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Feb 03

Pilken in Ost- und Nordsee

„Richtig“ Pilken – die Auffassungen sind natürlich, wie immer beim Angeln , verschieden .
Ich maße mir nicht an -das Non Plus Ultra -hier darzustellen.
Ich will hiermit nur die Grundregeln für diese Art des Angelns darstellen.

Es gibt Leute, die behaupten, das Pilken sei das populärste, am meisten geliebte und zugleich anstrengenste Meeresangeln.
Welch ein Unsinn ! Genauso unsinnig, wie das Flugangeln als die höchste Disziplin des Angelns zu bezeichnen. Alles nur eine Frage von Theorie und Umsetzung in die Praxis sowie Übungssache.

Wer beim Pilken gewisse Grundregeln erlernt hat und diese schließlich beherrscht, wird unabhängig von der Größe des Kutters oder Bootes Erfolg haben

Auswahl der Geräte:

Wie immer, muß man für sich das optimale Gerät herausfinden. Das geht nur über probieren.
Die Angeln sowie die Schnüre und Rollen haben sich enorm weiterentwickelt. Moderne Pilkruten verfügen über eine enorme Schnellkraft, stabiles Rückgrat und sind superleicht, weil sie aus Kohlefasern hergestellt werden. Haben also ihren Preis.
Dem Fisch ist es völlig egal, ob Ihr eine Kohlefaserrute benutzt, oder eine Bleistange.
Eine 2,10 m- 3m Pilkrute wiegt heute zwischen 200 bis 300 g. Das ideale Wurfgewicht liegt zwischen 80 und 180 g. Die Multi- oder Stationärrolle sollte ein Fassungsvermögen von mindestens 100 m 0,50- 0,60er monofiler Schnur haben. Große Spulendurchmesser lassen Weitwürfe zu, welche jedoch meiner Ansicht nach beim Pilken keinen größeren Sinn machen. Wichtiger ist ein ordentliches Rollengetriebe mit zumindest drei Kugellagern, die auch bei großer Belastung für einen guten Lauf sorgen, um sich beim sogenannten Pumpen nicht zu verausgaben. Die Schnurstärke liegt beim Pilken auf der Ostsee bei 0,30 bis 0,45 mm, auf der Nordsee können es schon einmal 0,50 sein.
Eine gute Pilkschnur sollte nicht zu hart sein, sonst wirft sie Perücken.

Merke: Steigt ein Fisch beim Pilken aus, hat das oft drei Gründe: zu harte Schnur, falsch eingestellte Bremse und eine zu steife, unelastische Rute.

Technik des Pilkens
Welchen Pilker nehme ich ? Nun, der Pilker sollte so leicht sein, damit er als Köder verführerisch auf- und abtaumelt. Nur muß er auch schwer genug sein, um den Grund zu erreichen.Dorsche fängt man zumeist am Grund nicht im mittleren und nicht im Oberwasser.

Pilken mit dem Rücken zum Wind (Lee)
In einem solchen Fall treibt das Boot oder der Kutter auf den ausgeworfenen Pilker (Köder) zu. Dann gilt es, etwas weiter auszuwerfen ( 30 – 50 m sollten ausreichen), um zu vermeiden, dass das Boot/Kutter nicht sofort über den Pilker treibt. Der Pilker muß bis zum Grund sinken. Nun nimmt man schnell Schnur auf bis man Kontakt zum Pilker hat. Jetzt zupft man ein, zwei Male mit der Rute und läßt den Plker wieder absinken. Das Ganze wiederholt man bis ein Dorsch anbeißt oder bis man mit dem Pilker wieder am Boot/Kutter angelangt ist. Man sollte vermeiden, die Schnur unter das Boot oder den Kutter treiben zu lassen, wennn man Verknotungen oder Abrisse vermeiden möchte.

Pilken mit dem Wind von vorne(Luv)
Bei dieser Situation ist es nicht erforderlich, auszuwerfen. Jetzt läßt man den Pilker senkrecht zum Grund absinken, weil das Boot/Kutter vom Pilker abtreibt. Auf dem Grund gelandet, läßt man den Pilker wieder mit der Zupfmethode tänzeln und taumeln. Wieder Schnur nachgeben, bis die Grundberührung spürbar ist und wieder zupfen. Wenn die Drift den Grundkontakt verhindert, holt man den Pilker ein und läßt ihn dann neu absinken in der Nähe des Bootes/Kutter. Bei starker Drift, hohem Seegang oder grosser Tiefe ist ein schlanker, gerader Pilker angesagt, weil dieser schnell zum Grund sinkt und kein großer Schnurbogen im Wasser entsteht und man den Pilker am Grund halten kann, da wo wir den Dorsch erwarten.
Ich bevorzuge das Angeln von vorne, weil ich dann den Pilker, ähnlich der „Faulenzermethode“ beim Spinnfischen recht langsam über den Grund ziehe. Mit dieser Methode habe ich bislang immer die größten Dorsche gefangen. Kleinere Dorsche neigen eher dazu auf kurze ruckartige Bewegungen des Pilkers zu reagieren.

Der Biss
Wenn ein Dorsch beißt, merkst man das garantiert. Dann brauch man nur einen kurzen, kräftigen Ruck als Anhieb zu setzen. Jetzt erfolgt der Drill des Fisches, den man beim Pilken auch Pumpen nennt. Die Rute wird langsam, aber kontinuierlich nach oben gezogen und dann kurz und schnell nach unten geführt. Gleichzeitig wird dabei die Schnur eingeholt. Um die „Großen “ , welche anbeißen, nicht zu verlieren, sollte die Rollenbremse immer richtig eingestellt sein. Wenn man die Schnur mit der Hand gerade noch von der Rolle ziehen kann, ist die Bremse gut eingestellt.

Faustregel aus der Praxis
Das Pumpen sollte nicht zu kräftig erfolgen, weil Dorsche weiche Mäuler haben und der Drilling bei zu harter Belastung dann eventuell ausschlitzt. Wichtig ist auch, den Dorsch an der Oberfläche nicht halb aus dem Wasser zu heben. Solange es geht, muß er unter Wasser bleiben, weil er sich sonst, ähnlich einem Karpfen, mit einigen Schlägen der Schwanzflosse losreißt. Dorsche bis etwa 2kg hebt man an Deck. Größere hebe ich mit dem Kescher hoch oder einer Schwanzschlinge. Ein Gaff benutze ich nicht. Wer aber mit einem Gaff arbeitet, sollte das Gaff immer hinter den Kiemen ansetzen.

Die Pilk-Montage
An das Ende der Hauptschnur kommt ein, stabiler Karabinerwirbel, in den das Vorfach mit dem Pilker eingehängt wird. Wer will, kann an einem Seitenarm noch einen Beifänger anbringen. Dazu werden Twister-Jigs in allen Formen und Farben eingesetzt. Rot und Schwarz sind dabei die gängigsten Farben.
Es gibt noch einen Haufen an Möglichkeiten, weitere Montagen anzuwenden. Ich wende nur die vorweg genannte gängige an.

Die Pilker
Muß man ausprobieren. Es würde einfach unendlich lange dauern, hier alle zu benennen oder zu beschreiben. Jeder macht andere Erfahrungen und hat unterschiedlichen Erfolg mit den verschiedenen Pilkern. Werbung darf und will ich hier für keinen Hersteller machen.

Übrigens. Das Pilken in Skandinavien, insbesondere Schweden und Norwegen erfordert hier und da schon schwerere Geräte sowie vor allem Pilker. Dies ist insbesondere deshalb erforderlich, weil in den Gewässern um Skandinavien andere Tiefen und damit verbunden auch Strömungen vorherrschen, die in Nord- und Ostsee nicht so vorliegen. Soll da ein Pilker auf dem Grund bleiben, muß er logischer Weise schwerer sein. Ansonsten angelt man da nur im mittleren oder oberen Wasser, was die Ausbeute deutlich schmälern kann.

Uncleos

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