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Feb 28

Teil 4 – Brandungsangeln und was da zu gehört.


Hallo!
Nachdem in den vorherigen Teilen die notwendige Bekleidung, Ausrüstung, Köder und Montagen vorgestellt wurden, geht es nun ans Angeln.

Teil 1


Wo angeln?

Die Ausrüstung ist gepackt, doch wo als Neuling an den endlos langen Küsten angeln?
Bevor man ans Werk geht, einen geeigneten Küstenabschnitt zu suchen, ist es
immer ratsam bei den ansässigen Angelgeschäften nach fängigen Plätzen zu
fragen. Dort, wo man die nicht gerade billigen Wattwürmer oder Seeringelwürmer und vielleicht noch ein paar Kleinteile kauft, bekommt bestimmt Auskunft.
Oft kann auch der Vermieter der Ferienwohnung, des Ferienhauses gute Auskunft geben.
Weiterhin ist es ratsam, erst einmal einen Tag vorher den Küstenabschnitt zu erkunden. Bei ein wenig Glück, sieht man wo andere Angler den Fischen nachstellen.
Ist dieses nicht der Fall, hält man Ausschau nach dem sogenannten Leopardengrund, ein Mischgrund aus Kies, Sand und Seetang. Dieser ist von oben, an den vielen dunklen Flecken am Grund zu erkennen.
Bei dieser Erkundung sollte man sich auch die Lage evtl. vorhandener Sandbänke merken. Eine Sandbank ist immer eine Erfolg versprechende Angelstelle, wird hier doch durch die Wellen der Grund und vorhandenes Futter aufgewirbelt.
Weitere gute Angelplätze sind weit hinaus gehende Seebrücken und Molen.

Mole in Hvide Sande – Dänemark

Seebrücke in Rerik

Angeln
Ist ein Erfolg versprechender Küstenabschnitt gefunden, wird das Brandungsdreibein kippsicher an gewünschter Stelle aufgebaut oder die Einzelrutenhalter tief in den Sand gesteckt.
Kippsicher wird das Brandungsdreibein in dem man an dem Haken unterhalb der Rutenauflage einen mit Sand gefüllten Beutel oder Tasche hängt.

Jetzt werden die Ruten montiert und ein Vorfach an dem Wirbel der Schlagschnur befestigt. Anschließend kommt ein, der Brandung angepasstes, Wurfgewicht/Blei an das Vorfach.
Nun werden die Haken mit Wattwürmern, Seeringelwürmer oder anderen Köder bestückt.
Die Würmer werden mittels einer Wurmnadel auf den Haken aufgezogen um ein Auslaufen der Selbigen zu vermeiden.
Nach dem das geschehen ist, wird so weit wie möglich ausgeworfen.
Oft müssen Weiten bis zu 100m erreicht werden um den Fisch zu finden. Dieses ist meistens
bei ablandigen Wind, oder einer vor gelagerten Sandbank der Fall. Bei auflandigem Wind passiert es oft, dass der Fisch überworfen wird.
Der Fisch steht also näher zum Ufer hin.
Angelt man mit 2 Ruten so empfiehlt es sich, das eine Rute möglichst weit rausgeworfen und
die 2. Rute näher zum Ufer hin platziert wird.
Sind die Köder ausgeworfen, befestigt man die Bißanzeiger und stellt die Brandungsruten aufrecht in die/an den Rutenständer.
Anschließend kurbelt man die Schnur stramm, damit möglichst wenig der Schnur im Wasser ist. Dadurch wird verhindert, dass die Wellen allzu stark an der Schnur zerren und damit eine Bißerkennung erschweren.
Nun heißt es warten, warten, warten …….., nach ca. 20 min sollte eine Köderkontrolle erfolgen.
Oft haben dann andere Meeresbewohner (Krabben) sich die Köder einverleibt.

Wurftechnik

Zum Ausbringen der Köder gibt es mehrere Wurftechniken. Die wohl meist angewandten sind

der Überkopfwurfwurf /Grundwurf

Dieser Wurf ist wohl allen Anglern bekannt.
Der Angler steht frontal mit dem Gesicht zur Brandung. Die Rutenspitze zeigt nach hinten,
Position ca. 03:00 Uhr. Eine Hand befindet sich Anfang des Rutengriffes die andere Hand
in Rollennähe, der Schnurfangbügel geöffnet und der Zeigefinger hält die Schnur. Nun wird
mit oder ohne Anlauf die Rute kraftvoll mit Schwung mit den Armen nach vorn gezogen, wobei der Zeigefinger im geeigneten Moment, wenn die Schnur die größte Spannung hat, frei gibt.
Mit dieser Wurftechnik werden oft nicht die gewünschten Weiten erzielt, da der Schwung nur
aus den Armen heraus erfolgt. Anders sieht es aus bei dem Seitenwurf.

der Seitenwurf

Bei dieser Wurftechnik steht der Angler seitlich, mit dem Gesicht längs zur Brandung. Die Rutenspitze zeigt ebenfalls nach hinten, Position ca. 03:00 Uhr. Die linke Hand befindet sich Anfang des Rutengriffes, die rechte Hand in Rollennähe, der Schnurfangbügel geöffnet und der Zeigefinger hält die Schnur. Beim Auswerfen zieht der Angler die Rute ebenfalls kraftvoll mit Schwung nach vorn, der Körper aber macht während des Werfens eine Viertel Drehung zur Brandung. Das zur Brandung stehende Bein ist der Drehpunkt. Durch das Zusammenspiel Arm-und Körperschwung erreicht man größere Weiten.
Diese Wurftechnik muss ein wenig geübt werden. Man sieht immer wieder, dass Anfänger
Rechtshänder – einen Rechtsdrall, Linkshänder einen Linksdrall haben, weil die Schnur zu früh freigeben wird.


Anmerkung

Beim Auswerfen mit diesen schweren Wurfgewichten entsteht eine große Beschleunigung
und Fliehkraft, deshalb sollte man sich unbedingt vergewissern das die Bremse geöffnet ist.
Ein Rutenbruch, mindestens aber ein Schnurabriss, ist sonst vorprogrammiert, wenn aus irgend
einem Grund der Schnurfangbügel einmal umschlägt.
Durch die wirklich auftretende große Kraft kann es passieren, dass die Schnur in den Finger,
welcher] die Schnur beim Auswerfen fixiert, einschneidet und eine schmerzhafte, blutige Verletzung erzeugt. Um diesem vorzubeugen gibt es im Handel solch einen Fingerschutz

oder man umwickelt den Finger einfach mit Isolierband (Coroplast) oder Pflaster (Leukoplast). Hierbei ist zu beachten, dass die Wicklung in Schneckenform von oben nach unten erfolgt. So kann die Schnur beim Auswerfen, wenn sie vom Finger gleitet, nicht an einer Wicklungskante hängen bleiben

Ordnung am Angelplatz
Brandungsangeln ist überwiegend Nachtangeln. In dieser Jahreszeit ist es irgendwie dunkler als sonst. Kein Streulicht einer in der Nähe gelegenen Ortschaft oder Stern erhellt den Angelplatz.
Ein gewisses Ordnungssystem beim Einrichten des Angelplatzes macht das Angeln stressfrei.
Entfällt doch dadurch lästiges Suchen, nach Gerät oder Kleinmaterial z.B. einer Wurmnadel oder einem Blei..

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Schlußwort
Dieser 4 teilige Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Soll er doch Anfängern einen ersten Überblick vermitteln und einen Einstieg in das Brandungsangeln erleichtern. Ich denke, wie auch wo anders, gilt auch beim Brandungsangeln der Spruch – Übung macht den Meister.

Petri Heil wünscht

Oldman

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