz, die mit Wattwurm, Seeringelwurm, Fischfetzen oder auch ganzen Fischen bestückt werden. Die Hakengröße geht von 1/0 bis 4/0 als Naturköderhaken. Gefischt wird beim leichten Naturköderangeln auf Plattfisch, Dorsch, kleinere Lengs, Lump, Seewolf und andere vorkommende Fischarten.

Naturködermontage zum Fischen mit Wattwurm oder Seeringelwurm auf Plattfisch und Dorsch. Mit dieser Montage lässt sich nicht sehr weit werfen, aber für die meisten Angelplätze ist die Montage ausreichend. Die Mundschnüre sind drehend befestigt und verfangen sich nicht so schnell in der Hauptschnur, das Krallenblei hat Drahtarme, die sich bei großem Druck von den Klammern lösen und das Einholen der Montage erleichtern. Hakengröße bis 2/0, Hauptschnur bis 0,60 mm und Mundschnüre bis 0,40 mm, Krallenbleie bis 250 Gramm.

Schweres Naturköderfischen

Beim schweren Naturköderfischen kommt nur erstklassiges Material zum Einsatz: Bootsruten ab einer Klasse von 50 lbs und Multirollen mit großer Schnurfassung von geflochtener Schnur in den Stärken ab 0,40 mm aufwärts. Hier wird in Tiefen von 100 bis 400 m und mehr gefischt. Montagen mit Einzelhaken oder auch Mehrfachhaken kommen zum Einsatz mit Hakengrößen bis zu 14/0 und Bleigewichten von bis zu 2000 g. Als Köder kommen Fischfetzen oder ganze Fische an den Haken, Nicht vergessen: regelmäßig, am besten jede halbe Stunde, den Köder erneuern, um den Reiz auf den Zielfisch zu erhöhen. Gefangen werden beim schweren Naturköderangeln Leng, Lump, Dorsch, Heilbutt, Hai und andere vorkommende Fischarten.

Naturködermontage für das Fischen auf Dorsch, Leng, Lump und Plattfisch in großen Tiefen. Diese Montage bringt den Köder, Oktopus mit Fischfetzen versehen, nach unten zum Fisch und verleiht dem Köder dennoch eine gute Beweglichkeit am Boden. Aus sandigen Bösen kann sehr gut vom driftenden Boot gefischt werden, um größere Gebiete nach Fisch abzusuchen. Die Schnurstärke geht ja nach den zu beangelnden Fischen bis über 100 lbs und die Hakengröße bis 12/0. Bleie bis über 1000 Gramm sind möglich.

Zur Technik beim Naturköderangeln gibt es einige Tricks:

Montagen mit langen Mundschnüren lassen sich besser bei Strömung benutzen, sonst gibt es beim Runterlassen oft schon Verwicklungen. An Tagen ohne Strömung wird besser mit festen Edelstahlarmen gefischt oder die Montage hat kurze Seitenarme aus dicker monofiler Schnur. Beim Ablassen der Schnur immer kontrolliert mit der Multirolle ablassen mit Pausen zum Ausrichten der Montage. Wichtig ist, das Ganze nicht zu schnell abzulassen. Fischfetzen oder ganze Köderfische sichert man am besten mit Draht zusätzlich am Haken, um ein Abzupfen durch Fische zu erschweren.

Beim leichten Naturköderfischen auf Plattfisch wie Scholle oder Seezunge suchen wir Sandbänke, um über diesen zu fischen. Falls die Tiefe es zulässt, kann es nicht schaden zu ankern. Am besten sind Sandbänke, die an einer Kante liegen, von wo es ins tiefere Wasser geht: bei aufkommender Flut kommen hier die Fische hoch. Beim Fischen mit schwererem Gerät gilt dasselbe: Kanten, an denen es aus großen Tiefen von einigen hundert Metern Tiefe nach oben geht, sind immer fängig. Sandbänke, die an solchen Kanten liegen auf 20 bis 60 m Tiefe liegen, sind in Norwegen Plätze für jüngere Heilbutts und Lengs. Bei aufkommender Flut fischt man am besten an der Kante von der Tiefe zur Sandbank.

Naturködermontage zum Fischen vom Boot

Mit dieser Montage kann bei Strömung gut in großen Tiefen geangelt werden; durch den Dreiwege-Wirbel kann sich die Mundschnur zum Oktopus hin sehr gut bewegen. Der Haken wir noch zusätzlich mit Fischfetzen garniert. Schnurstärke je nach Fischart und Tiefe über 100 lbs, Wirbel mit 200 lbs und Hakengröße bis 14/0. Das Gewicht der Bleikugel kann bis zu 2000 Gramm gehen. Diese Montage ist besonders für Norwegen und für das Wrackangeln im Ärmelkanal geeignet.

Zur Ausrüstung beim Naturköderfischen gehört ein stabiles Gaff, ein anständiges Stück Holz zum Abschlagen des Fisches, eine vernünftige Zange zum Lösen der Haken und nicht zu vergessen ein gutes Filetiermesser.

Reinhard D.

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